Aktualisiert 04.03.2019 10:08

Luzerner FasnachtDiese Maske ist der Polizei zu gefährlich

Eine Gruppe Fasnächtler mit weissen Masken hatte in Luzern Probleme mit der Polizei: Sie mussten ihre Masken abgeben. Die Polizei tut dies zur «Gefahrenabwehr».

von
mme
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Eine solche weisse Maske habe die Polizei an der Fasnacht in Luzern am Samstag beschlagnahmt, berichtete ein Leser-Reporter. «Die Polizisten sagten uns, dass mit solchen Masken immer wieder Überfälle passieren würden und wir diese deshalb abziehen müssten. Man beschied uns, wir könnten die Masken nach der Fasnacht wieder bei der Polizei abholen.»

Eine solche weisse Maske habe die Polizei an der Fasnacht in Luzern am Samstag beschlagnahmt, berichtete ein Leser-Reporter. «Die Polizisten sagten uns, dass mit solchen Masken immer wieder Überfälle passieren würden und wir diese deshalb abziehen müssten. Man beschied uns, wir könnten die Masken nach der Fasnacht wieder bei der Polizei abholen.»

Tatsächlich fand schon einmal ein Banküberfall eines Mannes statt, der sein Gesicht hinter einer Fasnachtsmaske versteckte, so wie hier im Februar 2015 in Rothenburg LU.

Tatsächlich fand schon einmal ein Banküberfall eines Mannes statt, der sein Gesicht hinter einer Fasnachtsmaske versteckte, so wie hier im Februar 2015 in Rothenburg LU.

Laut der Luzerner Polizei werden solche weissen Masken oder auch Anonymous-Masken beschlagnahmt bei Personen, die ausschliesslich mit diesem Utensil an der Fasnacht ihr Gesicht bedecken, ansonsten aber keine erkennbare fasnächtliche Verkleidung aufweisen.

Laut der Luzerner Polizei werden solche weissen Masken oder auch Anonymous-Masken beschlagnahmt bei Personen, die ausschliesslich mit diesem Utensil an der Fasnacht ihr Gesicht bedecken, ansonsten aber keine erkennbare fasnächtliche Verkleidung aufweisen.

Es sollte ein lustiger Abend werden am rüüdigen Samstag in der Stadt Luzern. Einige Freunde waren extra aus dem Aargau angereist, um Fasnacht zu feiern. Doch der Abend verlief nicht wie geplant, wie ein Leser-Reporter berichtet.

«Ich habe extra für mich und meine Kollegen im Manor weisse Masken gekauft. Eine kostete rund neun Franken. Damit gingen wir am Samstag an die Fasnacht, es hatte auch viele andere verkleidete Fasnächtler. Wir haben zusammen etwas getrunken», sagt der 23-jährige Leser-Reporter. Er habe neben der weissen Maske auf dem Gesicht zusätzlich zwei solche Masken um die Schultern getragen, dazu extra auch noch weisse Schuhe sowie einen schwarzen Hut, so der Fasnächtler.

Plötzlich seien etwa um 21 Uhr Polizisten auf die Gruppe zugekommen. «Sie baten uns, unsere Masken abzugeben.» Er habe zunächst gesagt, dies mache er nicht, denn er habe die Masken bezahlt. «Die Polizisten sagten uns aber, dass mit solchen Masken immer wieder Überfälle passieren würden und wir diese deshalb abgeben müssten. Man beschied uns, wir könnten die Masken nach der Fasnacht wieder bei der Polizei abholen.»

«Das ist ein völliger Witz»

Nun staunt der demaskierte Fasnächtler: «Das ist peinlich und ein völliger Witz. Ich habe der Polizei gesagt, dass ein Überfall doch mit jeder beliebigen Maske stattfinden könnte», so sein Fazit.

Die Luzerner Polizei bestätigte den Fall auf Anfrage: «Es wurden schon mehrere solcher Masken beschlagnahmt», sagt dessen Kommunikations-Chef Christian Bertschi. Es handle sich bei dieser Massnahme um eine «Gefahrenabwehr», die bei Personen zur Anwendung komme, «die nicht fasnächtlich, sondern zivil gekleidet sind und nur diese weissen Masken tragen».

«Personen mit Anonymous-Masken machten schon Probleme»

In der Vergangenheit hätten Personen, die eben nur solche Masken und sonst keine Verkleidung getragen hätten, schon Probleme gemacht, einige dieser kontrollierten Personen seien zudem polizeibekannt. «Für Leute, die zum Beispiel einen Diebstahl begehen wollen, ist das natürlich einfacher, wenn sie ihr Gesicht hinter einer Maske verstecken können», begründet Bertschi weiter.

Nichts zu befürchten hätten Fasnächtler, die zum Beispiel nur eine Perücke, Hut und Sonnenbrille, sonst aber ebenfalls zivile Kleidung trügen. Auffällig seien solche, die ausschliesslich eine Anonymous-Maske trügen und sonst normal aussehen würden. «Das hat aus Polizeisicht auch wenig mit Fasnacht zu tun», sagt Bertschi.

Auch illegale Spielzeug-Waffen werden beschlagnahmt

Neben weissen Masken hat die Luzerner Polizei an der Fasnacht auch ein Auge auf illegale Waffen. Mit einer Waffe an die Fasnacht zu gehen, kann böse Folgen haben, wie die Luzerner Polizei warnte: «Immer wieder wird festgestellt, dass an Fasnachtsanlässen Waffen wie Softair-, Schreckschuss- und Imitationswaffen getragen werden. Es ist gemäss Waffengesetz verboten, solche Waffen zu tragen und kann zu einer Anzeige bei der Staatsanwaltschaft führen.»

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