Nächster Öffnungsschritt - Diese Lockerungen hat der Bundesrat beschlossen
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Nächster ÖffnungsschrittDiese Lockerungen hat der Bundesrat beschlossen

Restaurants dürfen bald auch ihre Innenräume wieder öffnen und die Homeoffice-Pflicht fällt: Der Bundesrat stellt für Ende Mai verschiedene Öffnungen in Aussicht.

von
Bettina Zanni
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Die Innenbereiche der Restaurants mit Schutzkonzepten sollen wieder geöffnet werden können.

Die Innenbereiche der Restaurants mit Schutzkonzepten sollen wieder geöffnet werden können.

20min/Michael Scherrer
Maskenpflicht gilt auch am Tisch, wenn nicht konsumiert wird.

Maskenpflicht gilt auch am Tisch, wenn nicht konsumiert wird.

20min/Marco Zangger
Die Homeoffice-Pflicht wird in eine Homeoffice Empfehlung umgewandelt – sofern die Betriebe wiederholt testen.

Die Homeoffice-Pflicht wird in eine Homeoffice Empfehlung umgewandelt – sofern die Betriebe wiederholt testen.

20min/Marco Zangger

Die Schweiz steht vor dem nächsten Lockerungsschritt. Ende Mai soll von der Schutzphase in die Stabilisierungsphase gewechselt werden und ein vierter Öffnungsschritt erfolgen, wie der Bundesrat am Mittwoch beschloss. Die epidemiologische Lage entspanne sich, sowohl bei den Fallzahlen als auch bei den Hospitalisierungen und der Auslastung der Intensivstationen, schreibt der Bundesrat. «Die Bevölkerung setzt die Schutzmassnahmen gut um, der Öffnungsschritt vom 19. April 2021 hat sich bislang nicht negativ auf die Entwicklung der Epidemie ausgewirkt.»

Der Bundesrat sieht gute Chancen, dass sich die Situation in den Spitälern in den nächsten Wochen weiter entspannt und Ende Mai ein nächster Öffnungsschritt möglich ist. Voraussetzung sei, dass die Impfkampagne in hohem Tempo weitergeführt werden könne und sich alle – speziell die Risikogruppen – besonders gut schützten, bis sie geimpft seien. Der Bundesrat schickt die Vorschläge bei den Kantonen, den zuständigen Parlamentskommissionen und den Sozialpartnern in Konsultation. Am 26. Mai fällt der Entscheid, ob folgende Lockerungen umgesetzt werden:

Öffnung der Innenräume von Restaurants

Auch die Innenbereiche der Restaurants mit Schutzkonzepten sollen wieder geöffnet werden können. Dieser Teil des Öffnungsschritts ist laut dem Bundesrat aus epidemiologischer Sicht am heikelsten, weil sich viele Personen aus unterschiedlichen Haushalten ohne Maske in Innenräumen treffen.

Was braucht es für die Öffnung?
Die Fallzahlen müssen sinken oder stabil bleiben.
Welche Massnahmen gelten?
Es sollen dieselben Regelungen wie aktuell für den Aussenbereich gelten: Abstand oder Abschrankung, maximal vier Personen pro Tisch, Erhebung der Kontaktdaten aller Gäste, Sitzpflicht, Maskenpflicht auch am Tisch, wenn nicht konsumiert wird. Die Kantone sind dafür zuständig, die Einhaltung der Schutzkonzepte zu kontrollieren.
Welche Massnahmen fallen?
Auf der Terrasse wird die Maskenpflicht am Tisch aufgehoben.

Keine Homeoffice-Pflicht

Die Homeoffice-Pflicht wird in eine Homeoffice Empfehlung umgewandelt.

Gilt das für alle Unternehmen?
Der Bundesrat sieht die Lockerung für jene Betriebe vor, die wiederholt testen.
Wer bezahlt die Tests?
Um die Hürden für die Testung in Betrieben weiter zu senken, übernimmt der Bund nicht nur die Testkosten, sondern auch die Poolingkosten.
Wie lange werden Tests vorausgesetzt?
Sobald alle Personen geimpft sind, die dies möchten – damit startet die Normalisierungsphase des Drei-Phasen-Modells – soll die Homeoffice-Regel ohne Vorgaben gelockert werden. Die Regelung zum Schutz besonders gefährdeter Personen am Arbeitsplatz wird verlängert.

Präsenzunterricht an Hochschulen

An Hochschulen wird die Beschränkung auf maximal 50 Personen für Präsenzveranstaltungen aufgehoben. Neu darf die Hälfte der Kapazität genutzt werden statt wie bisher bloss ein Drittel. Die Masken- und Abstandspflicht gilt weiterhin.
Muss getestet werden?
Voraussetzung ist ein Testkonzept im Rahmen der kantonalen Teststrategie und eine Genehmigung des Kantons.

