Kampf gegen zweite Welle: Diese Massnahmen könnte der Bundesrat heute beschliessen
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Kampf gegen zweite WelleDiese Massnahmen könnte der Bundesrat heute beschliessen

Die Schweiz ist zum Corona-Hotspot geworden, am Mittwoch verschärft der Bundesrat landesweit die Massnahmen zur Bekämpfung der Pandemie. Mit diesen Beschlüssen ist zu rechnen.

von
Daniel Graf
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Eine Sperrstunde für die Gastronomie ist eine denkbare Massnahme. In Berlin ist diese bereits Tatsache, Polizisten kontrollieren am 24. Oktober die Einhaltung der Sperrstunde. (Keystone/DPA / Paul Zinken)

Eine Sperrstunde für die Gastronomie ist eine denkbare Massnahme. In Berlin ist diese bereits Tatsache, Polizisten kontrollieren am 24. Oktober die Einhaltung der Sperrstunde. (Keystone/DPA / Paul Zinken)

Keystone
Auch eine Maskenpflicht bei der Arbeit, etwa im Büro, könnte eingeführt werden. Derzeit empfiehlt das BAG wo immer möglich Homeoffice.

Auch eine Maskenpflicht bei der Arbeit, etwa im Büro, könnte eingeführt werden. Derzeit empfiehlt das BAG wo immer möglich Homeoffice.

Urs Jaudas
Die Anzahl an Sozialkontakten könnte wieder eingeschränkt werden.

Die Anzahl an Sozialkontakten könnte wieder eingeschränkt werden.

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Darum gehts

  • Viele kantonale Regelungen gehen derzeit über die schweizweit geltenden Massnahmen im Kampf gegen das Coronavirus hinaus.

  • Am Mittwoch verkündet der Bundesrat neue Regeln für das ganze Land.

  • Diese Massnahmen kommen mit grosser Wahrscheinlichkeit auf uns zu.

Die Zahl der Neuansteckungen mit dem Coronavirus bleibt in der Schweiz hoch. Verschiedene Kantone haben in den vergangenen Tagen deshalb Regeln erlassen, die weiter gehen als die vom Bundesrat derzeit beschlossenen und für die ganze Schweiz gültigen Massnahmen. Nun zieht der Bundesrat nach: Am Mittwoch wird er verschiedene Regelverschärfungen für die ganze Schweiz verkünden. Folgende Massnahmen schlägt Gesundheitsminister Alain Berset seinen Kollegen vor:

Ausgeweitete Maskenpflicht

Der Bundesrat hat bereits eine dringende Empfehlung für die Maskenpflicht in Büros ausgesprochen. Diese könnte am Mittwoch zur Pflicht werden. In verschiedenen Kantonen gilt derzeit eine Maskenpflicht für Lehrpersonen. Auch hier könnte der Bundesrat mit einer schweizweiten Pflicht für einheitliche Regeln sorgen. Umstritten ist hingegen eine Maskenpflicht im Freien, wie sie Bundesrat Berset in einem Entwurf den Kantonen vorgeschlagen hat. Denkbar ist, dass nur dort eine Maske getragen werden muss, wo sich viele Personen befinden und der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Diese Regelung gilt derzeit etwa im Tessin.

Einschränkung der Sozialkontakte

Derzeit sind spontane Versammlungen im öffentlichen Raum mit mehr als 15 Personen verboten, bei privaten Veranstaltungen mit 15 bis 100 Teilnehmern gilt eine Maskenpflicht, die Kontaktdaten müssen erhoben werden, und es darf nur im Sitzen konsumiert werden. Hier ist eine Verschärfung denkbar. So sollen auch an privaten Veranstaltungen nur noch 15 Personen teilnehmen dürfen.

Sperrstunde

Auch eine Sperrstunde, etwa ab 23 Uhr, ist denkbar. Im Nachbarland Italien gilt diese bereits ab 18 Uhr, dann müssen alle Bars, Restaurants und Eisdielen schliessen. In der Schweiz wird die Sperrstunde wohl für die ganze Gastronomie sowie für Clubs gelten. Sogenannte Tanzlokale und Diskotheken müssen wohl ganz dichtmachen.

Verbot von Trainings und Amateur-Spielen von Kontaktsportarten

Ob Ringen, Fussball oder Unihockey: Ein Verbot von Trainings sowie der Betrieb der Amateurligen von Kontaktsportarten steht zur Debatte. Ausnahmen wird es voraussichtlich für die Profiligen von Fussball und Eishockey geben. Dort soll der Betrieb aufrechterhalten werden.

Beschränkung der Teilnehmerzahl bei öffentlichen Anlässen

Bern hat als erster Kanton die Teilnehmerzahl bei Grossveranstaltungen erst wieder auf 1000 Personen beschränkt und sie danach ganz verboten. Fussball- und Hockeyspiele in den zwei höchsten Ligen bilden die Ausnahme, sie müssen aber vor leeren Rängen stattfinden. Eine Begrenzung der Teilnehmerzahl bei Grossanlässen ist zu erwarten. Unklar ist, wo der Bundesrat die Limite ansetzt.

Fernunterricht an Unis

Universitäten und Hochschulen müssen ab Mittwoch möglicherweise wieder auf E-Learning umstellen, wie sie es bereits während der ersten Corona-Welle im Frühling gemacht haben. Denkbar ist auch, dass lediglich die grossen Hörsäle geschlossen werden und die Vorlesungen im Fernunterricht stattfinden, kleinere Veranstaltungen und Seminare aber noch erlaubt bleiben.

Der Bundesrat berät die Massnahmen am Morgen. Die anschliessende Medienkonferenz verfolgen Sie heute Nachmittag auf 20min.ch.

Corona-Infos

• Wie entwickeln sich die Corona-Fälle in der Schweiz und in Europa? Wie siehts in meinem Kanton aus? Den Überblick über die wichtigsten Zahlen gibts hier.

• Welche Corona-Massnahmen gelten schweizweit, welche in den Kantonen?

• Für Rückkehrer aus welchen Staaten und Gebieten gilt eine Quarantänepflicht in der Schweiz? Die aktuelle Quarantäneliste gibts hier.

• Die Schweiz steht auf der deutschen Risikoliste. Die wichtigsten Fragen und Antworten für Personen, die nach Deutschland reisen wollen.

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