Pilotversuch in Graubünden - Diese Kuh ist mit GPS ausgestattet
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Pilotversuch in GraubündenDiese Kuh ist mit GPS ausgestattet

Im Kanton Graubünden kam es in den letzten Jahren vermehrt zu Unfällen und prekären Begegnungen zwischen Sporttreibenden und Mutterkühen sowie Herdenschutzhunden. Darum hat der Kanton einen Pilotversuch zum Tracking dieser Tiere lanciert.

von
Pascal Eicher
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Eine Bündner Kuh, ausgerüstet mit GPS-Tracker.

Eine Bündner Kuh, ausgerüstet mit GPS-Tracker.

Tiefbauamt Kanton Graubünden/Peter Oberholzer
Auch Herdenschutzhunde sind Teil des Pilotversuchs (Symbolbild).

Auch Herdenschutzhunde sind Teil des Pilotversuchs (Symbolbild).

imago images/Shotshop
Der Pilotversuch stiess auf erste positive Rückmeldungen und wird nun abschliessend ausgewertet.

Der Pilotversuch stiess auf erste positive Rückmeldungen und wird nun abschliessend ausgewertet.

Tiefbauamt Kanton Graubünden/Peter Oberholzer

Darum gehts

  • In den letzten Jahren häuften sich im Kanton Graubünden unliebsame Begegnungen mit Nutztieren.

  • Darum wurde ein Pilotversuch zum GPS-Tracking der Tiere lanciert.

  • Der Versuch stiess bereits auf erste positive Rückmeldungen von Tierhaltern und Sporttreibenden.

  • Falls das Projekt weitergeführt wird, könnte in Zukunft der ganze Kanton abgedeckt werden.

Begegnungen mit Mutterkühen und Herdenschutzhunden sind im Alpenraum in den letzten Jahren immer mehr zum Problem geworden. Auch im Bündnerland. Deshalb hat das Tiefbauamt Graubünden im Auftrag des Kantons im Sommer 2020 Mutterkühe und Herdenschutzhunde mit GPS-Sendern versehen. Im Sommer 2021 konnte man die Sender erstmals reibungslos testen. Der Pilotversuch ist Teil des fünfjährigen Bündner Projekts «Graubünden-Hike».

Der GPS-Sender überträgt den Standort der Tiere alle 30 Minuten auf einen Server, zu dem die Tierhalter Zugang haben, sagt Projektleiter Peter Oberholzer. Jeweils um Mitternacht sendet der Server die Daten auf die App und Website von Outdooractive, was Wanderer und Sportlerinnen die Routenplanung vereinfache. «Zudem wurden an den Weidezugängen QR-Codes angebracht, die auf die Daten verweisen», sagt Oberholzer weiter.

Positives Zwischenfazit

Seitens der Tierhalter und der Sporttreibenden habe man bereits einige positive Rückmeldungen erhalten, sagt Oberholzer. Zudem hat man hohe Klickzahlen der Datensätze auf der App feststellen können. Ob das GPS-Tracking tatsächlich zu weniger unangenehmen Begegnungen führt, wird sich aber erst zeigen. «Von einem Unfall dieses Jahr habe ich jedenfalls noch nichts gehört. Wie erfolgreich der Versuch war, werden wir bei der Auswertung der Reklamationsmeldungen im Oktober beurteilen können», sagt Oberholzer hierzu.

Effizientes Netzwerk

Betrieben werden die Sender über ein sogenanntes «LoRaWAN-System», ein strahlungsarmes, breitflächiges Netzwerk, welches mittels Antennen das Versuchsgebiet in Flims, Laax und Falera abzudecken vermag. Das Netzwerk sei äusserst energieeffizient, was für den Pilotversuch von zentraler Bedeutung sei, sagt Oberholzer. «Dadurch können wir den Energieverbrauch gering halten, was häufige Aktualisierungen ermöglicht». Und weiter: «Mit genügend Antennen könnte man den ganzen Kanton abdecken».

Damit es so weit kommt, müsste aber eine Trägerschaft, zum Beispiel eine Bergbahn in der Region, das Projekt übernehmen und finanzieren. Für das Tiefbauamt ist das Projekt nämlich nun abgeschlossen. Eine solche Übernahme sei aber durchaus denkbar, sagt Oberholzer. «Einige Bergbahnen in der Region benutzen bereits dasselbe Netzwerk. Es müssten also lediglich die benötigten Antennen und Sender gekauft und installiert werden», sagt Oberholzer weiter.

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