«Made in Switzerland»: Diese neuen Regeln werden Sie 2017 spüren
Aktualisiert

«Made in Switzerland»Diese neuen Regeln werden Sie 2017 spüren

Ob Hundekurse, Verlustscheine oder Stromtarife: Ab 2017 gelten viele neue Regelungen in der Schweiz. Was das für Sie bedeutet.

von
K. Wolfensberger
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2017 treten viele neue Gesetze in Kraft. Für Gemüse aus Hors-Sol-Produktion fällt etwa die Deklarationspflicht weg.

2017 treten viele neue Gesetze in Kraft. Für Gemüse aus Hors-Sol-Produktion fällt etwa die Deklarationspflicht weg.

Keystone/Jean-christophe Bott
Wird ein Produkt als Schweizer Produkt angepriesen, müssen künftig strenge Bedingungen erfüllt sein. Bei Lebensmitteln müssen nun 80 Prozent der verarbeiteten Rohstoffe aus der Schweiz stammen. Eine Ausnahme bildet Schoggi. (Im Bild: Cailler-Stängeli in der Fabrik in Broc FR.)

Wird ein Produkt als Schweizer Produkt angepriesen, müssen künftig strenge Bedingungen erfüllt sein. Bei Lebensmitteln müssen nun 80 Prozent der verarbeiteten Rohstoffe aus der Schweiz stammen. Eine Ausnahme bildet Schoggi. (Im Bild: Cailler-Stängeli in der Fabrik in Broc FR.)

Keystone/Gaetan Bally
2017 werden erstmals alte Verlustscheine verjähren – und zwar solche, die noch vor 1997 ausgestellt wurden.

2017 werden erstmals alte Verlustscheine verjähren – und zwar solche, die noch vor 1997 ausgestellt wurden.

Keystone/Gaetan Bally

Eine ganze Reihe neuer Gesetze und Verordnungen tritt am 1. Januar 2017 in der Schweiz in Kraft. Viele haben direkte Auswirkungen auf unseren Alltag. Ein Überblick über wichtige Neuerungen:

• Hors-Sol-Gemüse wird nicht mehr deklariert

Ab nächstem Jahr werden Früchte und Gemüse, die nach dem Hors-Sol-Verfahren produziert wurden und somit nie richtige Erde gesehen haben, nicht mehr entsprechend deklariert. Grund: Die früher weitverbreitete Kritik an der Produktionsform ist weitgehend verschwunden. Das Verfahren ist heute von den Kunden breit akzeptiert und gilt laut Organisationen wie dem Konsumentenforum sogar als ressourcenschonend. Die Verbände verzichten daher auf die bisherige freiwillige Deklarationsvereinbarung.

• «Made in Switzerland»-Regeln werden strenger

Wird ein Produkt als Schweizer Produkt angepriesen, gelten ab 2017 strenge Bedingungen. Bei Lebensmitteln müssen nun 80 Prozent der verarbeiteten Rohstoffe aus der Schweiz stammen. Bei Industrieprodukten wie Uhren sollen 60 Prozent der Kosten für die Produktion hierzulande anfallen.

Eine Sonderregel gilt für Kaffee und vor allem für Schweizer Schoggi: Enthält die Schokolade nämlich nur Rohstoffe, die in der Schweiz nicht produziert werden können, darf sie als Schweizer Schokolade verkauft werden, wenn die Rohstoffe hierzulande verarbeitet wurden.

• Verlustscheine können nun verjähren

2017 werden erstmals alte Verlustscheine verjähren – und zwar solche, die noch vor 1997 ausgestellt wurden. Grund: Damals war per Gesetz festgelegt worden, dass Verlustscheine nach 20 Jahren verjähren sollen. Einige Gläubiger versuchten daher im Dezember auf den letzten Drücker, noch alte Schulden einzutreiben, bevor das Geld ab dem Jahreswechsel endgültig verloren ist.

• Autofahren in Deutschland dürfte teurer werden

Seit langem wird in Deutschland über die Einführung einer sogenannten PKW-Maut diskutiert. Für Schweizer Reisende hiesse das: Wollen sie deutsche Autobahnen nutzen, müssen sie dafür eine Gebühr bezahlen. 2017 könnte es nach der Beilegung eines Streits zwischen der deutschen Regierung und der EU-Kommission nun endlich zur Einführung der «deutschen Autobahnvignette» kommen. Wann genau, ist aber noch unklar.

• Das Hundekurs-Obligatorium fällt

Hundehalter müssen 2017 keine Kurse mehr besuchen. Das entschied das Parlament aufgrund eines Vorstosses von FDP-Ständerat Ruedi Noser aus Zürich. Jeder fünfte Hundehalter besuche den Kurs nicht, so Nosers Begründung. Auch sei nicht nachweisbar, dass die Kurse bei Herrchen respektive Frauchen und Hund auch etwas bewirkten.

• Banken müssen Kundendaten sammeln

Ab 2018 tauscht die Schweiz mit der EU die Daten von Konten in der Schweiz aus. EU-Staaten erhalten dann Einsicht in Personalien und Kontobeträge ihrer Bürger, was im Kampf gegen Steuerbetrug helfen soll. Bereits ab 2017 müssen Banken die entsprechenden Daten erheben, die sie später ins Ausland liefern werden.

• Die Strompreise sinken

Zwei Drittel der Stromnetzbetreiber senken ihre Tarife, da sie den den Strom günstiger einkaufen können. Ein Haushalt mit einem Verbrauch von 4500 kWh pro Jahr wird laut «Beobachter» neu im Schnitt zwei Prozent weniger für Strom bezahlen. Jährliche Ersparnis: 20 Franken.

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