Mehr Publikum zugelassen

Für Veranstaltungen mit Publikum gilt neu in Innenräumen eine Limite von 100 anstatt 50 Personen und draussen von 300 statt 100 Personen. Neu darf die Hälfte der Kapazität genutzt werden statt wie bisher bloss ein Drittel. Dasselbe gilt für Veranstaltungen zur politischen Meinungsbildung und religiöse Veranstaltungen. Andere Veranstaltungen, wie Vereinsanlässe oder Führungen, sollen innen und aussen mit maximal 30 statt wie bisher 15 Personen möglich sein.
Welche Veranstaltungen sind weiterhin verboten?
Tanzveranstaltungen bleiben verboten. Da bei privaten Veranstaltungen das Übertragungsrisiko höher ist, bleibt es im Innern bei maximal zehn Personen und draussen bei 15 Personen.

Grössere Gruppen und Fussballspiele in allen Ligen

Neu dürfen maximal 30 statt 15 Personen gemeinsam Sport treiben. Publikum ist zugelassen, auch an Wettkämpfen. Dabei gelten die Regeln für Publikumsanlässe mit 100 Personen drinnen und 300 Personen draussen. Damit auch im Amateurbereich wieder Fussballspiele stattfinden können, gilt für Mannschaftssportarten nationaler und regionaler Ligen eine Gruppengrösse von 50 statt 30 Personen.

Wo dürfen Wettkämpfe von Mannschaftssportarten stattfinden?
Diese sind nur draussen erlaubt.

Was ändert sich beim Sport in Innenräumen?
Für Sport in Innenräumen gilt weiterhin: wenn ohne Maske, dann höchstens 15 Personen im gleichen Raum. Kontaktsport wie Judo oder Schwingen ist in Innenräumen ohne Maske nur in beständigen Gruppen von vier Personen erlaubt. Die Flächenvorgabe für ruhige Sportarten in Innenräumen (z.B. Yoga) wird von 15 auf 10 Quadratmeter pro Person angepasst.

Wellnessanlage öffnen

Thermalbäder und Wellnesseinrichtungen dürfen neu öffnen. Es gelten 15 Quadratmeter pro Person.
Welche Massnahmen gelten?
Die Aktivitäten dürfen ohne Maske ausgeübt werden, aber mit Abstand.

Grössere Gruppen in Laienkultur

Analog zu den Regeln im Sport wird in der Kultur die maximale Gruppengrösse ebenfalls auf 30 Personen erhöht. Bei Auftritten und Proben, die für die Auftritte nötig sind, beträgt die Obergrenze der Gruppe 50 Personen – sowohl in Innenräumen als auch draussen. Die Flächenvorgabe für Blasmusiken wird von 25 auf zehn Quadratmeter pro Person angepasst. Im Freien sind Chorkonzerte wieder zugelassen, im Amateur- und Profibereich.

Keine Quarantäne für Geimpfte

Neben Genesenen sollen auch Geimpfte sowohl von der Kontaktquarantäne als auch von der Reisequarantäne ausgenommen werden. Es ist davon auszugehen, dass sie die Krankheit nicht weiter übertragen können. Geregelt wird, für welche Impfstoffe und für welche Dauer diese Ausnahmen gelten.

Wie sieht es mit Reisen aus?
Der Bundesrat passt im Hinblick auf die Sommerferien die Reisehinweise des Bundes an. Es wird darauf hingewiesen, dass in allen Regionen der Welt das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus besteht. Vor Auslandreisen sind die Informationen und Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) sowie insbesondere die aktuelle Liste der Staaten und Gebiete mit erhöhtem Ansteckungsrisiko zu beachten. Wer aus einem dieser Staaten oder Gebiete in die Schweiz einreist, muss in Quarantäne. Abgeraten wird
von Reisen in Staaten oder Gebiete mit neuartigen Virusmutationen. Diese Staaten und Gebiete werden auf einer Liste festgehalten.

Weitere geplante Öffnungen

Der Bundesrat sieht in der zweiten und dritten Phase weitere Öffnungsschritte vor. Am 26. Mai wird er definitive Entscheide zu den Grossveranstaltungen mit über 1'000 Personen fällen. Zu dieser Vorlage wird aktuell die Konsultation ausgewertet. Die Konsultation zum nächsten Öffnungsschritt will der Bundesrat voraussichtlich am 11. Juni starten und dann am 18. Juni darüber entscheiden. Für dieses Öffnungspaket vorgesehen sind weitere Erleichterungen unter anderem für Sport und Kultur sowie Veranstaltungen. Im Sommer wird der Bundesrat auch die mittelfristige Planung diskutieren und sich mit den nötigen Vorbereitungsarbeiten für den nächsten Winter befassen.

Entschädigung für Kurzarbeit verlängert

Die Höchstbezugsdauer für Kurzarbeitsentschädigung wird auf 24 Monate erhöht. Dies hat der Bundesrat am 12. Mai 2021 beschlossen. Zudem soll das summarische Abrechnungsverfahren bei der Abrechnung von Kurzarbeitsentschädigung erneut um drei Monate bis Ende September 2021 verlängert werden. Der Bundesrat erteilte dem Eidgenössischen Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) den Auftrag, ihm bis Ende Juni eine entsprechende Verordnungsanpassung zu unterbreiten.

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