Fünfter Öffnungsschritt - Diese Lockerungen hat der Bundesrat beschlossen
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Fünfter ÖffnungsschrittDiese Lockerungen hat der Bundesrat beschlossen

Nun ist es definitiv: Ende Juni erwarten uns eine gelockerte Maskenpflicht, offene Clubs ohne Personenobergrenze und eine erleichterte Einreise in die Schweiz .

von
Leo Hurni
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Aufgrund der guten epidemiologischen Lage gibt es weitere Öffnungen. Der Bundesrat hat diese am Mittwoch vorgestellt. 

Aufgrund der guten epidemiologischen Lage gibt es weitere Öffnungen. Der Bundesrat hat diese am Mittwoch vorgestellt.

20min/Simon Glauser
Diese sind grösser ausgefallen, als vom Bundesrat eigentlich geplant. 

Diese sind grösser ausgefallen, als vom Bundesrat eigentlich geplant.

20min/Simon Glauser
So wird die Maskenpflicht in Aussenbereichen von öffentlich zugänglichen Einrichtungen, Freizeitbetrieben und Restaurantterrassen aufgehoben.

So wird die Maskenpflicht in Aussenbereichen von öffentlich zugänglichen Einrichtungen, Freizeitbetrieben und Restaurantterrassen aufgehoben.

20min/Michael Scherrer

Darum gehts

  • Der Bundesrat hat am Mittwoch die nächsten Lockerungen vorgestellt.

  • So fällt etwa die Maskenpflicht im Freien und am Arbeitsplatz und die Clubs dürfen wieder öffnen.

  • Die Lockerungen treten bereits ab Samstag, dem 26. Juni, in Kraft.

Die Schweiz steht vor einem weiteren Lockerungsschritt. Nach den letzten Öffnungen vom 31. Mai hat der Bundesrat am Mittwoch nach der Vernehmlassung die nächsten Lockerungen präsentiert. Diese sind grösser ausgefallen, als vom Bundesrat eigentlich geplant. Grund für die grossen Öffnungen sei die gute epidemiologische Lage. Die Fallzahlen und die Hospitalisierungen nehmen weiterhin deutlich ab. Bis Ende Juni werde rund die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung vollständig geimpft sein, so das Bundesamt für Gesundheit (BAG). Aufgrund dieser positiven Entwicklung und des Fortschritts bei der Impfung hat der Bundesrat einen weiteren grösseren Öffnungsschritt vor den Sommerferien beschlossen. Diese Lockerungen treten ab dem 26. Juni in Kraft:

Maskenpflicht im Freien wird aufgehoben

Die Maskenpflicht in Aussenbereichen von öffentlich zugänglichen Einrichtungen, Freizeitbetrieben und Restaurantterrassen wird aufgehoben. Im öffentlichen Verkehr gelten als Aussenräume sämtliche Orte, die mindestens zweiseitig grossflächige Öffnungen aufweisen, wie Perronanlagen (auch unterirdisch), Haltestellen, Unter- und Überführungen oder Hallen und Ladenpassagen. Als Innenräume gelten geschlossene unterirdische Bahnhofsanlagen (zum Beispiel der Tiefbahnhof Zürich) einschliesslich der Zugangsbereiche sowie Shoppingbereiche in Untergeschossen und geschlossene Wartesäle.

Maskenpflicht an der Arbeit und in der Sekundarschule II wird aufgehoben

Keine Maske mehr am Bürotisch: An der Arbeit wird die generelle Maskenpflicht ebenfalls aufgehoben, so das BAG. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber entscheiden, wo und wann das Tragen einer Maske am Arbeitsplatz nötig ist. Auch in der Sekundarstufe II hebt der Bund die Maskenpflicht auf. Für Massnahmen an den Gymnasien, Fachmittelschulen und Berufsschulen sind wieder die Kantone zuständig.

