Aktualisiert 31.01.2012 22:49

Zum stehlen schön

Diese Kunst zieht Langfinger an

Das «Art-Loss-Register» ist die weltgrösste Datenbank für geraubte Kunst. Ein Blick in die Vermisstenliste zeigt, wessen Werke am gefragtesten sind. Bei den Top drei gibt es eine dicke Überraschung.

Haben Sie schon einmal was von Nick Lawrence gehört? Glaubt man dem «Art-Loss-Register» ist seine Kunst gefragter als die von Chagall, Miró, Dalí und Warhol: Mit 557 gestohlenen Bildern belegt der Amerikaner Rang zwei in der Liste derjenigen Maler und Bildhauer, dessen Arbeiten Diebe besonders gerne haben. Es gibt jedoch eine einleuchtende Erklärung für Lawrences Platzierung: Bei einem Einbruch wurden jene 557 Bilder auf einen Streich entwendet.

Bei anderen Schöngeistern sind die Zahlen der geraubten Werke deutlich geringer, doch der Preis für die Bestohlenen deutlich höher. So wie im Oktober 2009 im Pariser Museum für moderne Kunst: Als Bilder von Picasso, Henri Matisse, Fernand Léger, Georges Braque und Amedeo Modigliani gestohlen wurden, schätzte die «Los Angeles Times» den Schaden auf 134 Millionen US-Dollar.

Das «Art-Loss-Register» gibt es im Grunde genommen seit 1976. Damals wurde in New York die «International Foundation for Art Research» gegründet, die sich dem Kampf gegen Kunstraub verschrieben hatte. 1986 lagen im Archiv bereits 20 000 Dokumente vor, die 1991 in das neu gegründete «Art-Loss-Register» überführt wurden. In den Büros im Big Apple, in Köln, Paris, London und Bath (nahe Bristol) fliessen Informationen von Polizeibehörden, Versicherungen, Auktionshäusern, Museen und Gallerien zusammen: 300 000 Anfragen bearbeiten die Register-Mitarbeiter Jahr für Jahr.

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