Hochschule Luzern: Diese künstliche Intelligenz musste Jodeln lernen und soll nun DJs helfen
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Hochschule LuzernDiese künstliche Intelligenz musste Jodeln lernen und soll nun DJs helfen

An der Hochschule Luzern haben Forschende eine künstliche Intelligenz mit Jodelstücken trainiert. Diese kann nun helfen, Stücke unbekannter Autoren regional einzuordnen. Und DJs zu unterstützen, eine bessere Auswahl für ihr Set zu treffen.

von
Gianni Walther
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Musikforschende können für ihre Arbeit auf grosse Musiksammlungen zurückgreifen. So existieren etwa auch grosse Sammlungen an Jodelstücken. Nicht bei allen Liedern sind die Herkunft oder die Autoren bekannt.

Musikforschende können für ihre Arbeit auf grosse Musiksammlungen zurückgreifen. So existieren etwa auch grosse Sammlungen an Jodelstücken. Nicht bei allen Liedern sind die Herkunft oder die Autoren bekannt.

HSLU
Forscher Daniel Pfäffli und weitere Mitarbeitende der Hochschule Luzern nutzen künstliche Intelligenz, um Jodelstücke unbekannter Autoren regional einzuordnen.

Forscher Daniel Pfäffli und weitere Mitarbeitende der Hochschule Luzern nutzen künstliche Intelligenz, um Jodelstücke unbekannter Autoren regional einzuordnen.

Fotostudio Fokus
Die HSLU-Forschenden nutzten beim Projekt neben Jodelstücken auch Techno. So könnte die künstliche Intelligenz etwa DJs bei der Zusammenstellung ihrer Sets unterstützen.

Die HSLU-Forschenden nutzten beim Projekt neben Jodelstücken auch Techno. So könnte die künstliche Intelligenz etwa DJs bei der Zusammenstellung ihrer Sets unterstützen.

20min/Taddeo Cerletti

Darum gehts

An der Hochschule Luzern (HSLU) kommt bei verschiedenen Projekten immer wieder künstliche Intelligenz (KI) zum Einsatz. So haben HSLU-Forschende mithilfe von künstlicher Intelligenz etwa schon Bier kreiert oder einer KI beigebracht, Güselsäcke zu zählen, damit automatisiert Abfallmengen berechnet werden können.

Daniel Pfäffli und weitere HSLU-Mitarbeitende widmen sich der Musik: So hat ein Team kürzlich ein KI-Modell konzipiert, das erkennen soll, was in einem Musikstück passiert und dabei einzigartige Stellen herausfiltert, wie es auf der Webseite der HSLU heisst. So könne die KI behilflich sein, herauszufinden, was ein Lied einzigartig macht.

Künstliche Intelligenz musste zuerst viel Jodel hören

Zuvor musste die KI dafür trainieren. «Wir zeigen einer KI viele verschiedene Musikausschnitte und geben ihr die Aufgabe, dass sie ähnliche Musikabschnitte nahe beieinander lokalisiert», sagt Pfäffli. So erstellt die KI eine Musikkarte, wie eine Landkarte. Jene Abschnitte, die sich von anderen stärker unterscheiden, sind auf der Karte weiter entfernt voneinander.

Zur Entwicklung des Verfahrens kamen bei den Forschenden Jodelstücke zum Einsatz. Die KI kann nun etwa dabei behilflich sein, wenn es um die Herkunft von Stücken unbekannter Autoren geht. «So können wir mit einer gewissen Genauigkeit sagen, aus welcher Region ein Lied stammt», sagt der wissenschaftliche Mitarbeiter des Algorithmic Business Research Lab der HSLU. «Musikforschende können dies mit ihrem grossen Erfahrungsschatz ebenfalls einordnen», so Pfäffli. Das Problem ist jedoch, dass es sehr grosse Archive mit Musiksammlungen gibt. Das braucht jedoch Zeit. «Ein KI-Modell kann diese Aufgabe viel schneller erledigen.» Tauchen bei der KI Unklarheiten auf, können Experten und Expertinnen die genaue Einordnung übernehmen.

KI kann auch bei Hörgeräten eingesetzt werden

Um eine solche KI zu kreieren, ist laut Pfäffli ein «tiefes Verständnis von Datenwissenschaft, KI und Musiktheorie» nötig. So müssen Forschende verschiedener Richtungen zusammenarbeiten, damit ein solches Projekt möglich wird. Die Einsatzmöglichkeiten einer solchen KI werden so sehr vielfältig. So könnte die künstliche Intelligenz beispielsweise DJs bei der Zusammenstellung ihrer DJ-Sets helfen: «Will ein DJ zwischen zwei Songs einen möglichst sanften Übergang machen, kann die KI aus dem Musikkatalog Lieder mit ähnlichem Stil vorschlagen», so Pfäffli. «Je grösser die Musiksammlung, umso eher kann man auch den Überblick verlieren. Hier kann die KI etwa Lieder vorschlagen, die beim DJ vielleicht vergessen gehen.»

Für solche künstlichen Intelligenzen gebe es verschiedene Einsatzmöglichkeiten. Zum Beispiel beim Erkennen von Verletzungen des Urheberrechts. Aber auch bei Hörgeräten ist ein Einsatz denkbar: So könne eine KI für Träger und Trägerinnen von Hörgeräten unnötige Geräusche erkennen, diese herausfiltern und entsprechend die Tonqualität verbessern. 

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