Massnahmen-Übersicht Teil 4 - Noch immer harte Einreiseregeln für Frankreich, Irland und Grossbritannien
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Massnahmen-Übersicht Teil 4Noch immer harte Einreiseregeln für Frankreich, Irland und Grossbritannien

Es darf wieder gereist werden. Wer Ferien im Ausland machen will, muss allerdings immer noch einige Covid-Regeln beachten. Hier erfährst du, was du für Reisen in drei beliebte Ferienziele beachten musst.

von
Jean-Claude Gerber
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Reisen sieht in Zeiten der Pandemie etwas anders aus als früher.

Reisen sieht in Zeiten der Pandemie etwas anders aus als früher.

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Denn das Virus ist nicht aus der Welt.

Denn das Virus ist nicht aus der Welt.

CDC/PD
Entsprechend gilt es auch beim Reisen einige Massnahmen zu beachten.

Entsprechend gilt es auch beim Reisen einige Massnahmen zu beachten.

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Darum gehts

  • Wer seine Ferien im Ausland verbringen möchte, muss im Jahr zwei der Pandemie gut vorbereitet sein.

  • Denn jedes Land hat seine ganz eigenen Corona-Massnahmen.

  • Selbst hinsichtlich der Einreise gelten unterschiedliche Regeln.

  • Im vierten Teil der 20-Minuten-Reiseübersicht erfährst du, was du bei Reisen nach Frankreich, Irland und ins Vereinigte Königreich wissen musst.

Nach langen Monaten der Einreisesperren und Bewegungseinschränkungen sind Ferien im europäischen Ausland wieder möglich. Doch ganz frei ist das Reisen noch nicht. So manche Massnahmen gelten nach wie vor. Denn das Coronavirus Sars-CoV-2 ist immer noch da. Und die ansteckendere und gefährlichere Delta-Variante, die zuerst in Indien entdeckt wurde, breitet sich in Europa aus. Die Pandemie ist noch nicht zu Ende.

Deshalb heissen viele Länder zwar wieder Gäste willkommen – aber nur unter Auflagen. Schliesslich soll das Reisen die Infektionszahlen in den Feriendestinationen und zuhause nicht wieder nach oben schnellen lassen. Was gerade in Frankreich, Irland und im Vereinigten Königreich gilt, erfährst du in diesem Artikel. Welche Regeln derzeit in Italien, Spanien und Portugal gelten, erfährst du dagegen hier. Was du bei einem Trip nach Kroatien, Albanien, in den Kosovo und die Türkei beherzigen musst, liest du hier. Tipps für Griechenland, Tunesien und Ägypten gibt es hier.

Wichtig: Der Artikel stellt eine Momentaufnahme dar (Freitag, 25. Juni). Aufgrund der Pandemie sind jederzeit Änderungen möglich.

Frankreich

Strandferien in Frankreich steht zurzeit kaum mehr etwas im Weg. 

Strandferien in Frankreich steht zurzeit kaum mehr etwas im Weg.

20min/Jean-Claude Gerber

Einreise

Wer auf dem Luft-, Land- und Seeweg nach Frankreich reisen will, muss vorgängig eine eidesstattliche Erklärung (PDF) ausfüllen und mitführen. Zudem muss ein negativer Corona-Test vorgelegt werden. Anerkannt werden PCR- und Antigen-Schnelltests, die nicht älter als 72 Stunden sein dürfen. Kinder unter elf Jahren sind von der Testpflicht ausgenommen. Wer nach Korsika will, muss ebenfalls einen Test vorlegen, auch wenn man vom französischen Festland auf die Mittelmeerinsel reist.

Vollständig Geimpfte und Genesene dürfen mit einem entsprechenden Nachweis ohne negativen Test nach Frankreich einreisen. Von Frankreich anerkannte Impfstoffe sind Pfizer/Biontech, Moderna, AstraZeneca und Johnson & Johnson.

Wer in Grenznähe wohnt und im Umkreis von weniger als 30 Kilometern vom eigenen Wohnort für maximal 24 Stunden die Grenze überschreitet, benötigt keinen negativen Covid-Test.

Wer aus Frankreich abfliegt, dem wird vor dem Boarding die Körpertemperatur gemessen, damit sich das Virus nicht im Flugzeug ausbreiten kann. Ausserdem gilt Maskenpflicht an Bord und auf Flughäfen.

