Hightech für Heliflug - Diese Schweizer Mini-Motoren sollen auf dem Mars Historisches leisten
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Hightech für HeliflugDiese Schweizer Mini-Motoren sollen auf dem Mars Historisches leisten

Am 11. April könnte es soweit sein: Zum ersten Mal soll ein Fluggerät auf einem anderen Planeten abheben. Mit an Bord ist Schweizer Technologie.

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Die zylinderförmigen, silbrigen Motoren sind in dieser Nahaufnahme gut zu erkennen.

Die zylinderförmigen, silbrigen Motoren sind in dieser Nahaufnahme gut zu erkennen.

NASA/JPL-Caltech
Sie steuern die Neigungswinkel der Rotorblätter.

Sie steuern die Neigungswinkel der Rotorblätter.

NASA/JPL-Caltech
Der Mini-Heli wurde  unter dem Bauch des Rovers langsam abgesenkt. Dies ebenfalls mittels eines Maxon-Motors, der damit seine Aufgabe bereits erfüllt hat.

Der Mini-Heli wurde unter dem Bauch des Rovers langsam abgesenkt. Dies ebenfalls mittels eines Maxon-Motors, der damit seine Aufgabe bereits erfüllt hat.

NASA/JPL-Caltech

Darum gehts

  • Die Nasa plant den ersten Helikopter-Flug auf dem Mars.

  • Der 1,8 Kilogramm leichte Mini-Helikopter soll am 11. April abheben.

  • Mit dabei ist Schweizer Hightech.

Er steht im Moment etwa vier Meter vom Mars-Rover Perseverance entfernt und soll, wenn alles klappt, am 11. April abheben: Helikopter Ingenuity. Das rund 1,8 Kilogramm leichte Fluggerät (auf Deutsch: Einfallsreichtum) soll in seinem ersten Test auf eine Höhe von etwa drei Metern steigen, dort für 30 Sekunden auf der Stelle schweben und dann wieder auf der Oberfläche des Mars landen. Es wäre der erste Flug eines Luftfahrzeugs auf einem anderen Planeten.

Und: Zu diesem historischen Moment würde auch die Schweiz ihren Beitrag leisten. Denn zum Helikopter gehören sechs Mini-Motoren von Maxon, einer Firma aus Obwalden. Die Motoren haben einen Durchmesser von zehn Millimetern, steuern die Neigung der Rotorblätter und somit die Flugrichtung. «Wir haben in der Entwicklungsphase umfangreiche Tests durchgeführt, um sicherzustellen, dass die Motoren unter den extremen Bedingungen auf dem Mars wie gewünscht funktionieren», sagt Florbela Costa, die verantwortliche Projektleiterin bei Maxon.

Mehrere Milliarden und akribische Arbeit

Der Helikopter wurde vom Rover am 4. April abgesetzt. Seither ist er auf sich gestellt und muss die kalten Nächte, in denen Temperaturen bis minus 90 Grad Celsius herrschen, überstehen. Zuvor war Ingenuity Ende Februar im Bauch des Rovers Perseverance nach 203 Flugtagen in dem ausgetrockneten See Jezero Crater auf dem Mars aufgesetzt. Diesen See soll Perseverance in den kommenden zwei Jahren untersuchen.

Entwicklung und Bau haben acht Jahre gedauert, die Gesamtkosten für die Mission betragen rund 2,7 Milliarden Dollar (etwa 2,52 Milliarden Franken). Das Fahrzeug soll auf dem Mars nach Spuren früheren mikrobiellen Lebens fahnden sowie das Klima und die Geologie des Planeten erforschen. Dem ersten Flug für den Mini-Helikopter gehen ebenfalls Jahre akribischer Arbeit voraus. Der Erfolg der Mission lässt dabei kaum Platz für Fehler.

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(dpa/dmo)

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