Extreme E startet am Wochenende: Diese neue Rennserie will mit Hamilton für den Umweltschutz kämpfen
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Extreme E startet am WochenendeDiese neue Rennserie will mit Hamilton für den Umweltschutz kämpfen

Am Wochenende startet ein neues Rennformat: Extreme E – eine Offroad-Rennserie mit elektrisch betriebenen Motoren. Wir stellen das Rennen vor, die Fahrer und das Ziel, das die Rennserie hat.

von
Adrian Hunziker

Ein erster Heissmacher auf die neue Rennserie, die an Ostern startet.

Video: Extreme E

Darum gehts

  • An Ostern beginnt ein neues Rennformat.

  • Extreme E ist eine Offroad-Rennserie mit elektrisch betriebenen Motoren.

  • Alle Teams fahren das selbe Auto.

  • Extreme E basiert auf drei Grundgedanken: Elektrifizierung, Gleichberechtigung, Nachhaltigkeit.

  • Mit der Rennserie will man auf die Klimaveränderung aufmerksam machen.

  • Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton ist Teambesitzer.

Was ist Extreme E?

Extreme E ist eine Rennserie mit elektrischen Boliden, die an speziellen Orten um die Wette fahren. Die Rennserie will an spezifisch ausgesuchten Orten auf diverse Probleme, unter anderem die Klimaerwärmung, aufmerksam machen. Alle Teams fahren denselben SUV, den sogenannten «Odyssey21». In den ersten beiden Saisons werden alle mit diesem Boliden unterwegs sein, später seien Eigenentwicklungen möglich, heisst es.

Das ist das Auto «Odyssey21»

Der batterieelektrische Antrieb des «Odyssey21» ist 550 PS stark. Verbunden mit einem Drehmoment von 920 Newtonmetern ist der SUV imstande, in 4,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h zu beschleunigen. 200 km/h ist die Höchstgeschwindigkeit, ausserdem kann der Wagen eine Steigung von bis zu 130 Prozent bewältigen. «Technisch dürfen die Teams nichts am ‹Odyssey21› ändern, nur Design und Karosserie sind individualisierbar», heisst es in einer Mitteilung.

Das Auto wurde von der Firma Spark Racing hergestellt. Der spanische Unternehmer Alejandro Agag, der Gründer und CEO von Extreme E, wollte möglichst schnell einen Prototypen hergestellt haben, mit folgenden Anforderungen: vollelektrisch, geländegängig, enorme Leistung, massives Drehmoment und leistungsfähiger als alles in seiner Klasse. Spark schuf den Prototypen innerhalb von zwei Monaten.

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An Ostern startet die Rennserie Extreme E. 

An Ostern startet die Rennserie Extreme E.

Extreme E
In dieser Meisterschaft sind nur elektrisch betriebene Motoren zugelassen. 

In dieser Meisterschaft sind nur elektrisch betriebene Motoren zugelassen.

Eder Fernandez/Spacesuit Media
Jedes Team fährt mit demselben Auto: Der «Odyssey21» ist 550 PS stark. 

Jedes Team fährt mit demselben Auto: Der «Odyssey21» ist 550 PS stark.

Charly Lopez/Spacesuit Media

Schwerpunkte Nachhaltigkeit und Gleichberechtigung

Die Extreme-E-Rennserie basiert auf drei Grundgedanken: Elektrifizierung, Gleichberechtigung (die Rennserie wird von gemischten Teams gefahren) und Nachhaltigkeit. Was die Nachhaltigkeit betrifft, soll die Extreme E am Saisonende klimaneutral werden. Deshalb benutzt der Tross ein Schiff als Transportmittel für die Autos und als Fahrerlager. Dabei handelt es sich um das ehemalige britische Postschiff St. Helena. «Ausserdem wird ein Team von vier Wissenschaftlern mit beratender Funktion dabei sein, mit deren Hilfe die Extreme E plant, an allen fünf Rennorten mit lokalen Umwelt-Initiativen einen Beitrag zur Wiederherstellung beschädigter Ökosysteme zu leisten», teilt die Rennserie mit.

«Wir glauben, dass der Motorsport wirklich etwas für die Umwelt tun kann», sagt Seriengründer Alejandro Agag, der sich auch die vollelektrische Formel E ausgedacht hat, englischen Medien vor dem Auftakt an diesem Wochenende in Saudi-Arabien. «Viel mehr Menschen sehen sich zum Beispiel Motorsport als Dokumentationen über die Umwelt an.» Motorsport könne ein «sehr starkes Werkzeug» sein, um eine Botschaft von den bereits «gefährdetsten und beschädigtsten Ecken des Planeten» zu senden.

Rennorte, Rennformate und «Hyperdrive»

Die fünf Schauplätze der Extreme E sind

  • der Desert X Prix in der Al’Ula-Wüste in Saudi-Arabien (3. und 4. April),

  • der Ocean X Prix an der Atlantik-Küste Senegals am Lac Rose (29. und 30. Mai),

  • der Arctic X Prix in Grönland (Kangerlussuaq, 28. und 29. August),

  • der Amazon X Prix in Brasilien (Pará, 23. und 24. Oktober)

  • und der Glacier X Prix in Patagonien, Argentinien (11. und 12. Dezember).