Quarantäne bei der Rückkehr

Auf der BAG-Liste der Risikoländer vom 17. Juni sind die Regionen Centre-Val de Loire, Haute-France, Île de France, Normandie und Pays de la Loire aufgeführt. Wer aus diesen Regionen in die Schweiz zurückkehrt und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss zehn Tage in Quarantäne (unter speziellen Voraussetzungen sieben Tage), einen negativen Covid-19-Test vorweisen (nicht älter als 72 Stunden) und das elektronische Einreiseformular ausfüllen.

Diese Regelung fällt ab 26. Juni weg. Ab dann wird die Quarantänepflicht für Einreisen aus dem Schengen-Raum grundsätzlich aufgehoben.

Massnahmen im Land

Die Ausgangssperre wurde aufgehoben. Für Reisen innerhalb Frankreichs gibt es keine Einschränkungen.

Das Tragen einer Maske ist im Freien nicht mehr vorgeschrieben, ausser wo aufgrund einer Menschenansammlung die Abstände nicht eingehalten werden können, etwa auf Märkten. In öffentlichen Verkehrsmitteln (inklusive Taxis) und öffentlichen geschlossenen Räumen herrscht weiterhin Maskenpflicht. Kinder bis elf Jahren sind davon ausgenommen.

In Restaurants sind Innen- und Aussenbereiche wieder geöffnet. Die Auslastung der Lokale ist in Innenräumen auf 50 Prozent begrenzt und pro Tisch sind maximal sechs Personen erlaubt.

Kultureinrichtungen und Schwimmbäder sind wieder für Besucherinnen und Besucher zugänglich. Es sind allerdings strenge Hygieneauflagen zu beachten.

Festivals, Konzerte, Sportevents mit maximal 5000 Personen sind wieder erlaubt. Besucherinnen und Besucher von Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen müssen ein Gesundheitszeugnis zum Nachweis ihrer Immunität oder einen negativen Test vorlegen.

Indoor-Veranstaltungen sind ab dem 30. Juni wieder erlaubt. Auch hier wird ein Gesundheitsnachweis verlangt.

Ab dem 9. Juli dürfen Clubs wieder öffnen. Wer tanzen gehen will, muss entweder vollständig geimpft sein oder einen negativen Corona-Test vorweisen. Das Tragen von Masken wird sehr empfohlen, ist jedoch nicht verpflichtend.

Für die französischen Überseegebiete gelten abweichende Bestimmungen. Den Überblick gibt es auf der Website des französischen Innenministeriums.

Irland

In Irland sind die Aussenbereiche der Restaurants seit dem 7. Juni wieder geöffnet.

In Irland sind die Aussenbereiche der Restaurants seit dem 7. Juni wieder geöffnet.

AFP

Einreise

Irland rät bis zum 18. Juli von nicht notwendigen, touristischen Reisen ab.

Wer dennoch einreisen will, muss einen negativen PCR-Test vorlegen, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. Ausgenommen von dieser Vorgabe sind Kinder unter sechs Jahren. Weiter muss ein Formular (Passenger Locator Form PLF) ausgefüllt werden. Nichtausfüllen des Formulars, Falschangaben oder unterlassene Updates bei Änderung des Aufenthaltsortes sind strafbar (bis 2500 Euro oder bis sechs Monate Freiheitsstrafe). Zudem muss man sich direkt nach Ankunft für 14 Tage an der im PLF vermerkten Adresse in Quarantäne begeben.

Nach frühestens fünf Tagen muss ein weiterer kostenloser PCR-Test gemacht werden. Erst wenn von diesem ein negatives Resultat vorliegt, darf die Quarantäne verlassen werden. Die Bestätigung des negativen Resultats muss 14 Tage lang aufbewahrt werden.

Einreise aus Grossbritannien

Wer aus Nordirland einreist, ist von diesen Bestimmungen ausgenommen, sofern man nicht in den letzten 14 Tagen in einem Drittstaat oder in Grossbritannien (England, Wales, Schottland) war. Wer aus Grossbritannien einreist, muss ebenfalls frühestens fünf Tage nach Ankunft einen weiteren, kostenlosen PCR-Test machen. Vollständig geimpfte Personen dürfen bei einem negativen Resultat dann die Quarantäne verlassen. Nicht vollständig geimpfte Personen müssen nach zehn Tagen einen weiteren kostenlosen PCR-Test machen.

Massnahmen im Land

In Irland wird die Einhaltung der Massnahmen verstärkt kontrolliert. Bei Nichteinhaltung drohen Bussen. Folgendes gilt aktuell:

  • Das Tragen einer Maske ist in öffentlichen Transportmitteln und Geschäften vorgeschrieben.

