11.05.2019 06:31

Wasserpest

Diese Pflanze könnte Sie ertrinken lassen

Eigentlich sollte die Wasserpest vor rund zwei Jahren aus dem Obersee bei Näfels GL verschwunden sein. Nun machten Fischer eine besorgniserregende Entdeckung.

von
juu
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Der Obersee im Kanton Glarus gibt erneut Grund zur Besorgnis.

Der Obersee im Kanton Glarus gibt erneut Grund zur Besorgnis.

Wikimedia
Fischer bemerkten kürzlich mehrere grüne Stängel im Wasser.

Fischer bemerkten kürzlich mehrere grüne Stängel im Wasser.

glarnerland.ch
Nun befürchten sie, dass sich die Wasserpest wieder einnisten könnte.

Nun befürchten sie, dass sich die Wasserpest wieder einnisten könnte.

iStock/Arndt_vladimir

Bevölkerung und Touristen konnten aufatmen, als im Jahr 2017 die sogenannte Wasserpest, eine Wasserpflanze, aus dem Obersee weitgehend verschwunden war, nachdem sie fast drei Jahre lang Umweltamt, Gemeinde und Bevölkerung auf Trab gehalten hatte. So habe man bereits den Wasserspiegel erhöht, ihn danach wieder gesenkt und ein Mähboot, auch Seekuh genannt, auf den See geschickt. Nichts konnte dem Bestand der Schlingpflanze etwas anhaben. Zeitweise habe man sogar überlegt, dem Obersee stillzulegen. Dann verschwand sie plötzlich.

Doch nun gibt es erneut Grund zur Besorgnis. Als Fischer kürzlich das Seeufer reinigten, bemerkten sie wieder viele grüne Stängel, die der Oberfläche entgegenwachsen. Nun fürchten Fischer und Behörden, dass sich die grüne Wasserpflanze wieder einnisten könnte: «Es gab Anzeichen, dass die Wasserpest wieder kommt», sagt Jakob Marti, Leiter der Abteilung Umweltschutz und Energie beim Kanton Glarus, zur «Südostschweiz». Ob sie sich allerdings wieder zu einer Plage entwickelt, wisse man derzeit noch nicht. Erst die Sommermonate würden Klarheit bringen.

Ungeübte Schwimmer könnten ertrinken

Doch die Pflanze ist keinesfalls harmlos. Wie «Focus» berichtet, sollten sich Badegäste zweimal überlegen, in einem von Wasserpest befallenen Gewässer zu schwimmen, denn die Pflanze kann für Schwimmer zu einer tödlichen Gefahr werden. Da die Schlingpflanze mehrere Meter lang werden und direkt unter der Wasseroberfläche wuchern kann, können sich Schwimmer leicht mit Armen oder Beinen darin verheddern.

«Ungeübte Schwimmer geraten dabei leicht in Panik», sagt Peter Sieman, Leiter der Abteilung Einsatz, Medizin und Rettungssport der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft, gegenüber dem Magazin. Durch unkontrollierte und panische Bewegungen könne sich der Schwimmer noch mehr in der Wasserpest verfangen und so an Auftrieb verlieren und ertrinken. In so einem Gewässer könne das richtige Verhalten lebensrettend sein. Laut Sieman sollte man deshalb Ruhe bewahren, sich in Rückenlage bringen und flach an der Oberfläche aus dem Gefahrenbereich herausschwimmen.

Mit Jutenetzen den Seeboden abdecken

Doch auch der Gestank der Pflanze ist nicht ohne, denn die abgestorbenen Stängel vermodern am Uferrand und sondern einen sonderbaren Geruch ab. Laut Marti gibt es aber leider noch kein erprobtes Gegenmittel gegen diese Pflanze. Eine Massnahme für diesen Sommer sei allerdings parat: «Gibt es wieder ein Pest-Jahr, müsste eine Spezialfirma einen kleinen Teil des Seebodens mit Jutenetzen abdecken», wird er von der «Südostschweiz» zitiert. Der Versuch sei schon länger geplant, aber immer wieder verschoben worden.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Obersee negative Schlagzeilen macht: 2017 starben mehrere Hunde, nachdem sie an dem Glarner See unterwegs gewesen waren. Damals wurde vermutet, dass Blaualgen schuld am Verenden der Tiere seien. Daraufhin wurde eine Warnung vor dem See platziert, in der explizit vom Baden im See, vom Konsum des Seewassers (gilt für Mensch und Tier) und vom Berühren der herumliegenden Algen abgeraten wird. Wie «Glarus 24» allerdings berichtete, konnte bereits drei Wochen später Entwarnung gegeben werden: Untersuchungen ergaben, dass der Giftstoff Anatoxin-a zwar nicht im Wasser, hingegen aber in den angeschwemmten Blaualgen vorhanden ist. Ob dies tatsächlich zum Tod der drei Hunde geführt hat, ist nicht bekannt.

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