Busenprügel: «Diese Methode könnte Krebszellen stimulieren»
Aktualisiert

Busenprügel«Diese Methode könnte Krebszellen stimulieren»

Es ist brutal. Es ist schmerzhaft. Und es ist auch nicht von Dauer. Mediziner raten vom thailändischen Busenprügeln ab.

von
Katinka Templeton

Kneten, schlagen, massieren - was die arme Vanny in Bangkok über sich ergehen lassen musste, grenzt schon fast an Körperverletzung. Doch das eigenwillige Busen-Treatment dient nur einem Zweck: schön sein für Bachelor Vujo Gavric. Denn was die Zuschauer in der neusten Folge von «Der Bachelor» zu sehen bekommen, ist ein ganz normaler Schönheitstrend in Thailand.

Dr. med. Angelo Biraima vom Brust-Zentrum Zürich sieht diese brutale Behandlung eher skeptisch: «Ich kann mir vorstellen, dass es durch kleine Blutergüsse zu Verkalkungen im Gewebe kommen kann. Bei einer Mammografie könnten dann diese Verkalkungen zu Schwierigkeiten bei der Interpretation führen. Auch wenn jemand eine starke Neigung zu Krebs hat und genetisch vorbelastet ist, kann man nicht ausschliessen, ob das Schlagen der Brust das Brustdrüsengewebe und somit auch das Wachstum von Tumorzellen stimuliert.»

Effekt ist nicht von langer Dauer

Grösser werden die Brüste zwar schon durch das Prügeln - allerdings nur temporär. Dr. Mark A. Wolter, Facharzt für Chirurgie und ästhetische Operationen sagt dazu: «Kurzfristig kann es zu einer Schwellung kommen, entweder durch Hämatome oder vermehrte Gewebsflüssigkeit nach dem Trauma. Fettgewebe kann man durch dauernden Druck zwar reduzieren, aber nicht umverteilen oder gar vermehren. Insofern ist von dieser Technik keine langfristige Brustvergrösserung zu erwarten.»

Für Zahnmedizin-Studentin Vanny ging aber zum Glück alles gut aus - immerhin liess sie sich nur einmal vermöbeln. «Ich hatte am nächsten Tag zwar keine blauen Flecken, dafür aber Muskelkater. Während der Behandlung tat es aber höllisch weh», gesteht Vanny im Gespräch mit 20 Minuten. Sie ist aber von einer dauerhaften Wirkung überzeugt: «Ja, die Schwellung der Brüste geht zurück. Ich glaube aber schon, dass das auf Dauer etwas hilft, um die Brüste zu straffen. Die Dame hat uns ihren eigenen Busen gezeigt, und der sah aus wie derjenige von einem Teenager, dabei ist sie über 40 Jahre alt. Irgendetwas muss also an dieser Methode stimmen.»

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