Aktualisiert 04.01.2014 13:29

ÄgyptenDiese Puppe steht unter Terrorverdacht

Ein ägyptischer Rapper glaubt, dass Puppen in einem Werbespot codierte Botschaften der Muslimbrüder verbreiten. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Sie ist nur etwa 40 Zentimeter gross, hat grosse, schwarze Augen – und steht unter Terrorverdacht: Die ägyptische Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen eine Stoffpuppe aufgenommen, die in einem Werbespot der britischen Mobilfunkgesellschaft Vodafone telefoniert.

Laut dem Rapper und Verschwörungstheoretiker Ahmad Spider soll die Stoffpuppe namens Abla Fahita im Spot Codes für die Muslimbruderschaft verbreiten. Denn diese sei ein Mitglied des britischen Geheimdiensts MI6 und versuche, die Sicherheit Ägyptens zu gefährden.

Weihnachtskugeln sind Bomben

Grund für den schwerwiegenden Verdacht ist ein mit Weihnachtsbeleuchtung behängter Kaktus. Dieser hat laut Spider die Form von vier Fingern und symbolisiert so das Zeichen, mit dem die Muslimbrüder ihrer im August von Sicherheitskräften getöteten Anhänger gedenken. Die Weihnachtskugeln sollen gemäss dem Rapper Bomben darstellen.

Dass sich die Puppe im Werbespot dann auch noch die Hilfe eines Spürhunds wünscht, der bei der Suche nach einer SIM-Karte helfen soll, macht den Fall für Spider hieb- und stichfest: ein klarer Aufruf zu Bombenattentaten. Höchstwahrscheinlich zum koptischen Weihnachtsfest am 7. Januar.

Rapper und Puppe im Gespräch

Zur Silvesternacht wurde es noch absurder: Ahmed Spider und die Stoffpuppe trafen sich bei einem privaten Fernsehsender zu einem Streitgespräch, in dem der Rapper der Puppe drohte, er würde sie ins Gefängnis bringen. «Ich bin eine Witzfigur», konterte diese schlagfertig.

Aufgrund des grossen Wirbels, den die Aussagen auslösten, schaltete sich nun die Staatsanwaltschaft ein. Wie «Spiegel Online» berichtete, wurden die Macher der Spots am Donnerstag zu einer Vernehmung bestellt.

«Es ist traurig, dass Menschen so denken»

«Diese Werbung dient allein dem Marketing. Sie enthält keine verborgenen Botschaften oder Bedeutungen», heisst es in einer Stellungnahme von Vodafone. «Wir sind sehr traurig darüber, dass es in Ägypten Menschen gibt, die so denken.»

Wie es nun mit der Abla Fahita weitergeht ist unklar. In der Zwischenzeit wird im Internet jedoch zum Boykott von Vodafone aufgerufen. Andere hingegen machen sich über die Hirngespinste des Rappers lustig. Slogans wie «Free Fahita» oder «Keine Folter für Abla Fahita!» kursieren laut «Focus Online» ebenfalls auf den sozialen Netzwerken.

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