Schweizer Anti-Uber-Eats: Diese Onlineplattform macht Gastro-Betriebe zu Aktionären
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Schweizer Anti-Uber-EatsDiese Onlineplattform macht Gastro-Betriebe zu Aktionären

Die Vermittlungsplattform Larky.ch will all ihre Gewinne den Restaurants zugutekommen lassen. Kann sie es so mit Uber Eats & Co. aufnehmen?

von
Fabian Pöschl
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Die Restaurants haben geschlossen, nur Take Away und Lieferdienst ist noch erlaubt.

Foto: 20min/Simon Glauser

Die Restaurants haben geschlossen, nur Take Away und Lieferdienst ist noch erlaubt.

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Doch die Restaurants zahlen den Vermittlungsplattformen bis zu 30 Prozent Kommission.

Doch die Restaurants zahlen den Vermittlungsplattformen bis zu 30 Prozent Kommission.

20min/Simon Glauser
Das ist viel Geld für die klammen Betriebe.

Foto: 20min/Simon Glauser

Das ist viel Geld für die klammen Betriebe.

Foto: 20min/Simon Glauser

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Darum gehts

  • Die geschlossenen Restaurants können nur auf Take-Away und Lieferungen setzen.

  • Auf Vermittlungsplattformen wie Uber Eats zahlen sie aber bis zu 30 Prozent Kommission.

  • Eine neue Schweizer Plattform setzt sich mit einem anderen Ansatz für die klammen Restaurants ein.

Die Gastro-Betriebe sollen nach dem Plan des Bundesrats noch bis mindestens April geschlossen bleiben. Um bis dann Geld verdienen zu können, bleibt ihnen ausser Take-Away und Lieferdienst kaum eine Möglichkeit. Doch Vermittlungsplattformen wie Uber Eats verlangen bis zu 30 Prozent Kommission – so bleibt den klammen Restaurants wenig Marge.

Die Zuger Firma Larky verfolgt einen anderen Ansatz. Ihre gleichnamige Onlineplattform ist seit Ende November live. Dort können sich Restaurants eintragen und angeben, zu welchen Zeiten sie Take-Aways anbieten. Auch ein Lieferdienst wird angeboten, dafür spannt Larky aber mit einem Kooperationspartner zusammen.

Die Restaurants zahlen keine Kommission, sondern eine monatliche Pauschale von 100 Franken, also 1200 Franken Jahresgebühr. So viel zahlen Restaurants zum Teil für die Gebühren bei anderen Anbietern allein schon für einen Monat, wie es auf Anfrage bei Larky heisst.

Gewinn geht an Restaurants

Mit den Einnahmen durch die Mitgliedsgebühren sei ausreichend Kapital vorhanden, um die Plattform zu betreiben. Je mehr Restaurants sich beteiligen, umso mehr bleibe für Marketing und Werbung übrig. Denn Larky arbeite nicht gewinnorientiert.

Sämtliche Gewinne der Plattform sollen wieder den Restaurants zugutekommen. «Wir wollen mit Larky nicht nur die Margen der Gastrobetriebe wieder erhöhen, wir wollen es zusammen mit ihnen tun», sagt Geschäftsführer Patrick Hitz.

Gastronomen als Aktionäre

Die Aktiengesellschaft geht den genossenschaftlichen Weg. So bekommen die Gastronomen mit ihrem ersten Jahresbeitrag anteilig Aktien von Larky. Je früher sie einsteigen, desto mehr Aktien gibt es für sie. Als Teilhaber der Plattform haben sie ein Mitspracherecht an der Aktionärsversammlung, können den Verwaltungsrat stellen und so über die strategische Ausrichtung des Unternehmens entscheiden.

Ein Risiko gebe es für die Gastro-Betriebe nicht, wenn sie sich als Teilhaber betätigen. Das Ziel sei, dass die Plattform langfristig nur noch den Gastronomen gehört. Zwischenhändler zwischen dem Gast und dem Restaurant soll es keine mehr geben.

Zu Beginn umfasst das Angebot auf Larky.ch zehn Restaurants. Die Suche mit Angabe der Postleitzahl des Wohnortes, um Restaurants in der Nähe zu finden, funktioniert noch nicht. Laut eigenen Angaben hat das Interesse an der Plattform zuletzt aber massiv zugenommen. In Kürze würden viele weitere Betriebe aufgeschaltet.

Larky.ch bietet Frühbucherrabatt

Die Vermittlungsplattform Larky.ch bietet den Restaurants als zusätzliche Möglichkeit ein Konzept aus der Flugbranche: den Frühbucherrabatt. Je früher die Kunden bestellen, desto günstiger wird das Essen für sie. Dies soll zu mehr Bestellungen und besserer Planbarkeit führen. Der Firmenname ist eine Anspielung darauf. Larky ist angelehnt an das englische Wort für Lerche. Der Vogel ist als Frühaufsteher bekannt.

Gastro-Experte gibt Larky wenig Chancen

Gastroexperte Peter Herzog von HC Hospitality Consulting findet es gut, dass es bei Larky keine Kommissionen für Restaurants gibt. «Die Restaurants zahlen bei anderen Anbietern 25 bis 30 Prozent Kommission, das ist so viel, dass kaum Profite übrig bleiben», sagt er.

Trotzdem gibt Herzog der Plattform wenig Chancen. «Die Leute kennen die Plattform nicht. Deshalb werden die Restaurants wohl weiterhin lieber hohe Kommissionen bei der Konkurrenz zahlen, weil sie dort von den Kunden gefunden werden», so Herzog.

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