Tafers FR: Diese Kuh hatte eine seltene Drillings-Geburt
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Tafers FRDiese Kuh hatte eine seltene Drillings-Geburt

Da staunte nicht nur der Bauer, sondern sogar die Universität Bern: Eine Kuh aus dem Kanton Freiburg brachte gesunde Drillinge auf die Welt.

von
Christian Holzer

Darum gehts

  • Die Kuh eines Landwirts brachte Drillinge zur Welt. Eine Seltenheit.
  • Gemäss der Universität Bern stehen die Chancen dafür unter einem Prozent.
  • Besonders selten ist, dass alle wohlauf sind – was in diesem Fall zutrifft.

Kleine Sensation im Kanton Freiburg: Kuh Ulme brachte auf dem Hof von Landwirt Cédric Köstinger Drillinge zur Welt. «Nachdem das erste Junge auf dem Boden lag, waren wir unglaublich erleichtert, dabei war das erst der Anfang.» Der 27-Jährige und seine Co-Landwirte wussten nicht, dass die Kuh mehrere Junge im Bauch trug. «Nach dem Ersten presste sie weiter, und schliesslich kam ein Zweites heraus.» Zwillinge sind nicht unüblich bei den Tieren. Doch dann geschah, womit niemand auf dem Hof in Tafers FR gerechnet hatte: «Schliesslich kam noch ein drittes Kalb hinterher. Wir waren absolut überrascht», so Köstinger. Während die Geburtshelfer vollkommen im Hoch waren und die Kälber alle wohlauf, war Mutter Ulme nach der Entbindung «völlig erschöpft und musste erst einmal etwas Energie tanken».

Je rund 30 Kilo brachten die Jungtiere auf die Waage, als sie am 30. August das Licht der Welt erblickten. «Das Tier hatte einen recht grossen Bauch während der Trachtzeit, aber wir haben uns nicht viel dabei gedacht.» Bei der Betreibsgemeinschaft Wolgiswil, wo der Jungbauer tätig ist, gab es das noch nie: «Die älteren Landwirte sagten, dass sie das noch nie erlebt hatten.» Die Geburt sorgt selbst bei der Universität Bern für Aufsehen: «Das ist wirklich sehr selten,
die Chancen dafür stehen im Promillebereich», sagt Adrian Steiner, Professor
am Departement für klinische Veterinärmedizin der Universität Bern.

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Mutterkuh Ulme mit ihren Drillingen.

Mutterkuh Ulme mit ihren Drillingen.

Foto: zvg
Das Tier brachte die Jungen am 30. August auf die Welt.

Das Tier brachte die Jungen am 30. August auf die Welt.

Foto: zvg
In der Betreibsgruppe Wolgiswil gab es so etwas noch nie.

In der Betreibsgruppe Wolgiswil gab es so etwas noch nie.

Foto: zvg

Selten sind alle gesund

Landwirt Köstinger sorgte sich zunächst um die Kälber: «Besonders, weil die Mutter nach der Geburt zu erschöpft war, um die Jungen zu säugen.» Nicht ganz ohne Grund, wie auch Adrian Steiner, Leiter Nutztierklinik, zu bedenken gibt: «Bei Drillingen kommt es häufig zu Frühgeburten, was die Überlebens-Chance der Kälber reduziert.» Dies, weil die Gebärmutter mit den drei Kälbern sehr viel Platz im Bauch der Kuh einnehme. Dadurch werde der grosse Magen der Kuh verdrängt, und das Tier könne aus Platzgründen weniger Futter aufnehmen.

Umso grösser ist heute die Erleichterung, dass alle vier kerngesund sind: «Wir konnten uns erst jetzt richtig freuen, wo alle über den Berg sind.» Weil die drei Kälbchen einer sogenannten Fleischrasse zugehören, wird sie Milchbauer Köstinger verkaufen müssen, sobald sie alt genug sind: «Wir suchen aber einen Ort, wo sie zusammensein können.»

Fünf Kälber aus einer Kuh

Im Frühling 2011 sorgte eine Familie aus der Ostschweiz für Schlagzeilen. Die Kuh Vögeli der Familie Hollenstein gebar am 21. März Fünflinge. Auch in diesem Fall kamen alle Kälber gesund zur Welt, wie die Zeitung «Tagblatt» damals berichtete. Aufgrund des grossen Bauchumfangs hatte der Landwirt damals mit Zwillingen gerechnet. Die Kuh brachte schliesslich vier weibliche und ein männliches Kalb auf die Welt. Sie wogen zwischen 19 und 24 Kilo.

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