Homeoffice-Pflicht wird durch Empfehlung ersetzt

Auch die Homeoffice-Pflicht fällt. Sie wird durch eine Homeoffice-Empfehlung ersetzt. Bisher war die Arbeit vor Ort mit der Pflicht zum repetitiven Testen verbunden. Auch das ist jetzt nicht mehr nötig.

Präsenzunterricht ohne Beschränkungen

Studentinnen und Studenten dürften sich freuen. Die Personenbeschränkung für Präsenzveranstaltungen in der höheren Berufsbildung und in der Weiterbildung sowie an Fachhochschulen und Unis wird aufgehoben, ebenfalls ohne Pflicht zum repetitiven Testen.

Kapazitäten können voll genutzt werden

Läden, Freizeitbetriebe oder Sporteinrichtungen können ihre Kapazität voll ausnutzen. Aquaparks können wieder öffnen. An Veranstaltungen ohne vorausgesetztes Covid-Zertifikat gilt aber eine Beschränkung auf zwei Drittel der Kapazität.

Restaurants: Gruppengrösse pro Tisch unbeschränkt

In Restaurants wird die Beschränkung der Anzahl der Personen pro Tisch aufgehoben. Es gilt aber Sitzpflicht während der Konsumation, Abstand zwischen den Gruppen, Kontaktdaten müssen angegeben werden und Maske muss getragen werden, wenn man nicht am Tisch ist. In Aussenbereichen wird die Beschränkung der Grösse der Gästegruppen und die Sitzpflicht bei Konsumation aufgehoben. Der Abstand zwischen den Gästegruppen ist auch hier einzuhalten, es müssen aber keine Kontaktdaten angegeben werden.

Clubs und Tanzlokale können wieder öffnen

Clubs und Tanzlokale dürfen wieder öffnen, wenn der Zugang auf Personen mit Covid-Zertifikat beschränkt wird. Es gibt keine Obergrenze der zugelassenen Personen und keine Maskenpflicht. Das gilt auch für Grossveranstaltungen. Es können also bereits ab dem 26. Juni wieder Veranstaltungen mit mehr als 10'000 Personen stattfinden und die Kapazität kann voll genutzt werden. In einem Schutzkonzept muss unter anderem festgelegt werden, wie der Zutritt auf Personen mit Zertifikat beschränkt wird. Veranstaltungen ab 1000 Personen benötigen eine kantonale Bewilligung.

Veranstaltungen ohne Zertifikat

Mehr Auflagen gibt es für Veranstaltungen, bei denen kein Covid-Zertifikat notwendig ist. Wenn das Publikum sitzt, können maximal 1000 Besucherinnen und Besucher teilnehmen. Wenn die Besucherinnen und Besucher stehen oder sich bewegen, dann können drinnen maximal 250 und draussen maximal 500 Menschen eingelassen werden. Für Events drinnen gilt eine Maskenpflicht und Konsumation nur in Restaurantbereichen oder am Sitzplatz, falls die Kontaktdaten erhoben werden. Draussen gibt es keine Maskenpflicht. Veranstaltungen und Konzerte, an denen die Besucherinnen und Besucher tanzen, sind verboten.

Private Veranstaltungen: innen 30, aussen 50

Keine Lockerungen gibt es für private Veranstaltungen. Hier können sich weiterhin höchstens 30 Personen in privaten Innenräumen und höchstens 50 Personen in Aussenbereichen treffen.

Messen: Keine Kapazitätsbeschränkung

Das Verbot für Messen mit weniger als 1000 Personen in Innenräumen wird aufgehoben. Zudem wird auch bei Messen auf Kapazitätsvorgaben verzichtet, unabhängig von der Besucherzahl oder von der Beschränkung auf Personen mit Covid-Zertifikat. Für Messen ohne Zertifikat gilt Maskenpflicht in Innenräumen und Konsumation nur im Restaurantbereich.