In diesen Renngebieten werden auf folgende Probleme aufmerksam gemacht:

  • Zunehmende Dürre,

  • Plastikmüll im Ozean und steigender Meeresspiegel,

  • schmelzende Polarkappen,

  • bedrohter Amazonas

  • und schwindende Gletscher.

Das Rennformat sieht vor, dass jedes Team jeweils am Samstag zwei Quali-Runden fährt. Die zwei Halbfinals und der Final finden am Sonntag statt. Jedes Rennen besteht aus zwei Runden, je eine Runde wird von einer Frau respektive von einem Mann absolviert. Die Teams entscheiden selber, wer zuerst fährt und wer danach. Die anderen Teams wissen nichts von der Reihenfolge. Der Wechsel von Fahrerin zu Fahrer oder umgekehrt ist Teil des Rennens.

Pro Runde, also je einmal pro Fahrerin und Fahrer, darf ein «Hyperdrive»-Boost aktiviert werden. Wenn der Knopf am Steuerrad aktiviert wird, erfährt der Wagen eine Leistungssteigerung für eine gewisse Zeitspanne.

Das sind die Stars

Der wohl grösste Star im Teilnehmerfeld ist der ehemalige Formel-1-Weltmeister Jenson Button. Der 41-jährige Brite holte sich 2009 im Brawn-Mercedes den Titel und gewann insgesamt 15 GPs in der Königsklasse des Motorsports. Er ist auch Mitbegründer seines Teams JBXE. Dann wäre noch Carlos Sainz. Er ist eine Rallye-Legende – und der Vater des F1-Stars Carlos Sainz junior, der seit diesem Jahr für Ferrari fährt.

Der französische Rekord-Rallye-Weltmeister (mit neun Titeln!) Sébastien Loeb rast ebenfalls mit. Bei den Fahrerinnen dürfen sich die Fans beispielsweise auf Claudia Hürtgen (erfolgreichste deutsche Motorsportlerin) oder Laia Sanz (die erfolgreichste Motorradrennfahrerin an der Rallye Dakar) freuen.

Als Teambesitzer sticht einer heraus: Der siebenfache Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton. Der 36-jährige Brite wird im Team X44 aber nicht selbst am Steuer sitzen (das wird Loeb tun). Hamilton wird seine Rennerfahrung jedoch sicherlich einbringen, um ein wettbewerbsfähiges Team an den Start zu schicken. Der mehrfache Weltmeister ist nicht der einzige Champion mit einem Team. Auch Nico Rosberg, Formel-1-Weltmeister von 2016, besitzt ein Team, das Rosberg X Racing mit Molly Taylor und Johan Kristoffersson. Rosberg wird auch vor Ort sein. In einem Interview sagt der Deutsche: «Weder Lewis noch ich wollen Zweiter werden.» Er ergänzt: «Wir haben ja auch noch Jenson Button dabei und viele andere Teams. Da wird viel Kampfgeist dabei sein.

Das sind die Teams

Neun Teams mit je einer Fahrerin und einem Fahrer nehmen an der Rennserie teil. Von den neun Teams sind drei britisch und je zwei deutsch, spanisch und US-amerikanisch. Mit dem Team Cupra (Seat) ist bisher erst ein europäischer Autohersteller in der Serie vertreten.

Die Teams sind:

  • ABT Cupra XE mit Claudia Hürtgen und Mattias Ekström

  • Acciona Sainz XE Team mit Laia Sanz und Carlos Sainz

  • Andretti United Extreme E mit Catie Munnings und Timmy Hansen

  • Hispano Suiza Xite Energy Team mit Christine Giampaoli Zonca und Oliver Bennett

  • JBXE mit Mikaela Ahlin-Kottulinsky und Jenson Button

  • Rosberg X Racing mit Molly Taylor und Johan Kristoffersson

  • Segi TV Chip Ganassi Racing mit Sara Price und Kyle Leduc

  • Veloce Racing mit Jamie Chadwick und Stéphane Sarrazin

  • X44 mit Cristina Gutiérrez und Sebastien Loeb

Live mit dabei

Die Extreme-E-Rennserie kann in der Schweiz auf MySports One, Eurosport oder Insight TV live mitverfolgt werden. MySports beginnt die Übertragung am Ostersamstag, 3. April um 10.55 Uhr und am Ostersonntag um 11 Uhr. (hua)

Deine Meinung

46 Kommentare
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Zamorano1

02.04.2021, 19:46

Etwas sehr Wichtiges wird hier verschwiegen: Es wird vor Ort mit Sonnenkollektoren Strom produziert welcher in Wasserstoff umgewandelt wird. Dieser Wasserstoff kann bei Bedarf über eine spezielle Ladestation in Strom umgewandelt werden und somit die Fahrzeuge 100%ig nachhaltig aufgeladen werden.

Vorwärtsgänge

02.04.2021, 08:31

Eine unnütze Rennserie. Besser das Geld für den Umweltschutz und Entwicklungen nachhaltiger Energie einsetzen

Zoli-60

01.04.2021, 09:02

April, April :-D Aber gelungen. Daumen hoch