Flugabwehrsystem S-300: Diese Rakete schlug in Polen ein

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Flugabwehrsystem S-300Diese Rakete schlug in Polen ein

Trümmer einer zum Flugabwehrsystem des Typs S-300 gehörenden Rakete gingen in Polen nieder. Das seit 1979 existierende System wird bis heute sowohl vom russischen als auch vom ukrainischen Militär genutzt.

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Eine Rakete des sowjetischen Flugabwehrsystems S-300 ging laut der polnischen Regierung nahe der Grenze zur Ukraine nieder. (Bild: Militärparade in Minsk mit S-300, 2013)

Eine Rakete des sowjetischen Flugabwehrsystems S-300 ging laut der polnischen Regierung nahe der Grenze zur Ukraine nieder. (Bild: Militärparade in Minsk mit S-300, 2013)

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Am Ort der Explosion seien Trümmer eines solchen Flugabwehrgeschosses gefunden worden, erklärte Polens Justizminister Zbigniew Ziobro am Mittwoch. (Archivaufnahme)

Am Ort der Explosion seien Trümmer eines solchen Flugabwehrgeschosses gefunden worden, erklärte Polens Justizminister Zbigniew Ziobro am Mittwoch. (Archivaufnahme)

IMAGO/SNA
Eingesetzt werden sie normalerweise an der Front und im Hinterland – zum Schutz eigener Einheiten oder von Industrie- und anderen strategisch wichtigen Objekten vor Luftangriffen.

Eingesetzt werden sie normalerweise an der Front und im Hinterland – zum Schutz eigener Einheiten oder von Industrie- und anderen strategisch wichtigen Objekten vor Luftangriffen.

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Darum gehts

  • Die im polnischen Grenzgebiet zur Ukraine eingeschlagene Rakete gehört nach Angaben der polnischen Regierung zum Flugabwehrsystem des Typs S-300.

  • Am Ort der Explosion in dem polnischen Dorf Przewodow seien Trümmer eines solchen Flugabwehrgeschosses gefunden worden.

  • Seit 1979 sind die S-300 im Dienst und werden bis heute sowohl vom russischen als auch vom ukrainischen Militär genutzt.

Die im polnischen Grenzgebiet zur Ukraine eingeschlagene Rakete gehört nach Angaben der polnischen Regierung zum Flugabwehrsystem des Typs S-300. Am Ort der Explosion seien Trümmer eines solchen Flugabwehrgeschosses gefunden worden, erklärte Polens Justizminister Zbigniew Ziobro am Mittwoch.

Nachfolgemodell der S-300 gilt als hochmodern

Die S-300 ist ein mobiles sowjetisches Flugabwehrsystem, entwickelt vom Elektronik- und Maschinenbauer Almas. Die Raketen dazu stammen vom Konstruktionsbüro Fackel. Beide Unternehmen sind Teil des heutigen russischen Rüstungskonzerns Almas-Antej. Seit 1979 sind die S-300 im Dienst. In Russland gibt es inzwischen das Nachfolgemodell S-400, das als eines der modernsten Flugabwehrsysteme weltweit gilt. Im Frühjahr hat Almas-Antej sogar die Serienproduktion der S-500 angekündigt, die noch leistungsfähiger sein soll. Dennoch werden die S-300 bis heute genutzt, sowohl vom russischen als auch vom ukrainischen Militär.

Eingesetzt werden sie normalerweise an der Front und im Hinterland – zum Schutz eigener Einheiten oder von Industrie- und anderen strategisch wichtigen Objekten vor Luftangriffen. Sie können dabei mehrere Luftziele – seien es Raketen oder Flugzeuge – bekämpfen und sind dabei auch bei der Flughöhe der abzufangenden Objekte flexibel einsetzbar. Ihre Reichweite liegt abhängig von den genutzten Raketen bei bis zu 200 Kilometern.

Russland setzte System auch gegen Städte ein

Im Angriffskrieg gegen die Ukraine hat Russland die Raketen des S-300-Systems nicht nur gegen Ziele in der Luft, sondern vielfach auch zum Beschuss ukrainischer Städte benutzt. Experten erklären dies damit, dass Moskau in dem für einige Tage konzipierten, aber seit Monaten andauernden Krieg inzwischen Defizite bei zahlreichen anderen Raketentypen wie der «Iskander» verspürt.

Am Dienstag allerdings, als Russland seine bislang schwersten Luftangriffe auf den Nachbarn startete, sollen vor allem moderne Lenkwaffen des Typs «Kalibr» von Schiffen aus dem Schwarzen Meer und Interkontinentalraketen vom Typ «Awangard» aus dem Kaspischen Meer abgeschossen worden sein. Aus Belarus, der einzigen Region, von wo aus auch S-300-Raketen polnisches Gebiet hätten erreichen können, wurden keine Abschüsse gemeldet.

Frage nach verlässlichem Flugabwehrsystem für die Ukraine

Der Vorfall wirft einmal mehr die Frage nach einem verlässlichen Flugabwehrsystem für die Ukraine auf. Diese war nicht in der Lage, den massiven russischen Angriff zu entschärfen, der erneut in grossen Teilen des Landes die Stromversorgung lahmlegte. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski fordert seit langem Unterstützung des Westens, gerade beim Thema Luftabwehr. Deutschland hat der Ukraine Flugabwehrpanzer vom Typ Gepard sowie bislang ein Exemplar des hochmodernen Systems Iris-T geliefert.

Die Nato selbst schützt ihren Luftraum vor allem mit Patriot-Raketen. Die können Flugzeuge, ballistische Raketen und Marschflugkörper bis zu einer Höhe von 30 Kilometern und einer Entfernung von maximal 1000 Kilometern abschiessen. Allerdings sind auch hier die Kapazitäten begrenzt. Gerade osteuropäische Staatschefs wie Litauens Präsident Gitanas Nauseda fordern daher, mehr solcher Systeme sowohl an der Grenze zur Ukraine als auch an der Grenze zu Russland aufzustellen. 

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(DPA/bre)

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