  • Besucherinnen und Besucher aus drei Haushalten oder maximal sechs Besucher ohne Begrenzung nach Haushalten im Garten sind erlaubt.

  • Hausbesuche (Innenraum) von einem anderen Haushalt werden gestattet.

  • Reisen im Inland sind möglich.

  • Treffen im Freien sind in Gruppen von bis zu 15 Personen erlaubt, gilt auch für Sport.

  • Dienstleister sind geöffnet, es braucht aber eine Voranmeldung.

  • Restaurants dürfen lediglich im Freien servieren.

  • Museen, Galerien und andere kulturelle Sehenswürdigkeiten sind geöffnet.

  • Freiluftveranstaltungen sind zugelassen, aber nur mit begrenzter Zuschauerzahl.

  • Fitnessstudios, Schwimmbäder und Freizeitzentren sind für individuelle Trainings geöffnet.

  • Öffentliche Verkehrsmittel dürfen mit einer maximalen Auslastung von 50 Prozent fahren.

Ab dem 5. Juli sind Lockerungen geplant, sofern es die epidemiologische Lage zulässt. So sollen etwa Besuche von bis zu drei anderen Haushalten zu Hause (drinnen) möglich sein. Restaurants und Bars dürfen auch drinnen servieren. Indoor-Veranstaltungen mit begrenzter Zuschauerzahl sind gestattet.

Vereinigtes Königreich

Zwar locken auch im Vereinigten Königreich Strände, wegen der Delta-Variante wird aber vor Reisen dorthin abgeraten.

Zwar locken auch im Vereinigten Königreich Strände, wegen der Delta-Variante wird aber vor Reisen dorthin abgeraten.

Aaron Chown/PA Wire/dpa

Einreise

Das Vereinigte Königreich steht auf der BAG-Liste der Staaten mit einer besorgniserregenden Virus-Variante. Der Bundesrat empfiehlt, auf Reisen in Staaten und Gebiete mit einer besorgniserregenden Variante zu verzichten.

Wer trotzdem als Touristin oder Tourist aus der Schweiz nach England, Schottland, Wales oder Nordirland einreisen will, muss mindestens 48 Stunden vorher ein Einreiseformular (Passenger Locator Form PLF) ausfüllen. Zudem wird ein negativer PCR- oder Antigen-Test in englischer, französischer oder spanischer Sprache verlangt, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. Keinen Test braucht es bei der Einreise aus Irland, Jersey, Guernsey, Isle of Man, Ascension, St. Helena und den Falklandinseln, sofern man sich vorher zehn Tage dort aufgehalten hat.

Direkt nach der Einreise ist eine zehntägige Quarantäne fällig. Während der Quarantäne müssen zwei weitere Tests (am zweiten und am achten Tag) gemacht werden, die vor Antritt der Reise online gebucht werden müssen (Links unten). Nach frühestens fünf Tagen kann man sich in England, nicht aber in den anderen Landesteilen, frei testen. Wer sich in den letzten zehn Tagen vor der Einreise in einem Land von der roten Liste aufgehalten hat, muss in die überwachte Hotelquarantäne.

Anmeldung für obligatorische Covid-Tests

England

Schottland

Wales

Nordirland

Quarantäne bei der Rückkehr

Das BAG hat das Vereinigte Königreich auf die Liste der Staaten mit einer besorgniserregenden Virus-Variante gesetzt. Dies, weil sich dort die gefährliche Corona-Variante Delta unter nicht vollständig geimpften Personen rasend schnell ausbreitet und bereits zur dominanten Variante geworden ist. Das bedeutet für die Rückreise aus dem Vereinigten Königreich, dass man sich innerhalb von zwei Tagen der zuständigen kantonalen Behörde melden und für zehn Tage in Quarantäne muss. Wer die Quarantänepflicht nicht befolgt, kann mit einer Busse von bis zu 10’000 Franken bestraft werden.

Massnahmen im Land

In allen vier Landesteilen gelten leicht unterschiedliche Corona-Massnahmen. So müssen in Schottland, Wales und Nordirland zwei Meter Abstand eingehalten werden. In Schottland müssen Kinder unter zwölf und in Wales unter elf Jahren die Abstandsvorgaben nicht einhalten. In England gelten eigentlich ebenfalls zwei Meter. Wo sie nicht eingehalten werden können, aber Masken getragen werden oder man mit dem Rücken zueinander steht, gilt eine Abstandsvorgabe von einem Meter.

