Aus der Steinzeit: Diese Masken machen heute noch Angst
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Aus der SteinzeitDiese Masken machen heute noch Angst

9000 Jahre alt sind die steinernen Masken aus der judäischen Wüste. Trotzdem würden sie wohl selbst Hannibal Lecter noch einen Schrecken einjagen.

von
jcg

Manch einem Betrachter der steinzeitlichen Masken, die zurzeit im Israel Museum in Jerusalem ausgestellt sind, mögen spontan Horrorklassiker wie «Halloween», «Freitag der 13.» oder «Das Schweigen der Lämmer» in den Sinn kommen. Doch während in diesen Filmen die Masken für diverse Missetaten übergezogen wurden, dürften die vorgeschichtlichen Masken wohl der Erinnerung an Verstorbene gedient haben.

Sie sehen wie Schädel aus: Einige haben runde Löcher für die Augen, andere entblössen mit einem Grinsen kleine Zähne. Sie gelten als die ältesten Masken der Welt und stammen aus der Jungsteinzeit. Es wird angenommen, dass die Masken im Heiligen Land geschaffen wurden. Sie wurden in der judäischen Wüste nahe Jerusalem entdeckt und sollen einen der seltenen Blicke in die ersten gemeinschaftlichen Rituale der Zivilisation geben.

Masken wurden tatsächlich getragen

Der Direktor des Israel-Museums, James Snyder, weist darauf hin, dass die Objekte älter seien als das Judentum, das Christentum und der Islam. Es sei sehr aufregend zu spüren, dass es eine Art Verbindung gebe, dass dies alles Teil einer Fortsetzungsgeschichte sei.

In den vergangenen Wochen hatten Forscher mitgeteilt, sie hätten eines der Geheimnisse der Masken gelöst. Computersimulationen an der Hebräischen Universität von Jerusalem hätten gezeigt, dass viele der Masken von Menschen aufgesetzt worden seien. Sie seien also nicht, wie zuvor angenommen, an Bauten bei Kultstätten angebracht worden. Die Forscher gehen davon aus, dass die Masken die Geister toter Vorfahren repräsentierten. Sie dürften zu steinzeitlichen Zeremonien und Ritualen getragen worden sein.

In der Ausstellung im Israel-Museum sind die Masken in schmalen Glaskästen auf Augenhöhe angebracht, so dass die Besucher hindurchstarren können, als ob sie sie tragen würden. Das Museum ermuntert die Besucher, sogar einen Selfie-Schnappschuss mit den Masken zu machen. (jcg/sda)

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