22.07.2020 06:07

Auto putzen oder Hasen hüten

Diese Maturanden riskieren Pleite für eine neue Job-Plattform

Drei Kanti-Schüler aus Zürich haben die Jobplattform für Schüler und Studenten lanciert. Dafür haben sie ihr ganzes Erspartes investiert. Bereits nutzen 600 Personen das Angebot.

von
Barbara Scherer
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Noah Faoro, Lars Hulsbergen und Daniel Lagnaux (v. l.) haben die Jobplattform Kork gegründet.

Noah Faoro, Lars Hulsbergen und Daniel Lagnaux (v. l.) haben die Jobplattform Kork gegründet.

Kork
Dort können jegliche Hausarbeiten an Schüler und Studenten abgegeben werden.

Dort können jegliche Hausarbeiten an Schüler und Studenten abgegeben werden.

Kork
Dabei dürfen die Studenten und Schüler selber bestimmen, wie hoch ihr Stundenlohn ist.

Dabei dürfen die Studenten und Schüler selber bestimmen, wie hoch ihr Stundenlohn ist.

KEYSTONE

Darum gehts

  • Drei Maturanden haben die Jobplattform Kork aufgezogen.
  • Dafür haben sie ihr ganzes Erspartes aufgebraucht.
  • Auf der Plattform können jegliche Hausarbeiten an Schüler oder Studenten abgegeben werden.
  • Diese bestimmen ihren Stundenlohn aber selber.

Den Keller ausmisten oder mit dem Hund spazieren gehen: Auf der Jobplattform Kork können Hausarbeiten an Schüler und Studenten abgegeben werden. Gegründet wurde das Start-up von den drei Zürcher Maturanden Daniel Lagnaux (18), Lars Hulsbergen (19) und Noah Faoro (19).

Der Traum vom eigenen Unternehmen ist die drei teuer zu stehen gekommen: «Wir haben alles aus der eigenen Tasche finanziert und haben dafür unsere Ersparnisse aufgebraucht», sagt Lars Hulsbergen zu 20 Minuten. Er hat sogar sein Auto für die Jobplattform verkauft. Gelohnt hat es sich: Innerhalb von zwei Monaten haben sich bereits 600 Personen bei Kork angemeldet.

Studenten bestimmen den Lohn

Das Besondere an der neuen Plattform: Es können alle möglichen Jobs angeboten werden. «Wir hatten schon sehr kreative Inserate wie Kinotickets abholen oder einen Hasen hüten», sagt Daniel Lagnaux. Schüler und Studenten sollen Geld verdienen können, indem sie anderen Menschen helfen.

Kunden und Studenten müssen sich bei der Plattform anmelden und eine Kopie ihrer ID einsenden. Danach können die Aufträge hochgeladen werden. «Innerhalb von fünf Minuten melden sich dann mehrere Studenten beim Auftraggeber und machen ihm eine Offerte.» Denn auf Kork bestimmen Schüler und Studenten ihren Stundenlohn selber. Einzige Bedingung: Sie müssen zwischen 16 und 35 Jahre alt sein.

Geld fliesst zurück ins Start-up

Bei jedem Auftrag zieht Kork 15 Prozent Kommission ab. Reich wollen die drei Gründer damit aber nicht werden: «Wir investieren jeden Rappen wieder in unser Start-up», sagt Noah Faoro. Ihr Ziel sei es, die Jobplattform in der Schweiz und eines Tages in ganz Europa zu etablieren.

Dafür legen die Maturanden nun sogar ein Zwischenjahr ein. Statt zu studieren, entwickeln sie die Jobplattform weiter. «Zurzeit suchen wir noch Investoren, um Wachstum und Produktentwicklung zu beschleunigen», so Faoro.

Eine App ist in Planung

Auf die Idee für Kork sind die drei während ihrer Schulzeit gekommen: «Wir wollten Geld verdienen und hatten keine Zeit für einen Vollzeitjob. Darum haben wir Freunden und Bekannten angeboten, dass wir Hausarbeiten für sie übernehmen», erklärt Daniel Lagnaux.

Schon bald wurden die drei Schüler mit Anfragen überhäuft. Sie holten weitere Helfer an Bord und das Projekt begann zu wachsen. Schliesslich entschlossen sie sich, ihr eigenes Start-up zu gründen. Bislang wurden alle Aufträge via Website vermittelt. In etwa sieben Wochen soll dann die App bereitstehen.

So dürfen Schüler jobben

Jobben dürfen Jugendliche ab 13 Jahren. Allerdings dürfen sie keine schweren, gesundheitsgefährdenden Arbeiten ausführen. Zudem können Minderjährige ohne das Einverständnis ihrer Eltern keine Verträge abschliessen. Dabei dürfen Jugendliche, die ihre obligatorische Schulzeit noch nicht beendet haben, nur während der Hälfte der Schulferien arbeiten – maximal acht Stunden pro Tag zwischen 6 und 18 Uhr und 40 Stunden pro Woche.

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45 Kommentare
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Swissgirl

23.07.2020, 05:07

Hey das ist eine tolle Sache. Macht weiter so 🍀👍🏾

Schüler 21 ZH

23.07.2020, 04:12

Super Sache! Muss man dort auch arbeiten?

Nachdenker

22.07.2020, 09:55

mit Investoren könnte es schwierig werden. Wo ist die Innovation? Gibt genügend andere Anbieter dafür.