28.10.2020 16:14

Bundesrats-MassnahmenDiese neuen Corona-Regeln gelten aktuell

Geschlossene Tanzlokale und ausgeweitete Maskenpflicht: Der Bundesrat hat am Mittwoch im Kampf gegen das Coronavirus mit einer Reihe von Massnahmen die Schraube angezogen.

von
Bettina Zanni

Darum gehts

  • Der Bundesrat hat neue Massnahmen ergriffen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen.

  • Verschärft wird die Maskenpflicht in der Öffentlichkeit und an Schulen.

  • Discos werden geschlossen.

  • Privat sind Veranstaltungen mit mehr als zehn Personen nicht mehr erlaubt.

Die Kurve der Infektionszahlen zeigt immer noch steil nach oben. Am Mittwoch meldete das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mit über 8000 Fällen einen neuen Rekord. Die Massnahmen, die der Bundesrat am 18. Oktober traf, bremsten die Ausbreitung des Coronavirus nicht. Er hat am Mittwoch deshalb Verschärfungen beschlossen. Diese gelten ab Donnerstag, 29. Oktober, und sind nicht befristet:

Maskenpflicht in der Öffentlichkeit

Seit dem 19. Oktober gilt eine Maskenpflicht für alle Personen in öffentlich zugänglichen Innenräumen sowie in Wartebereichen des öffentlichen Verkehrs und an Bahn- und Flughäfen. Neu muss auch in den Aussenbereichen von Einrichtungen und Betrieben eine Maske getragen werden, wie zum Beispiel Läden, Veranstaltungsorten, Restaurants und Bars oder Wochen- und Weihnachtsmärkten. Eine Maskenpflicht gilt auch in belebten Fussgängerbereichen und überall dort, wo der erforderliche Abstand im öffentlichen Raum nicht eingehalten werden kann.

Maskenpflicht in der Schule und bei der Arbeit

Auch in Schulen ab der Sekundarstufe II gilt neu eine Maskenpflicht. Ebenso gilt eine Maskenpflicht am Arbeitsplatz, es sei denn der Abstand zwischen den Arbeitsplätzen kann eingehalten werden (z.B. Einzelbüros). Die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sollen soweit möglich Homeoffice ermöglichen und an Arbeitsstätten für den Schutz der Mitarbeitenden sorgen.

Ausgenommen von der Maskenpflicht sind Kinder bis zu 12 Jahren, Personen, die aus medizinischen Gründen keine Maske tragen können und Gäste in Restaurants und Bars, wenn sie am Tisch sitzen.

Tanzlokale geschlossen

Der Betrieb von Diskotheken und Tanzlokalen ist verboten. Diese bergen laut dem Bundesrat ein erhöhtes Risiko für die Verbreitung des Virus. In Restaurants und Bars dürfen höchsten vier Personen an einem Tisch sitzen, ausgenommen Familien mit Kindern. Es gilt eine Sperrstunde von 23 bis 6 Uhr.

Veranstaltungen mit über 50 Personen verboten

Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen sind nicht mehr erlaubt. Das betrifft alle sportlichen, kulturellen und anderen Veranstaltungen, ausgenommen sind Parlaments- und Gemeindeversammlungen. Weiterhin möglich sind auch politische Demonstrationen sowie Unterschriftensammlungen für Referenden und Initiativen – wie bisher mit den nötigen Schutzvorkehrungen.

Maximal 10 Personen für Treffen mit Familie und Freunden

Weil sich viele Ansteckungen im privaten Rahmen ereignen, wird die Anzahl Personen für Veranstaltungen im Familien- und Freundeskreis im privaten Raum auf 10 eingeschränkt.

