«Kein schöner Job»: Diese Personen haben Chancen auf den Swiss-Chefposten
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«Kein schöner Job»Diese Personen haben Chancen auf den Swiss-Chefposten

Die Swiss hat überraschend den Rücktritt ihres Chefs per Ende Jahr bekannt gegeben. Nachfolger sind noch keine bestimmt. Experten favorisieren interne Kandidaten.

von
Fabian Pöschl
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Wer wird Nachfolger von Thomas Klühr?

Wer wird Nachfolger von Thomas Klühr?

Foto: Keystone
Der aktuelle Swiss-CEO tritt überraschend per Ende Jahr zurück.

Der aktuelle Swiss-CEO tritt überraschend per Ende Jahr zurück.

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Seinen Nachfolger will die Swiss im vierten Quartal bekannt geben.

Seinen Nachfolger will die Swiss im vierten Quartal bekannt geben.

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Darum gehts

  • Swiss-Chef Thomas Klühr tritt per Ende Jahr zurück.
  • Ein Nachfolger ist noch nicht bestimmt.
  • Für Luftfahrt-Experten ist ein interner Kandidat wünschenswert.

Die Swiss hat die Öffentlichkeit am Dienstagmorgen mit dem Rücktritt ihres Chefs überrascht. Thomas Klühr will aus privaten Gründen abtreten. Die Airline leitete den Auswahlprozess für die Nachfolge ein, wie eine Sprecherin zu «20 Minuten» sagt. Im vierten Quartal wolle das Unternehmen den neuen CEO bekannt geben.

Wer kommt für die Nachfolge infrage? Für Aviatik-Experte Andreas Wittmer von der Universität St. Gallen muss es ein Krisenmanager sein, der das Unternehmen durch einen Turnaround in eine neue Ära der Luftfahrt führen soll. «Der neue Swiss-Chef muss ungemütliche Entscheide fällen, sparen und abbauen. Das ist kein schöner Job», sagt Wittmer.

KRISE

So schlecht geht es der Swiss

Die Swiss steckt in der schwersten Krise seit Bestehen des Unternehmens. Schuld ist die Corona-Pandemie. Der Flugverkehr ist teils fast vollständig zusammengebrochen. Zeitweise standen 95 Prozent der Swiss-Flotte am Boden. Das hat die Swiss im ersten Halbjahr in die roten Zahlen gerissen. Operativ flog die Lufthansa-Tochter einen Verlust von 266,4 Millionen Franken ein, nach einem Gewinn von 245,3 Millionen im Vorjahressemester. Der Umsatz stürzte um rund 55 Prozent auf 1,17 Milliarden Franken ab.
In den ersten sechs Monaten flogen 64 Prozent weniger Passagiere mit der Swiss, die im Vorjahr noch 8,8 Millionen Reisende befördert hatte. Die durchschnittliche Auslastung der Maschinen sank auf 71,2 Prozent.

Doch wer könnte Thomas Klühr an der Spitze der Lufthansa-Tochter beerben? Der deutsche Luftfahrt-Experte Cord Schellenberg nennt Finanzchef Markus Binkert einen aussichtsreichen Kandidaten. Der Schweizer sei ein Fachmann und kenne sowohl das Unternehmen als auch die Lufthansa-Gruppe seit vielen Jahren.

Würde mehr Swissness an der Spitze durch die Krise helfen? Nachdem Klühr und auch mehrere seiner Vorgänger aus Deutschland stammen? Für Aviatik-Experte Schellenberg spielt die Nationalität beim Chefposten der Airline keine Rolle. Wichtiger sei die Fachkenntnis, denn die Luftfahrt habe einen globalen Anspruch.

Für ZHAW-Aviatik-Experte Christoph Regli kommt auch Thomas Frick als neuer Swiss-Chef infrage. Der operative Swiss-Geschäftsführer ist seit 30 Jahren mit kurzem Unterbruch für die Swiss und die Lufthansa tätig und langjähriger Pilot. Ebenso denkbar ist laut Regli aber auch eine andere Personalie aus dem gesamten Lufthansa-Universum.

Für wen sich die Swiss auch entscheidet: Der Stellenwert der Swiss innerhalb des Lufthansa-Konzerns wird sich kaum ändern, sagt Schellenberg. «Die Swiss ist stark im Lufthansa-Konzern verankert. Sie war vor der Pandemie erfolgreich, und man traut ihr zu, dass sie wieder erfolgreich wird.» Für ihn ist klar: «Der Swiss-Chefposten ist eine Prestige-Position im Konzern.»

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