Tiefergelegt, bretthart abgestimmt und nur mit zwei Sitzen ausgestattet – der 306 PS starke Mini John Cooper Works GP macht auf Rennwagen.
Mini
01.10.2020 14:00

Diese kleine Rennmaus ist nichts für Schwächlinge

Mit dem John Cooper Works GP stellt Mini den bisher stärksten und schnellsten Dreitürer der Marke auf die Räder.

von
Dave Schneider
1.10.2020

Den Fahrzeugen der Marke Mini wird gerne das Attribut «Go-Kart-Feeling» angeheftet. Natürlich fährt sich kein Auto wie ein Go-Kart, auch nicht die zur BMW-Group gehörenden Briten. Wer aber diesem Fahrgefühl nahe kommen will, sollte sich den auf 3000 Stück limitierten Mini John Cooper Works GP anschauen: tiefer gelegt, bretthart abgestimmt und nur mit zwei Sitzen ausgestattet, ist er das sportlichste Serienmodell, das Mini je auf die Strasse gebracht hat. 18-Zoll-Schmiederäder mit High-Performance-Pneus, Sportbremsanlage und jede Menge Flügel sorgen für ein entsprechend sportliches Fahrgefühl. Aber: Der Komfort bleibt grösstenteils auf der Strecke.

Angetrieben wird der JCW GP vom grossartigen 2-Liter-Twinturbobenziner aus dem BMW M140i mit 306 PS und 450 Nm Drehmoment. Mini spricht vom «mit Abstand kraftvollsten jemals in einem Kleinwagen der Marke eingesetzten Motor», doch das bezieht sich nur auf den dreitürigen Mini: In den grösseren Brüdern Clubman JCW All4 und Countryman JCW All4 wird das gleiche Aggregat schon länger verbaut – und dank Allradantrieb beschleunigen diese schwereren Modelle erst noch schneller als der frontgetriebene GP.

Und wieso fühlt sich der GP trotzdem so sportlich an? Dafür gibts mehere Erklärungen: Die Karosserie kauert 10 Millimeter tiefer als der Mini JCW auf der Strasse, die Karosserie wurde versteift, der Motorsound ist aggressiver. Die 8-Stufen-Automatik schaltet flott, ein Sperre verteilt die Kraft zwischen den antreibenden Vorderräder für eine möglichst optimale Traktion. Die Radlaufblenden aus Carbon und der grosse und der zweigeteilte Heckflügel haben zwar in erster Linie eine optische Funktion, doch für ein wenig mehr Abtrieb sind sie auch zuständig. Ausserdem gibt es einen GP-Mode, der der Traktionskontrolle und dem ESP mehr Spielraum gewährt und den Mini noch sportlicher trimmt.

Ist der JCW GP also das Mini-Modell, das man kaufen sollte? Wer damit nicht regelmässig auf die Rennstrecke geht und es im Alltag gerne komfortabel hat, kann sich das Geld getrost sparen. Denn eine andere Neuheit stahl auf dem Handling-Kurs des TCS-Fahrzentrums in Hinwil dem GP die Show: Der neue Mini Clubman JCW All4 «GP inspired», der mit gleichem Motor ebenfalls 306 PS leistet und den Sprint von 0 auf 100 km/h dank Allradantrieb in 4,9 statt in 5,2 Sekunden schafft, stach mit einer wunderbaren Balance und einem grossartigen Handling hervor. Leider ist dieses Modell noch teurer: Der ohnehin schon teure JCW GP ist ab 52'900 Franken zu haben, für den Clubman All4 «GP inspired» muss man mindestens 66'300 Franken hinblättern.

Die Rücksitze mussten einer Strebe weichen. Wer dahinter etwas transportieren will, sollte das Frachtgut besser festbinden. 
Nichts für Familien

Die Rücksitze mussten einer Strebe weichen. Wer dahinter etwas transportieren will, sollte das Frachtgut besser festbinden.

Mini
Getrimmt auf den Einsatz auf der Rennstrecke: Der MIni John Cooper Works GP hat nur zwei Sitze, ist bretthart abgestimmt und leistet 306 PS. 
Wenig Kompromisse

Getrimmt auf den Einsatz auf der Rennstrecke: Der MIni John Cooper Works GP hat nur zwei Sitze, ist bretthart abgestimmt und leistet 306 PS.

Mini
Eine Leiste auf der Beifahrerseite trägt die individuelle Nummerierung des auf 3000 Stück limitierten GP.
Eine Rarität

Eine Leiste auf der Beifahrerseite trägt die individuelle Nummerierung des auf 3000 Stück limitierten GP.

Mini

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.
10 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

micharla

02.10.2020, 19:19

fahre selber einen Cooper S Cabrio und meine kleine Rennmaus geht schon mächtig ab..ich liebe diese Mini's zum Glück hat man die erfunden♥️

Robi

02.10.2020, 09:57

Beim Motor liegt das Problem. So lange da ein BMW Motor drin sitzt, ist es ein No-Go. Die machen heftig Probleme.

Ronny C.

02.10.2020, 09:42

Sinnfreier geht es wohl nicht und das ist gut so. Solche Spassautos darf und muss es geben. Macht sicher auf der einen oder anderen Passstrasse Spass, aber sicher auch auf der Rennstrecke.