Raus aus der Pandemie – Diese Lockerungen hat der Bundesrat beschlossen

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Raus aus der PandemieDiese Lockerungen hat der Bundesrat beschlossen

Die Homeofficepflicht und die Kontaktquarantäne werden ab Donnerstag aufgehoben. Am Mittwoch fasste der Bundesrat zudem zwei Varianten für den Ausstieg aus den Massnahmen ins Auge. 

von
Bettina Zanni
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Ab Donnerstag gilt die Arbeit im Homeoffice nur noch als Empfehlung, wie der Bundesrat in einer Medienmitteilung schreibt.

Ab Donnerstag gilt die Arbeit im Homeoffice nur noch als Empfehlung, wie der Bundesrat in einer Medienmitteilung schreibt.

20min/Michael Scherrer
Die Maskenpflicht bleibt am Arbeitsplatz jedoch bestehen.

Die Maskenpflicht bleibt am Arbeitsplatz jedoch bestehen.

20min/Simon Glauser
Ab Donnerstag fällt auch die Kontaktquarantäne.

Ab Donnerstag fällt auch die Kontaktquarantäne.

Getty Images/iStockphoto

Darum gehts

  • Ab Donnerstag gilt die Arbeit im Homeoffice nur noch als Empfehlung.

  • Auch die Kontaktquarantäne wird per sofort aufgehoben. 

  • In Konsultation schickt der Bundesrat den Kantonen eine Variante der Öffnung auf einen Schlag und eine der schrittweisen Öffnung.

In die Büros kann wieder Leben einkehren. Nach seiner Sitzung am Mittwoch entschied der Bundesrat, die Homeofficepflicht per sofort aufzuheben. Ab Donnerstag gilt die Arbeit im Homeoffice nur noch als Empfehlung, wie der Bundesrat in einer Medienmitteilung schreibt. Die Maskenpflicht bleibt am Arbeitsplatz jedoch bestehen.

Der Bundesrat macht darauf aufmerksam, dass die Arbeitgebenden ihre Mitarbeitenden weiterhin vor einer Ansteckung am Arbeitsplatz schützen müssten. Dafür bleibe Homeoffice eine wirksame Massnahme. 

Kontaktquarantäne habe an Bedeutung verloren

Ab Donnerstag fällt auch die Kontaktquarantäne. Demnach müssen auch Personen nicht mehr in Quarantäne gehen, die im gleichen Haushalt wohnen oder ähnlichen regelmässigen und engen Kontakt zu einer infizierten Person haben.

Wegen der sehr hohen Ansteckungszahlen hat die Kontaktquarantäne laut dem Bundesrat an Bedeutung verloren. Damit werden auch die Bestimmungen des Corona-Erwerbsersatzes infolge Kontaktquarantäne in der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall aufgehoben. Weiterhin müssen sich jedoch Personen isolieren, die positiv auf das Virus getestet wurden.

Zwei Varianten in Konsultation

Der Bundesrat schlägt zudem umfassende Aufhebungen von Massnahmen vor. Er kündigt an, diese, abhängig von der epidemischen Lageentwicklung, am 16. Februar 2022 beschliessen zu können. Bis am 9. Februar schickt er den Kantonen zwei Varianten in Konsultation:

Variante 1: Ende der Massnahmen in einem Schritt

Die Covid-19-Verordnung besondere Lage könnte in einem einzigen Schritt am 17. Februar 2022 aufgehoben werden. Bei dieser Variante würden alle Schutzmassnahmen fallen:

• Die Zertifikatspflicht für Restaurants, Veranstaltungen oder Freizeit- und Kulturbetriebe
• Die Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr, in Läden und in allen andern öffentlich zugänglichen Innenräumen
• Die Einschränkungen privater Treffen
• Die Bewilligungspflicht für Grossveranstaltungen

Der Schutzschirm für Grossveranstaltungen soll laut dem Bundesrat jedoch bestehen bleiben, weil erneute Einschränkungen nicht ausgeschlossen werden können. Auch die Isolation von positiv getesteten Personen soll weiterhin gelten. Zudem müssen zusätzliche Massnahmen ergriffen werden, um besonders gefährdete Personen zu schützen. Der Bundesrat kündigt an, die Kantone auch zu befragen, ob die Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr, im Detailhandel und in Gesundheitseinrichtungen erhalten bleiben solle.

Der Bundesrat macht darauf aufmerksam, dass eine solche vollständige Öffnung mit epidemiologischen Risiken verbunden sei, da sie die Viruszirkulation nochmals beschleunigen könne. «Dieses Vorgehen ist nur dann angezeigt, wenn die Ansteckungswelle den Höhepunkt überschritten hat.» Die Immunisierung der Bevölkerung müsse weit genug fortgeschritten sein und die Ansteckungszahlen sowie die Hospitalisierungen abnehmen.

Variante 2: Ende der Massnahmen in zwei Schritten

Falls die epidemiologische Lage am 16. Februar noch zu unsicher ist, befürwortet der Bundesrat ein schrittweises Vorgehen. Damit könne die Lage nach jedem Lockerungsschritt erneut beurteilt werden.
Im ersten Schritt ab dem 17. Februar schlägt der Bundesrat folgende Lockerungen vor:

• Aufheben der Zertifikatspflicht für Restaurants, Veranstaltungen, Freizeit- und Kulturbetriebe. In Restaurants gilt eine Sitzpflicht.
• Aufheben der Einschränkungen bei privaten Treffen
• Aufheben der Bewilligungspflicht für Grossveranstaltungen im Freien. Die Kantone können selbständig eine Bewilligungspflicht einführen, etwa für Fasnachtsfeiern. 2G-Regel dort, wo heute die 2G+-Regel gilt (Discos, Hallenbäder, intensive Sportaktivitäten oder Blasmusik).

Im zweiten Schritt würden die restlichen Schutzmassnahmen aufgehoben: Maskenpflicht, 2G-Regel und Bewilligungspflicht für Grossveranstaltungen in Innenräumen. Damit würde auch die Covid-19-Verordnung besondere Lage aufgehoben.

Weitere Anpassungen schickt der Bundesrat im Zusammenhang mit dem Reiseverkehr in Konsultation (siehe Box).

Test und Zertifikat beim Reisen

Die Testpflicht für nicht geimpfte und nicht genesene Personen sowie die Kontaktdatenerhebung bei der Einreise in die Schweiz soll laut dem Bundesrat aufgehoben werden können. Zudem sieht er vor, die sogenannten Schweizer Covid-Zertifikate, etwa für Touristinnen und Touristen oder nach Antikörper- oder Antigen-Schnelltests, abzuschaffen.  Weiterhin ausgestellt werden die auch von der EU anerkannten Zertifikate. Diese müssen für den internationalen Reiseverkehr noch aufrechterhalten werden, solange andere Staaten noch Einreiserestriktionen kennen. Für möglich hält der Bundesrat auch, dass in gewissen Ländern Zertifikate für den Besuch in Restaurants oder Museen weiterhin notwendig sein werden. 

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