Aktualisiert 21.02.2019 15:53

Gleitschnee-Risiko

Diese Pisten sind wegen Lawinengefahr gesperrt

Das schöne Wetter begünstigt Lawinen. Skiorte müssen nun Pisten schliessen. An einigen Orten wurden Niedergänge registriert.

von
maz

In Crans-Montana forderte ein Lawinenniedergang am Dienstag ein Todesopfer. Eine Skifahrerin entkam der Lawine knapp.

Die derzeit hohen Temperaturen begünstigen schwer vorauszusehende Gleitschnee-Lawinen. Eine solche ging am Dienstag in Crans-Montana VS auf eine Piste nieder und forderte ein Todesopfer. Nun reagieren andere Skiorte. In Laax mussten am Donnerstagnachmittag zwei Pisten geschlossen werden, wie Lisa Lerchi von der Medienstelle der Bergbahnen gegenüber 20 Minuten bestätigt.

«Ob eine Lawine ausgelöst wird, hängt vor allem auch vom Aufbau der Schneedecke ab. Die permanente Sonneneinstrahlung erhöht das Lawinenrisiko insofern, dass die Schneedecke durch das Schmelzwasser schwerer wird. Wenn die Belastung zu gross wird, führt dies zu einer Gleitschneelawine», sagt Lerchi. Exponierte Stellen im Skigebiet Laax seien unter ständiger Beobachtung und würden bei Bedarf gesperrt. Derzeit wird die Gefahr für Gleitschneelawinen in Laax gemäss dem Schnee- und Lawinenforschungsinstitut SLF als mässig eingestuft (Stufe 2 von 5).

Laut der «Luzerner Zeitung» mussten auch am Titlis Pisten geschlossen werden. «Wir haben am Mittwoch und Dienstag die Engstlenpiste zeitweise geschlossen und werden das aus Sicherheitsgründen auch in den nächsten Tagen tun müssen, allenfalls sogar bis Ende Saison», sagt Christoph Bissig, Chef des Pisten- und Rettungsdienstes. Es warteten zwei grosse Schneeblöcke mit je rund 2000 Kubikmetern, die sich bewegten und sich aufgrund ihres Gewichts jederzeit lösen könnten, so Bissig zur Zeitung.

Erhöhte Gefahr am Nachmittag

Auch in Zermatt ist das Risiko erhöht. Laut Mathias Imoberdorf von den Zermatt Bergbahnen liegt das Gefahrenrisiko auf Stufe 2 von 5. «Am Nachmittag kann das Risiko von Nass- und Gleitschneelawinen an sonnigen Hängen steigen, da durch die starke Sonneneinstrahlung der Boden erwärmt wird und die Schneedecke von unten her schmilzt. Auf dem feuchten Untergrund kann die Schneedecke dann abrutschen.» Zurzeit seien alle Pisten offen. Es könne aber sein, dass man einige etwas früher schliessen müsse, wenn die Gefahr steige.

Ähnlich sieht es in Arosa aus. «Wir haben einige Nassschneerutsche», sagt Walter Tschanz, Leiter Pisten & Rettung, zu 20 Minuten. Die seien aber nicht gefährlich: «Zurzeit herrscht mässige Gefahr. Die Gefahrenstufe liegt bei 2. Diese wird jeden Tag neu beurteilt. Die Lage sollte auch in den nächsten Tagen so bleiben.»

Björn Luginbühl von der Adelboden Bergbahnen AG gibt ebenfalls noch keine Entwarnung: «Zurzeit herrscht laut dem SLF mässige Gefahr. Die Lawinengefahr ist vor allem an den Südhängen wegen der starken Sonneneinstrahlung erhöht. Bei uns ist zurzeit ein Pistenabschnitt von 200 Metern gesperrt.» Man überprüfe die Situation laufend. Da das Wetter in den nächsten Tagen schön bleibe, werde sich wahrscheinlich nicht viel an der Situation ändern.

Gefahr am höchsten im nördlichen Wallis

Die Lage bleibt im Wallis am prekärsten. «Zurzeit ist die Gefahr für Gleitschneelawinen im nördlichen Wallis am höchsten. Dort liegt sie auf Stufe 3 von 5 und man muss schon von einer heiklen Situation sprechen», sagt Kurt Winkler vom SLF. «Zurzeit ist die Gefahr wegen der Sonneneinstrahlung an Südhängen unterhalb von 2500 Metern am höchsten.»

Konkret lasse sich aber nicht sagen, wo die nächste Lawine abgehen wird. Wegen des warmen Wetters gebe es derzeit viele Gleitschneelawinen, doch Skifahrer auf der Piste müssten sich keine Sorgen machen und könnten ungeniert Ski fahren. Sollte Gefahr herrschen, würden die Pisten geschlossen. Neben der Piste sei aber Vorsicht geboten. Dort sei man auf eigene Verantwortung unterwegs.

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