Sport- und Freizeitaktivitäten mit Abstand und Maske

Sportliche und kulturelle Freizeitaktivitäten sind in Innenräumen mit bis zu 15 Personen erlaubt, wenn sowohl genügend Abstand eingehalten werden kann als auch Masken getragen werden. Von einer Maske kann abgesehen werden, wenn grosszügige Raumverhältnisse vorherrschen, etwa in Tennishallen oder grossen Sälen. Im Freien muss nur der Abstand eingehalten werden. Kontaktsport ist verboten. Von den Regeln ausgenommen sind Kinder unter 16 Jahren.

Im professionellen Bereich von Sport und Kultur sind Trainings und Wettkämpfe sowie Proben und Auftritte zulässig. Da beim Singen besonders viele Tröpfchen ausgestossen werden, sind Anlässe von Laien-Chören verboten, professionellen Chören ist das Proben erlaubt.

Verbot von Präsenzunterricht an Hochschulen

Hochschulen müssen ab Montag, 2. November, auf Fernunterricht umstellen. Präsenzunterricht bleibt in den obligatorischen Schulen und den Schulen der Sekundarstufe II (Gymnasien und Berufsbildung) erlaubt. Die Regelungen zum Fernunterricht in Hochschulen treten am 2. November 2020 in Kraft.

Höherer Schwellenwert für Quarantänepflicht

Für die Aufnahme von Staaten und Gebieten auf die Quarantäneliste sowie die Ausnahme von der Quarantänepflicht für Geschäftsreisende hat der Bundesrat den Schwellenwert angepasst. Die Änderung tritt am 29.10.2020 in Kraft. Da die Inzidenz der Schweiz verglichen mit dem europäischen Umfeld inzwischen überdurchschnittlich hoch ist, wird der Schwellenwert angehoben. Mit der Verordnungsanpassung kommen nur noch Staaten und Gebiete auf die Quarantäneliste, deren Inzidenz um mehr als 60 höher ist als die Inzidenz der Schweiz. Angepasst werden auch die Ausnahmebestimmungen für Geschäftsreisende und für Personen, die aus medizinischen Gründen reisen. Die Regel, dass solche Reisen höchstensfünf Tage dauern dürfen wird aufgehoben.

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3143 Kommentare
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Anna Treu

29.10.2020, 12:29

Gefährlichkeit: Gemäss Studie von Ioannidis (meist rezitierter Wissenschaftler der Welt) die bei der WHO publiziert wurde, analog einer saisonalen Grippe. PCR Test von Drosten ist fragwürdig aufgrund seiner Aussagen zu eben diesem Test im Jahr 2014 – siehe Youtube. Zudem muss man den Replikationsfaktor begrenzen, was bis dato nicht gemacht wird - Siehe New York Times Bericht (Your Coronavirus Test Is Positive. Maybe It Shouldn’t Be). In der Schweiz wird mit einem Faktor von 40+ gearbeitet. Was einen falsch Positivität von ca. 60 % hat. Eigentlich sollte man mit max. 30 arbeiten um gute Ergebnisse zu erzielen. Alles gemäss Bericht NYT und Schweizer Faktor gemäss Aussage von Testlabors. Schaut euch mal den BIP der letzten 2 Quartale an, dieser ist so massiv eingebrocht. Dies gab es noch nie seit der Aufzeichnung des BIPs. Diese werden massive Folgen für unsere Gesellschaft haben und für unsere Kinder, also über mehrere Generationen.

Steinofen

29.10.2020, 12:24

Was ist den bitte der Unterschied zwischen Familien und Freundeskreis und einer Veranstaltung? Wenn ich meinen Geburtstag feier und dann nicht nur Familie und Freunde einlade darf man bis zu 50 Personen sein oder wie?? Hier ist die Abgrenzung überhaupt nicht klar-

Sepp

29.10.2020, 12:05

Es muss doch auch kontrolliert werden, Wenn man durch die Stadt fährt, Baustellen, Schüler beobachtet, Nichts dergleichen, Darum kommt ihr nicht drum Lockdown gewollt oder nicht, Jeder berappt,