Deutsche Waffenlieferung: Diese Panzer können «den Gegner schon gehörig ärgern»
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Deutsche WaffenlieferungDiese Panzer können «den Gegner schon gehörig ärgern»

Es ist beschlossen, Deutschland liefert 50 Panzer an die Ukraine. Der 48-Tonnen-Gepard sei ein «mächtiges System» mit einer Reichweite von sechs Kilometern, sagt die Bundeswehr.

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Deutschland liefert 50 Gepard-Panzer an die Ukraine. 

Deutschland liefert 50 Gepard-Panzer an die Ukraine. 

IMAGO/Sven Eckelkamp
Der Panzer wurde noch in der Zeit des Kalten Kriegs vom Konzern Krauss-Maffei Wegmann (KMW) entwickelt.

Der Panzer wurde noch in der Zeit des Kalten Kriegs vom Konzern Krauss-Maffei Wegmann (KMW) entwickelt.

REUTERS
Die 50 ausrangierten Panzer können «relativ schnell wieder einsatzfähig gemacht werden», sagte KMW-Chef Ralf Ketzel.

Die 50 ausrangierten Panzer können «relativ schnell wieder einsatzfähig gemacht werden», sagte KMW-Chef Ralf Ketzel.

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Darum gehts

Die deutsche Bundesregierung gibt grünes Licht für die Lieferung von Gepard-Panzern – und kommt damit dem Wunsch der Ukraine nach schweren Waffen nach. Der 48 Tonnen schwere Flugabwehrpanzer kann Kampfhubschrauber, Kampfjets und Drohnen vom Himmel holen. Auch gegen Ziele am Boden kann er eingesetzt werden und etwa die Ketten von schweren Panzern zerstören.

Grosse Reichweite und dabei schnell wie ein Gepard

Der Gepard sei ein «mächtiges System», dessen zwei 35-Millimeter-Maschinenkanonen mehr Kampfkraft hätten als etwa ein Schützenpanzer, heisst es aus der Bundeswehr. Sie fügt an: «Damit kann man den Gegner schon gehörig ärgern.» Der Gepard kann Ziele in bis zu sechs Kilometern Entfernung ins Visier nehmen. Seine Höchstgeschwindigkeit liegt bei 65 Stundenkilometern, seine Reichweite bei 550 Kilometern.

Der Panzer wurde noch in der Zeit des Kalten Kriegs entwickelt. Rund 570 Stück hat der Konzern Krauss-Maffei Wegmann (KMW) nach eigenen Angaben davon gebaut. Vor zehn Jahren wurde er zugunsten anderer Systeme ausgemustert. Seitdem stehen noch rund 50 ausrangierte Gepards bei KMW. Vor der Lieferung an die Ukraine müssen sie noch technisch überholt werden. Die Panzer könnten aber «relativ schnell wieder einsatzfähig gemacht werden», sagte KMW-Chef Ralf Ketzel kürzlich der «Welt».

«Die Ukraine bestellt und Deutschland bezahlt»

Die deutsche Verteidigungsministerin Christine Lambrecht sagt zu den Waffenlieferungen: «Der Gepard ist genau das, was die Ukraine jetzt braucht, um den Luftraum zu sichern vom Boden aus.» Sie fügt an: «Wenn die Ukraine jetzt ganz dringend solche Flugabwehrsysteme braucht, sind wir bereit, sie zu unterstützen.»

«Geplant ist, jetzt schnell zu liefern, aber auch dafür zu sorgen, dass die ukrainische Armee mittel- und langfristig in der Lage ist, sich und die Bevölkerung zu verteidigen», sagte Lambrecht. «Wir werden alle Möglichkeiten weiter ausloten, wie wir weiter die Ukraine unterstützen können.» Lambrecht bekräftigte, dass die Möglichkeiten zur Lieferung von Material aus Bundeswehrbeständen begrenzt seien: «Deshalb unterstützen wir, wenn die Industrie direkt an die Ukraine liefert. Die Ukraine bestellt und Deutschland bezahlt.»

Pentagon will «Himmel und Erde» in Bewegung setzen 

Lambrechts Ankündigung der Lieferung erfolgte kurz vor Beginn des internationalen Ministertreffens, zu dem die USA rund 40 Länder auf den Stützpunkt Ramstein geladen hatten. Pentagon-Chef Lloyd Austin versprach zum Auftakt des Treffens, «Himmel und Erde» in Bewegung zu setzen, um die Ukraine im Kampf gegen Russland zu unterstützen. «Die Ukraine glaubt eindeutig daran, dass sie gewinnen kann, und alle hier glauben das auch», betonte der US-Verteidigungsminister.

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(afp/dpa/fis)

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