Jackpot: Diese Lotto-Millionäre haben alles verspielt
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JackpotDiese Lotto-Millionäre haben alles verspielt

Ein Zürcher Lotto-Spieler hat bei Euromillions 157,1 Millionen Franken abgeräumt. Von diesen Geschichten gescheiterter Lottomillionäre kann er lernen.

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Jack Whittaker verlor Freunde, Familie – und das meiste Geld.

Jack Whittaker verlor Freunde, Familie – und das meiste Geld.

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Der erste Schweizer Lottomillionär: Werner Bruni verlor nach sieben Jahren sein Vermögen und hatte Schulden.

Der erste Schweizer Lottomillionär: Werner Bruni verlor nach sieben Jahren sein Vermögen und hatte Schulden.

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Michael Carroll feierte Sexpartys und konsumierte Drogen für 2000 Pfund pro Tag. Nach acht Jahren war sein Geld weg.

Michael Carroll feierte Sexpartys und konsumierte Drogen für 2000 Pfund pro Tag. Nach acht Jahren war sein Geld weg.

Keystone/ho

Ein Spielschein aus dem Kanton Zürich hat bei der Euromillions-Ziehung vom Dienstag den Jackpot geknackt und die Rekordsumme von 157,1 Millionen Franken gewonnen. Der Gewinn gelang in letzter Sekunde: Erst kurz nach 11.30 Uhr am selben Tag wurde der Schein für 24.50 Franken gespielt.

Doch bringt der Millionen-Gewinn auch wirklich Glück mit sich? In der Schweiz verhalten sich die Lotto-Gewinner auffallend unauffällig und bleiben meist anonym. Die Schweizer Lottogesellschaft Swisslos zerrt die Gewinner nicht – wie im angelsächsischen Raum üblich – vor die Kameras. Kein Foto mit riesigem Check und obligater Champagner-Dusche erscheint in den Zeitungen.

Geschichten über zerstörte Existenzen gibt es aus der ganzen Welt. Einer sticht dabei hervor: Jack Whittaker, heute ein gramerfüllter 67-Jähriger, gewann vor zwölf Jahren 315 Millionen Dollar – und musste danach mitansehen, wie Gier, Drogen und seine Familie sein Leben zerstörten.

«Ich wünschte, ich hätte das Los zerrissen»

Er wurde mehrfach verhaftet – wegen Trunkenheit am Steuer oder Drohungen –, verklagt, bestohlen, betrogen und fünf Jahre nach dem Gewinn von seiner Frau verlassen. Der Freund seiner 17-jährigen Enkelin starb an einer Drogenüberdosis, sie selbst fiel wenige Monate später ebenfalls den Drogen zum Opfer. Der dritte Todesfall betraf schliesslich die Mutter seiner Enkelin, Whittakers Tochter, die aus bislang ungeklärten Gründen starb.

Whittaker sagt heute zu seinem Lottogewinn: «Ich wünschte, ich hätte das Los damals zerrissen.» Er habe keine Freunde mehr und sei kaltherzig geworden. Manchmal trifft das vermeintliche Glück auch Teenager: Die 16-jährige Callie Rogers gewann umgerechnet rund 2,8 Millionen Franken in England. Sie verjubelte es für Ferien und Häuser, ging auf exzessive Shopping-Tour, verschenkte es Freunden – und liess sich ihre Brüste vergrössern. Sechs Jahre später war sie pleite, zweifache Mutter und musste Schulden abbezahlen. Sie sagt: «Mein Leben ist ein Chaos – und da jetzt alles weg ist, kann ich hoffentlich glücklich werden. Das Geld hat mein Leben ruiniert.»

Schweizer Gewinner spielt immer noch

Das wohl bekannteste Beispiel aus Deutschland ist «Lotto-Lothar», ein Arbeitsloser, der sich nach seinem Gewinn 1994 der Masslosigkeit nicht erwehren konnte: Orgien auf Mallorca, teure Autos, Casino-Besuche – schliesslich der Tod durch Leberzirrhose.

Und in der Schweiz? Hier ist vor allem Werner Bruni bekannt, der erste Schweizer Lottomillionär, der 1979 1,7 Millionen gewann. Nach sieben Jahren war er pleite. Ein anderer Schweizer Lotto-Millionär, der heute nicht mehr öffentlich sprechen will, kaufte sich von seinem Gewinn als erste Investition ein Toupet.

Doch dann wäre noch Luke Pittard zu erwähnen, ein Angestellter von McDonald's. Er gewann umgerechnet rund 1,7 Millionen Franken. Er machte eine Reise, heiratete, kaufte sich ein Haus und lebte von den Zinsen. Schliesslich heuerte er wieder bei McDonald's an – das Leben als Millionär war ihm zu langweilig geworden.

* Dieser Artikel erschien in einer leicht abgeänderten Version erstmals am 13. August 2014.

Kinder nicht immer informiert

Eine Mitarbeiterin der Loterie Romandie sagt: «Wir garantieren den Gewinnern Anonymität und raten ihnen zur Diskretion.» Während Ehepartner sich über den unverhofften Geldsegen gegenseitig informierten, würden Kinder nicht immer über den Millionengewinn informiert. «Jugendliche, die noch nie gearbeitet haben, könnten versucht sein, ihre Schule abzubrechen», erklärt sie die Zurückhaltung. «Wir raten ihnen dazu, sich Zeit zu lassen, Distanz zu gewinnen, gut zu überlegen und dann Prioritäten zu setzen», sagt die Mitarbeiterin weiter. Die meisten Schweizer Gewinner investierten ins Wohnen. Oder sie verbesserten ihren Lebensstil, allerdings ohne allzu drastische Änderungen. Oft würden Lottogewinner das Geld auch für vermehrtes Reisen verwenden oder ihre Familien beschenken.

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