Was siehst du hier?: Diese optische Illusion macht gerade das Netz verrückt
Publiziert

Was siehst du hier?Diese optische Illusion macht gerade das Netz verrückt

Auf Twitter ist gerade wieder einmal grosse Verwirrung angesagt. Schuld ist ein Foto. Die einen sehen auf ihm einen Mann, der in den Wald hineinläuft. Die anderen beharren auf einen schwarzen Hund. Wieder andere erkennen sogar noch mehr Hunde.

von
Fee Anabelle Riebeling
1 / 55
«Ich sah definitiv einen Mann, der in den Wald hinein läuft – bis ich noch einmal hinschaute. Was siehst du?» Diese Worte haben in den sozialen Medien muntere Diskussionen ausgelöst. 

«Ich sah definitiv einen Mann, der in den Wald hinein läuft – bis ich noch einmal hinschaute. Was siehst du?» Diese Worte haben in den sozialen Medien muntere Diskussionen ausgelöst.

Screenshot Twitter/@ClarkpDavidson
Zumindest, wenn sie neben diesem Foto gepostet wurden. Denn das, was wohl die meisten zunächst sehen – einen schwarz gekleideten Mann, der in den Wald zu rennen scheint, ist hier gar nicht abgebildet. 

Zumindest, wenn sie neben diesem Foto gepostet wurden. Denn das, was wohl die meisten zunächst sehen – einen schwarz gekleideten Mann, der in den Wald zu rennen scheint, ist hier gar nicht abgebildet.

Screenshot Twitter/@ClarkpDavidson
Vielmehr ist ein schwarzer Pudel, der auf die Betrachter zuläuft, zu sehen. Für die Verwirrung verantwortlich ist ein «Priming» genanntes Phänomen. Damit wird in der Psychologie die (subtile) Beeinflussung unseres Denkens bezeichnet. Im Fall dieses Bildes heisst das: Viele User sehen zunächst einen Mann, weil dieser im Post explizit erwähnt wurde.

Vielmehr ist ein schwarzer Pudel, der auf die Betrachter zuläuft, zu sehen. Für die Verwirrung verantwortlich ist ein «Priming» genanntes Phänomen. Damit wird in der Psychologie die (subtile) Beeinflussung unseres Denkens bezeichnet. Im Fall dieses Bildes heisst das: Viele User sehen zunächst einen Mann, weil dieser im Post explizit erwähnt wurde.

Twitter/@Uhperry

Darum gehts

  • Das Foto eines Winterspaziergangs lässt Social-Media-Nutzer zweimal hinschauen.

  • Sie fragen sich: Ist darauf ein Mensch oder ein Hund zu sehen?

  • Dahinter steckt ein psychologisches Phänomen.

Optische Illusionen tauchen in den sozialen Medien immer wieder auf. Viele faszinieren, aber nur wenige können die User so in den Wahnsinn treiben, wie etwa #thedress im Jahr 2015. In dieser galt es zu sagen, ob ein Kleid blau-schwarz oder doch eher weiss-gold ist. Selbst Stars wie Taylor Swift, Julianne Moore oder Ellen DeGeneres gaben damals Tipps ab.

Eine neue, derzweit auf Twitter viral gehende Illusion erregt die Gemüter ähnlich stark (siehe Bildstrecke). Ausgangspunkt ist ein auf den ersten Blick unspektakuläre Aufnahme: Ein Winterbild mit schneebedeckten Bäumen und Büschen. Doch was ist in der Mitte zu sehen?

Heftige Diskussionen

Ursprünglich hatte das Foto Terri Babers aus Atlanta auf ihrer Facebook-Seite gepostet. Schon dort entbrannte unter dem Post eine wilde Diskussion darüber, was darauf zu sehen ist. Mittlerweile ist es von Babers Seite verschwunden, dafür wird auf Twitter fleissig mitgerätselt. Dort hat unter anderem Twitter-User Just A Guy die optische Illusion geteilt. Dazu schrieb er: «Ich sah definitiv einen Mann, der in den Wald hinein läuft – bis ich noch einmal hinschaute. Was siehst du?»

Auf Antworten musste er nicht lange warten, genauso wenig wie auf staunende Kommentare. Während die einen auch beim zweiten oder vierten Hinsehen einen Mann sehen, erkennen andere beim erneuten Blick plötzlich einen Hund. Wieder andere fragen ungläubig, wie man überhaupt auf die Idee kommen kann, hinter dem schwarzen Objekt einen Menschen zu sehen: «Warum kann ich den Mann nicht sehen? Ich sehe nur den Hund.»

Bob Marley und das psychologische Phänomen

Für die virtuell gestiftete Verwirrung verantwortlich ist ein «Priming» genanntes Phänomen. Damit wird in der Psychologie die (subtile) Beeinflussung unseres Denkens bezeichnet. Im Fall der optischen Illusion heisst das: Viele User sehen zunächst einen Mann, weil dieser im Post explizit erwähnt wurde. Entsprechend ist das Gehirn des Betrachters darauf gepolt, diesen zu erkennen. Erst bei genauem Hinsehen nimmt es die Details des Bildes wahr und löst sich von der unterschwellig vorgegebenen Betrachtungsweise. Ergebnis: Der tatsächlich auf dem Foto abgebildete Hund wird sichtbar. Ab diesem Moment fällt es schwer, etwas anderes als den schwarzen Pudel, der auf die Urheberin des Fotos zuläuft, zu sehen. Sein Name, das hat sich mittlerweile auch rumgesprochen: Bob Marley.

Neben dem Priming spielt auch noch ein anderer Aspekt eine Rolle dafür, was man auf dem Bild erkennt: der psychische Zustand, wie Psychologe Lee Chambers gegenüber der Zeitung «The Sun» erklärt: «Wenn Sie gerade ängstlich sind, sehen Sie den Mann viel eher auf der Flucht und sehen das Bild von einem bedrohlicheren Standpunkt aus.»

Wissen-Push

Abonniere in der 20-Minuten-App die Benachrichtigungen des Wissen-Kanals. Du wirst über bahnbrechende Erkenntnisse und Entdeckungen aus der Forschung, Erklärungen zu aktuellen Ereignissen und kuriose Nachrichten aus der weiten Welt der Wissenschaft informiert. Auch erhältst du Antworten auf Alltagsfragen und Tipps für ein besseres Leben.

So gehts: Installiere die neuste Version der 20-Minuten-App. Tippe unten rechts auf «Cockpit», dann «Einstellungen» und schliesslich auf «Push-Mitteilungen». Beim Punkt «Themen» tippst du «Wissen» an – et voilà!

Deine Meinung

125 Kommentare