Einzigartige Deckenmalerei von Caravaggio – Diese Prinzessinnen-Villa mit Barock-Gemälden soll 490 Mio. Fr. einbringen
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Einzigartige Deckenmalerei von CaravaggioDiese Prinzessinnen-Villa mit Barock-Gemälden soll 490 Mio. Fr. einbringen

Weil sie mit den Kindern ihres verstorbenen Mannes im Streit liegt, wird die Villa von Prinzessin Rita Jenrette Boncompagni Ludovisi versteigert. Auch dank eines einzigartigen Deckengemäldes von Caravaggio ist sie aber nicht gerade ein Schnäppchen.

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Diese Decke in der Villa Ludovisi wurde einst von den Künstlern Guercino und Domenichino verschönert.

Diese Decke in der Villa Ludovisi wurde einst von den Künstlern Guercino und Domenichino verschönert.

Reuters
Wer dieses geschichtsträchtige Anwesen kauft, muss eher gut bei Kasse sein.

Wer dieses geschichtsträchtige Anwesen kauft, muss eher gut bei Kasse sein.

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Auch eine Statue des griechischen Gottes Pan von Michelangelo gehört zur Villa.

Auch eine Statue des griechischen Gottes Pan von Michelangelo gehört zur Villa.

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Darum gehts

  • Eine der schönsten aristokratischen Villen Roms steht nach einem Gerichtsbeschluss zum Verkauf.

  • Das Casino d’Aurora verfügt über viel Platz, einen prachtvollen Garten und das einzige bekannte Deckengemälde von Caravaggio.

  • Wer das nötige Kleingeld zum Kaufen hat, sollte auch gleich Renovierungsarbeiten für elf Millionen Euro einkalkulieren.

Eine Villa mit dem einzig bekannten Deckengemälde des bedeutenden Barockmalers Michelangelo Merisi da Caravaggio wird per Gerichtsbeschluss versteigert. Das mitten in Rom gelegene Casino dell’Aurora, auch bekannt als Villa Ludovisi, wurde 1570 erbaut und befindet sich seit Anfang des 17. Jahrhunderts im Besitz der Familie Ludovisi, einer der aristokratischen Familien der italienischen Hauptstadt. Zuletzt bewohnten es Fürst Nicolo Boncompagni Ludovisi und seine in Texas geborene Ehefrau.

Nach dem Tod des Fürsten im Jahr 2018 wurde die Villa zum Gegenstand eines Erbstreits zwischen den Kindern aus dessen ersten Ehen und seiner dritten Frau, Prinzessin Rita Jenrette Boncompagni Ludovisi. Ein Richter ordnete kürzlich die Versteigerung der Villa an, die für den 18. Januar angesetzt ist. Ihr Wert wird auf 471 Millionen Euro geschätzt, das Startgebot liegt bei 353 Millionen Euro.

«Für das Haus muss man Milliardär sein»

Die Auflistung auf der Auktionsseite des Gerichts hebt die vielen Vorzüge des Hauses hervor, weist aber auch darauf hin, dass Renovierungsarbeiten im Wert von elf Millionen Euro erforderlich sind, um das Haus an die heutigen Standards anzupassen. Es handle sich um ein «monumentales Anwesen» auf sechs Ebenen, das zu den prestigeträchtigsten architektonischen und landschaftlichen Schönheiten Roms gehöre, mit drei Garagen, zwei Dachterrassen, einem prächtigen Garten mit Arboretum und hohen Bäumen, Fussgängerwegen, Treppen und Ruhezonen – und dem Caravaggio-Gemälde.

Die amerikanische Prinzessin, die früher mit dem ehemaligen US-Kongressabgeordneten John Jenrette Jr. verheiratet war und seit fast 20 Jahren in der Villa lebt, sagte über den Verkauf im Gespräch der Nachrichtenagentur AP: «Ich habe versucht, das Haus im Rahmen meiner Möglichkeiten zu restaurieren. Man muss Milliardär sein, wenn man so ein Haus hat, ein historisches Haus, weil man alles richtig machen will.»

Im Jahr 2010 hatte das Paar beschlossen, die Villa für Besichtigungen und Abendessen für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen, um die fortlaufenden Instandhaltungs- und Renovierungsarbeiten zu finanzieren. Zusätzlich zur Caravaggio-Decke und den üppigen Gärten im Aussenbereich verfügt das 2800 Quadratmeter grosse Gebäude an der mondänen Via Veneto über Fresken von Guercino, einem weiteren Barockmaler.

Planeten zieren die Decke

Der Caravaggio wurde 1597 von einem Diplomaten und Kunstmäzen in Auftrag gegeben, der den jungen Maler bat, die Decke eines kleinen Raumes zu schmücken, den er als Alchemie-Werkstatt nutzte. Das 2,75 Meter breite Wandgemälde, das Jupiter, Pluto und Neptun darstellt, ist ungewöhnlich: Es ist kein Fresko, sondern Öl auf Gips.

«Es ist einerseits ein seltenes Bild und andererseits von grossem Wert, da es von einem herausragenden Künstler stammt», sagte Claudio Strinati, Kunsthistoriker und Caravaggio-Experte. «Die Wahl der Öl-auf-Wand-Technik rührt wahrscheinlich daher, dass Caravaggio nicht wusste, wie man Fresken technisch malt.»

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(trx)

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