«Love»: Diese Millennials sind zum Kotzen
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«Love»Diese Millennials sind zum Kotzen

Im Februar startete die Netflix-Serie «Love». Mit unglaubwürdiger Coolness, einer vorhersehbaren Handlung und in Szene gesetzten Brüsten überzeugt uns der «Girls»-Verschnitt kein bisschen.

von
lma

Die neueste Netflix-Serie «Love» erhielt von allen Seiten grosses Lob. Völlig überbewertet, finden wir. Zwei unreife Mittdreissiger, die ihr Leben offensichtlich nicht im Griff haben, Drogen am Laufmeter konsumieren, nach Liebe suchen und damit die Generation der Millennials repräsentieren sollen. Uninteressant und aufgesetzt, der Plot.

Mickey, 32, drogensüchtig und frisch von ihrem Koks-Freund getrennt, trifft ganz zufällig auf Gus, 31, Brillenträger und offenbar ein Geek – wenn auch seine Sammlung an Liebesfilmen diejenige seiner Games bei Weitem übersteigt. Er kauft ihr einen Kaffee und Kippen, sie offeriert ihm Gras und schliesslich cruisen die beiden durch LA. High. So startet die wohl grandioseste Liebegeschichte der beiden Hauptcharaktere. Wie romantisch.

Jugendprobleme aus der Sicht von 30-Jährigen

Gut, der zweite Schlag der Macher von «Girls» handelt von Beziehungsproblemen, Sex, Smartphones und dem Erwachsenwerden – also eigentlich von allem, was unsere Generation interessiert. Müssen die Schwierigkeiten im Leben eines jungen Erwachsenen aber wirklich durch die Linse von zwei Ü-30-Versagern betrachtet werden, die scheinbar kaum Interesse daran haben, ihr Leben umzukrempeln?

Nebst unglaubwürdigen Nieten bleibt da noch folgende Tatsache: Die Serie spielt nur so mit Attributen des scheinbar coolen Hipster-Lebens. Dieses beinhaltet die Drogenverherrlichung, Partys, Kettenraucher und zwei 60-jährige WG-Bewohner, die vor 30 Jahren den Absprung ins wahre Leben verpasst haben. Ganz nach dem Motto: Yolo. Genau deshalb wirkt die Serie gekünstelt unrealistisch.

Fluchen und dem Ex nachtrauern

Dass die Schauspieler von «Love» Persönlichkeit haben und nicht aussehen wie alle anderen Hollywood-Klone, ist ja schön und gut. Den Dialogen hätten die Macher dann aber doch etwas mehr Gewicht geben können. Statt der Sprache mit «Fucks» wahnsinnige Coolness verleihen zu wollen, hätten vernünftige Gespräche und anspruchsvolle Themen – die Jugendliche übrigens durchaus bereden – viel eher Empathie beim Zuschauer ausgelöst. Beim langweiligen Geschnulze über die Ex-Partner und ihr ach so einsames Leben in der Stadt mit gefühlten 20 Stunden Sonnenlicht pro Tag, verging uns also schnell mal die Lust, das Trauerspiel mitanzusehen.

«Love» bringt absolut nichts Neues. Keine interessante Storyline, die uns gelegentlich aus dem Müdigkeitsstadium holt und schon gar keine authentische Wiederspiegelung unserer Generation.

Statt uns diesen Pseudo-Hipster-Kack nochmals anzusehen, ziehen wir uns dann doch lieber zum elften Mal «How I Met Your Mother» rein.