400 Beschwerden: Diese Online-Plattformen sorgen für Ärger
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400 BeschwerdenDiese Online-Plattformen sorgen für Ärger

Online-Betrügereien haben laut dem Konsumentenforum 2017 deutlich zugenommen. Die meisten Reklamationen gingen aufs Konto des Tickethändlers Viagogo.

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duf
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111 Beschwerden gingen 2017 beim Konsumentenforum von Kunden des Genfer Ticket-Portals Viagogo ein – so viele wie zu keiner anderen Firma.

111 Beschwerden gingen 2017 beim Konsumentenforum von Kunden des Genfer Ticket-Portals Viagogo ein – so viele wie zu keiner anderen Firma.

Screenshot Viagogo.ch
Am zweithäufigsten beschwerten sich die Kunden über Bestellungen von Dragonslim.com

Am zweithäufigsten beschwerten sich die Kunden über Bestellungen von Dragonslim.com

Screenshot Dragonslim.ch
Platz 3 teilen sich mehrere Unternehmen, wobei diese nicht betrügerisch handelten und zu einer Kooperation mit dem Rechtsdienst des Konsumentenforums bereit waren. Dazu gehört Apple ...

Platz 3 teilen sich mehrere Unternehmen, wobei diese nicht betrügerisch handelten und zu einer Kooperation mit dem Rechtsdienst des Konsumentenforums bereit waren. Dazu gehört Apple ...

epa/Mike Nelson

Raubkopien, Vertragsbrüche, Online-Betrug – die Rechtsberater des Konsumentenforums hatten dieses Jahr viel zu tun. 402 Fällen mussten sie sich annehmen, 280 davon betrafen betrügerischen Online-Handel, wie es in einer Mitteilung heisst.

Die meisten Beschwerden diesbezüglich kamen wegen des Online-Tickethändlers Viagogo, der Kunden immer wieder nervt. Das Portal verkauft beispielsweise Billette für Sportereignisse oder Konzerte. Häufig komme es aber vor, dass das Ticket nicht ankomme, auf einen falschen Namen laute, komplett ungültig sei oder dem Kunden nach dem Kauf hohe Zusatzkosten verrechnet würden.

«Professioneller Beschiss»

Letzteres passierte 20-Minuten-Leser H.*, der über Viagogo zwei Tickets für die Vorstellung des Circus Conelli für je rund 170 Franken bestellt hatte. «Meiner Kreditkarte wurden insgesamt 460 Franken belastet», sagt H. Also 120 Franken mehr, als beim Kauf angegeben war. Das Original-Ticket ist jedoch nur 90 Franken wert, wie er beim Ausdrucken der Tickets bemerkte.

Zudem prangte ein tschechischer Name in der Adresszeile. Trotz sofortiger Reklamation habe die Kreditkartenfirma die zu hohe Belastung nicht mehr rückgängig machen können. «Das ist professioneller Beschiss», regt sich H. auf. Und dürfte mit dieser Meinung nicht allein dastehen.

Viagogo häufig nicht erreichbar

Dominique Roten, Sprecher des Konsumentenforums, ist das Problem bekannt: «Wir probieren in jedem Fall, dafür zu sorgen, dass der Kunde sein Geld zurückerhält. In etwa einem Drittel der 111 Fälle war jedoch ein Kontakt mit Viagogo unmöglich.» Dann müsse der Konsument selbst rechtliche Schritte einleiten. «Deshalb warnen wir immer wieder vor diesem Anbieter», betont Roten. Viagogo liess eine Anfrage von 20 Minuten am Freitag unbeantwortet.

Auf Platz 2 der häufigsten Beschwerden zu Online-Händlern liegt die Website Dragonslim.com, die Präparate zum Abnehmen verkauft. In sechs Fällen beschwerten sich Kunden gemäss Roten über hohe Abo-Rechnungen, obwohl sie im Online-Shop lediglich ein Gratismuster bestellt hätten. Deshalb rate das Konsumentenforum ausdrücklich davon ab, die Schlankheitspillen Dragon Slim Xtreme zu bestellen.

Nicht alles Betrügereien

Weitere Unternehmen, zu denen das Konsumentenforum mehrere Beschwerden erhielt, sind unter anderem Apple, Microspot oder PC Ostschweiz. Diesen könne man jedoch kein betrügerisches Handeln vorwerfen, da sie sich jeweils zu einer Zusammenarbeit mit der Rechtsberatung des Konsumentenforums bereit erklärten, heisst es in der Mitteilung.

Auch bei den nicht-digitalen Fällen handle es sich nicht um Betrugsfälle, sondern um Versehen oder Fehleinschätzungen, da eine Kooperation mit der Rechtsberatung stets vorhanden gewesen sei.

Welche anderen Firmen an der Spitze der Beschwerde-Fällen sind, erfahren Sie in der Bildstrecke.

*Name der Redaktion bekannt

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