Fünfter Öffnungsschritt - Diese Lockerungen hat der Bundesrat beschlossen
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Fünfter Öffnungsschritt Diese Lockerungen hat der Bundesrat beschlossen

Gelockerte Maskenpflicht, Clubs für Gäste mit Covid-Zertifikat und keine Beschränkungen für private Treffen: Der Bundesrat stellt für Ende Juni weitere Lockerungen in Aussicht.

von
Leo Hurni
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Der Bundesrat hat am Freitag weitere Lockerungen in die Vernehmlassung geschickt. Der definitive Entscheid ist für den 23. Juni eingeplant.

Der Bundesrat hat am Freitag weitere Lockerungen in die Vernehmlassung geschickt. Der definitive Entscheid ist für den 23. Juni eingeplant.

20min/Simon Glauser
So will der Bundesrat etwa die Maskenpflicht in der Öffentlichkeit lockern. Auf den Terrassen oder an den Haltestellen soll keine Masken mehr nötig sein. 

So will der Bundesrat etwa die Maskenpflicht in der Öffentlichkeit lockern. Auf den Terrassen oder an den Haltestellen soll keine Masken mehr nötig sein.

20min/Taddeo Cerletti
In Innenräumen und im ÖV soll die Pflicht aber weiter gelten. 

In Innenräumen und im ÖV soll die Pflicht aber weiter gelten.

20min/Celia Nogler

Darum gehts

  • Der Bundesrat hat am Freitag weitere Lockerungen vorgestellt.

  • Ab Ende Juni sollen etwa Clubs wieder öffnen dürfen und die Maskenpflicht am Arbeitsplatz fallen.

  • Grund sei vor allem die gute epidemiologische Lage, begründet der Bundesrat.

  • Am 23. Juni wird definitiv entschieden, welche Lockerungen uns im Juli erwarten.

Die Schweiz steht vor einem weiteren Lockerungsschritt. Fallzahlen, die Hospitalisierungen und die Auslastung der Intensivstationen mit Covid-Patientinnen und -Patienten sind deutlich rückläufig. Am Freitag vermeldete das Bundesamt für Gesundheit 354 Neuinfektionen - noch Anfangs Mai waren es täglich über 1000. Auch die Impfkampagne des Bundes läuft auf Hochtouren: Mehr als 2,2 Millionen Personen sind in der Schweiz bereits doppelt geimpft.
Aufgrund dieser positiven Entwicklung und des Fortschritts bei der Impfung plant der Bundesrat einen weiteren grösseren Öffnungsschritt vor den Sommerferien. Am 23. Juni fällt der Entscheid, ob folgende Lockerungen umgesetzt werden:

Keine Maskenpflicht in Büro, Schule und in Aussenbereichen

An der Arbeit soll künftig die generelle Maskenpflicht aufgehoben werden. Arbeitgeberinnen und -geber können nun selber entscheiden, ob die Maske getragen werden soll. Auch die Schulen sollen von dieser Lockerung profitieren können. Im Bereich der Bildung will der Bundesrat die schweizweite Maskenpflicht in der Sekundarstufe II aufheben. Für Regeln an den Gymnasien, Fachmittelschulen und Berufsschulen sollen wieder die Kantone zuständig sein.

Auch in der Öffentlichkeit soll die Maskenpflicht gelockert werden. Die Maskenpflicht in Aussenbereichen von öffentlich zugänglichen Einrichtungen, Freizeitbetrieben, Bahnhöfen und von Haltestellen soll aufgehoben werden, ebenso auf den Aussendecks von Schiffen und auf Sesselliften.

Clubs ohne Maske

Clubs und Tanzlokale sollen wieder öffnen dürfen, wenn der Zugang auf Personen mit gültigem Covid-Zertifikat beschränkt wird. Es dürfen höchstens 250 Personen gleichzeitig anwesend sein. Auf das Tragen einer Maske kann verzichtet werden, die Clubs müssen aber die Kontaktdaten der Gäste erheben.

Restaurants dürfen mehr Gäste empfangen

Waren bisher draussen maximal sechs Personen an einem Tisch erlaubt, will der Bundesrat die Anzahl der Personen am Tisch nicht mehr einschränken. Anders sieht es drinnen aus. Restaurants sollen neu sechs anstatt wie bisher vier Personen pro Tisch begrüssen dürfen. Wie bisher gilt eine Sitzpflicht und die Maske muss getragen werden, wenn man nicht am Tisch sitzt. Restaurants können den Zugang auf Personen mit einem Covid-Zertifikat einschränken, um von Erleichterungen bei den Schutzmassnahmen zu profitieren.

Private Treffen ohne Schutzmassnahmen möglich

Grundsätzlich soll auch bei Veranstaltungen in öffentlich zugänglichen Einrichtungen erlaubt sein, was im Privaten möglich ist. Das heisst: Wenn sich im Familien- und Freundeskreis höchstens 30 Personen in Innenräumen oder 50 in Aussenbereichen treffen, kann auf Schutzmassnahmen verzichtet werden. So kann zum Beispiel an einer Geburtstagsfeier in einem Restaurant auf Vorgaben wie Maske, Abstand oder Sitzpflicht verzichtet werden.