Überall gilt: Wo der Abstand nicht eingehalten werden kann, gilt Maskenpflicht, ebenso in öffentlichen Verkehrsmitteln. In England und Schottland zudem in Geschäften.

Gar keine Maskenpflicht gibt es in England für Kinder unter elf Jahren, in Schottland unter fünf Jahren, in Nordirland unter 13 Jahren.

Unter Einhaltung der Abstandsregeln können sich in England und Wales im Freien bis zu 30 Personen treffen. In geschlossenen Räumen in England bis zu sechs Personen aus mehreren Haushalten oder eine unbegrenzte Anzahl an Personen aus bis zu zwei Haushalten, in Wales aus drei Haushalten.

Etwas anders sieht es in Schottland aus: Hier sind Treffen in Innenräumen mit bis zu sechs Personen aus sechs Haushalten erlaubt, mit bis zu acht Personen aus acht Haushalten im Freien (in Gebieten mit Massnahmen-Stufe 2, siehe unten). In Nordirland dürfen sich im Freien bis zu 15 Personen aus drei Haushalten treffen. In Innenräumen sind höchstens sechs Personen aus zwei Haushalten erlaubt.

Restaurants sind in England, Schottland und Wales geöffnet (Innen- und Aussenbereiche). In Nordirland nur die Aussenbereiche.

Ausser in Nordirland sind Theater und Konzertsäle mit reduzierten Kapazitäten geöffnet.

Reisen im Inland sind möglich.

Besondere Massnahmen in England

In Gebieten Englands, in denen die Delta-Variante auf dem Vormarsch ist, gelten erweiterte Verhaltenstipps. So sollte man zwei Mal geimpft sein und sich zudem zwei Mal pro Woche testen lassen. Man soll sich zudem im Freien treffen, zwei Meter Abstand einhalten und Reisen in weniger betroffene Gebiete unterlassen.

Clubs bleiben geschlossen. Weitere Lockerungen sind für den 19. Juli vorgesehen.

Besondere Massnahmen in Schottland

Innerhalb Schottlands gibt es ein Stufensystem von 0 bis 4, wobei 4 für die strengsten Massnahmen steht. Zurzeit sind alle Gebiete zwischen 0 bis 2 eingestuft. In Edinburgh und Glasgow gilt die Stufe 2. In Aberdeen und Inverness dagegen Stufe 1.

Je tiefer die Stufe, desto lockerer die Massnahmen. So dürfen sich etwa auf der Insel Orkney (Stufe 0) zu Hause (drinnen) acht Personen aus vier Haushalten treffen, in Pubs zehn Personen aus vier Haushalten und draussen 15 Personen aus 15 Haushalten. Kinder unter zwölf Jahren werden nur in Innenräumen mitgezählt.

Fast alles ist geöffnet (zum Teil mit Kapazitätsbeschränkungen etwa in Stadien), ausser Clubs und Etablissements der Erwachsenenunterhaltung. In welchen Gebieten Schottlands welche Stufe gilt und welche Massnahmen dort zum Tragen kommen, erfährst du hier.

Auch Schottland hat weitere Lockerungen für den 19. Juli angekündigt.

Besondere Massnahmen in Wales

In Wales gab es den letzten Lockerungsschritt am 18. Juni. Unter anderem können nun auch in Musik-Clubs und anderen kleineren Veranstaltungsorten, ähnlich wie in Pubs, Gruppen von bis zu sechs Personen zusammensitzen. Die nächsten Lockerungsschritte sollen nicht vor dem 15. Juli besprochen werden.

Besondere Massnahmen in Nordirland

Besuche in Betrieben mit personenbezogenen Dienstleistungen mit Körperkontakt (z. B. Coiffeurgeschäfte) sind nur mit Voranmeldung möglich.

Ab dem 5. Juli sollen sich bis zu zehn Personen aus zwei Haushalten zu Hause (drinnen) und 15 Personen aus beliebig vielen Haushalten draussen treffen dürfen. Ausserdem soll in Pubs wieder Livemusik gespielt werden dürfen. Aber nur in einer Lautstärke, die es den Gästen erlaubt, eine normale Unterhaltung zu führen.

Keine Lautstärkenbeschränkung gibt es in Konzertsälen, die wie Theater ebenfalls ab dem 5. Juli wieder öffnen sollen. Der Entscheid zu diesem Lockerungsschritt fällt am 1. Juli.

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