Sport und Kultur: ohne Maske

Für Personen, die sportliche oder kulturelle Aktivitäten ausüben, gibt es in Aussenbereichen neu keine Einschränkungen mehr. Bei Aktivitäten in Innenräumen müssen die Kontaktdaten erhoben werden. Die Maskenpflicht, die Pflicht zur Einhaltung des Abstands sowie die Kapazitätsbeschränkungen werden aufgehoben.

Verlängerung der Schutzdauer der Impfung auf 12 Monate

Der Bundesrat erstreckt die Schutzdauer von in der Schweiz zugelassenen mRNA- Impfstoffen für vollständig geimpfte Personen auf zwölf Monate. Dabei stützt er sich auf die Empfehlung der Eidgenössischen Kommission für Impffragen (EKIF). Geimpfte Personen sind daher neu während zwölf Monaten von der Kontakt- und Reisequarantäne befreit. In Übereinstimmung mit den Vorgaben der EU für das Covid-Zertifikat sind genesene Personen weiterhin während sechs Monaten von der Quarantänepflicht befreit. Die Gültigkeit von Antigen-Schnelltests wird zudem von 24 auf 48 Stunden verlängert.

Selbsttests auch in Drogerien und im Detailhandel

Neu können validierte Selbsttests auch in Drogerien und im Detailhandel gekauft werden. Die vom Bund finanzierte Abgabe von fünf Selbsttests pro Person pro Monat erfolgt aber weiterhin nur in Apotheken. Sie wird auf Personen beschränkt, die nicht geimpft oder genesen sind. Neu in die Covid-19-Verordnung 3 aufgenommen wird auch die Vergütung von Tests vor Lagern und beim Zutritt zu Veranstaltungen.

Einreise in die Schweiz wird erleichtert

Für Einreisen aus dem Schengen-Raum wird grundsätzlich die Quarantänepflicht aufgehoben. Eine Testpflicht besteht nur noch für mit dem Flugzeug einreisende Personen, die nicht geimpft und nicht genesen sind. Bisher war für die Einreise in die Schweiz mit dem Flugzeug ein PCR-Test notwendig, neu reicht aber auch ein Antigen-Schnelltest. Die Kontaktdaten werden künftig nur noch bei der Einreise mit dem Flugzeug verlangt. Zudem lockert die Schweiz die noch bestehenden Einreisebeschränkungen für nachweislich geimpfte Drittstaatsangehörige. Die entsprechende Länderliste wurde angepasst. Die Einreise von Drittstaatsangehörigen aus Ländern wie der USA, Albanien oder Serbien ist wieder möglich.

Einreise aus einem Land mit einer besorgniserregenden Virusvariante

Die bisherige Risikoliste des Bundesamtes für Gesundheit wird reduziert und enthält nur noch Staaten oder Gebiete, in denen für die Schweiz besorgniserregende Virusvarianten zirkulieren. Geimpfte und genesene Personen aus einem solchen Staat oder Gebiet können ohne Test- und Quarantänepflicht einreisen, solange sicher ist, dass die Impfung einen guten Schutz bietet. Wer weder geimpft noch genesen ist, muss einen negativen PCR-Test oder Antigenschnelltest vorweisen und sich nach der Einreise in Quarantäne begeben. Konkret bedeutet dies, dass geimpfte und genesene Personen auch bei Reisen aus Staaten, in denen die Delta-Variante dominiert (etwa Indien oder Grossbritannien), keinen negativen Test vorweisen müssen und auch nach der Einreise keiner Quarantänepflicht unterliegen. Die in der Schweiz eingesetzten Impfungen bieten einen nur leicht reduzierten und damit weiterhin sehr hohen Schutz gegen die Delta-Variante.

Internationale Kompatibilität des Covid-Zertifikats

Der Anerkennungsprozess des Schweizer Zertifikats durch die EU ist lanciert. Während einer sechswöchigen Übergangsphase ab 1. Juli ist davon auszugehen, dass im EU-/EFTA-Raum auch andere Nachweise akzeptiert werden. Es ist deshalb wichtig, sich vor einer Reise über die genauen Einreisebestimmungen zu informieren.

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