Grossveranstaltungen ohne Maske

Letzten Monat hatte der Bundesrat entschieden, dass Grossveranstaltungen mit Covid-Zertifikat ab Juli wieder möglich sein werden. Dabei soll künftig eine Maskenpflicht gelten - allerdings nur für Veranstaltungen in Innenräumen. Draussen soll auf die Maske verzichtet werden dürfen. Zudem soll die maximale Anzahl der Personen vereinheitlicht werden: drinnen sollen maximal 3000, draussen 5000 Personen teilnehmen können, unabhängig davon, ob eine Sitzpflicht gilt. Es dürfen stets zwei Drittel der Kapazität genutzt werden. Veranstaltungen mit weniger als 1000 Personen, Sport-, Kultur- und Freizeitbetriebe können den Zugang auf Personen mit einem Covid-Zertifikat einschränken, um von Erleichterungen bei den Schutzmassnahmen zu profitieren.

Anders sieht es für Veranstaltungen ohne Covid-Zertifikat aus. Hier soll eine Obergrenze von 1000 Personen gelten, wenn es eine Sitzpflicht gibt, wie es etwa im Kino oder am Fussballmatch der Fall ist. Für Veranstaltungen ohne Sitzpflicht soll eine Obergrenze von 250 Personen gelten, zudem gilt in Innenräumen eine Maskenpflicht. Für Veranstaltungen draussen gilt die Maskenpflicht, wenn man sich bewegt. Die Kapazität der Örtlichkeit darf bis zur Hälfte genutzt werden.

Kapazitäten sollen stärker genutzt werden können

Läden, Freizeitbetriebe oder Sporteinrichtungen sollen ihre Kapazität stärker ausnutzen dürfen. Die Regeln werden vereinheitlicht: Wird in Innenbereichen eine Maske getragen, sollen nur noch vier Quadratmeter pro Person eingerechnet werden. In Einrichtungen, wo man keine Maske tragen kann, wie beispielsweise in Hallenbädern, müssen zehn Quadratmeter pro Person eingerechnet werden. Aquaparks sollen mit dieser Vorgabe für alle Besucherinnen und Besucher wieder öffnen können.

Sport- und Kultur im Amateurbereich

Für Sport soll die Beschränkung der Gruppengrösse sowohl drinnen wie auch draussen komplett aufgehoben werden. In Innenräumen soll weiterhin eine Maskenpflicht gelten und es muss der erforderliche Abstand eingehalten werden, so der Bundesrat. Kann der Abstand nicht eingehalten werden, etwa bei Mannschaftssportarten, oder kann die Maske nicht getragen werden, etwa beim Ausdauersport oder bei Proben mit Blasinstrumenten, soll neu
eine Kapazitätseinschränkung von zehn Quadratmetern pro Person gelten. Auftritte von Chören sollen neu auch in Innenräumen wieder möglich sein.

Erleichterte Einreise in die Schweiz

Für Einreisen aus dem Schengen-Raum soll die Quarantänepflicht aufgehoben werden. Eine Testpflicht besteht nur noch für Personen, die nicht geimpft und nicht genesen sind. Die Kontaktdaten werden künftig nur noch bei der Einreise mit dem Flugzeug verlangt. Bei Reisenden, die im Zug oder Auto in die Schweiz einreisen, wird darauf verzichtet.

Auch die Risikoliste will der Bundesrat straffen. Die bisherige Risikoliste des Bundesamtes für Gesundheit soll reduziert werden und nur noch Staaten oder Gebiete, in denen für die Schweiz besorgniserregende Virusvarianten zirkulieren, enthalten. Der Fokus der grenzsanitarischen Massnahmen liegt damit neu bei Personen, die aus einem solchen Staat oder Gebiet einreisen. Geimpfte und genesene Personen können jedoch ohne Test- und Quarantänepflicht einreisen, fordert der Bundesrat. Wer weder geimpft noch genesen ist, muss einen negativen PCR-Test oder Antigenschnelltest vorweisen und sich nach der Einreise in Quarantäne begeben. Alle, die mit dem Flugzeug einreisen, müssen ihre Kontaktdaten angeben. Die Schweiz sieht zudem vor, die noch bestehenden Einreisebeschränkungen für nachweislich geimpfte Drittstaatsangehörige per 28. Juni ebenfalls zu lockern.

Entscheid über die Dauer der Impfwirksamkeit

Gemäss mehreren Studien dürfte die Impfung, mit den in der Schweiz zugelassenen
Impfstoffen, länger als sechs Monate wirksam sein, sagt der Bundesrat. Am 23. Juni wird er deshalb auf Basis der Einschätzung der Kommission für Impffragen über eine längere Dauer der Impfwirksamkeit entscheiden.

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