Priya Ragu: Diese Schweizerin schaffts auf den Soundtrack von «Fifa 21»
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Priya RaguDiese Schweizerin schaffts auf den Soundtrack von «Fifa 21»

Der wahre Grund, warum du jedes Jahr das neue «Fifa» kaufst: die absolut grossartige Playlist im Pausenmenü. Hier sind unsere fünf liebsten Songs im neuen Game.

von
Schimun Krausz

Hier werden dir die – laut dem Publisher – wichtigsten Gameplay-Neuerungen von «Fifa 21» präsentiert.

EA Sports

Darum gehts

  • Die in Zürich lebende St. Gallerin Priya Ragu ist mit einem Song auf dem Soundtrack von «Fifa 21» vertreten.
  • Besagter Soundtrack ist auch der Hauptgrund, warum wir uns jährlich die neue Version der Fussball-Simulation gönnen.
  • Weil das Kicken an sich ist ja doch immer ziemlich gleich.
  • Wobei wir aus der Unterhaltungs-Redaktion auch nicht sehr viel von Fussball verstehen.
  • Wir wissen jedoch, dass man dazu viel Bier trinkt, und darin sind wir super.

Nicht nur den Macherinnen und Machern der «Fifa»-Reihe, sondern Entwicklerinnen und Entwicklern von Sportspielen allgemein wird von Fachleuten und Fans oft vorgeworfen, bei den jährlichen Updates ihrer Franchises vor allem die neusten Spielernamen einzupflegen und auf richtige Innovationen zu verzichten. Letztere Behauptung hat drei mögliche Ursachen.

Erstens ist es gut möglich, dass bahnbrechende Veränderungen gar nicht nötig sind – die Leute kaufen die neusten Versionen ja sowieso und so wird mehr Geld verdient und weniger für teure Coding- und Design-Arbeit ausgegeben.

Zweitens: Kann das Sportsimulations-Rad überhaupt noch neu erfunden werden? Fussball bleibt Fussball, daran ändert sich ja auch in der echten Welt nichts – sonst wären FCZ-Fans plötzlich verwirrt und würden darob weniger Bier kaufen und dann bricht der ganze Wirtschaftszweig zusammen.

Drittens – und das ist klar unsere liebste Begründung: Es bleiben kaum Ressourcen für Innovationen im Gameplay übrig, weil dem Soundtrack die massiv grössere Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Viele Sportgames warten mit einer guten, meist sehr modernen Song-Auswahl auf, aber speziell «Fifa» präsentiert seit Jahren eine derart grossartige Playlist, dass du dich regelmässig fragen musst, warum du überhaupt noch Stutz für Spotify und Apple Music ausgibst, wenn der beste Sound ohnehin im Pausenmenü deiner Champions-League-Qualifikation wartet.

Diese Woche hat das Entwicklerstudio EA Sports den Soundtrack für das am 6. Oktober erscheinende «Fifa 21» releast. Darauf sind 43 Nummern zu hören, die spätestens kommende Woche bis zum Viral-Status hochgestreamt werden. Wir haben unsere Top Five rausgepickt, denen du ein besonders offenes Ohr schenken solltest – vor allem, weil einer dieser Songs von einer Schweizerin stammt.

Priya Ragu – Good Love 2.0

Aus: St. Gallen, Schweiz

Es lebe die Rebellion! Statt sich dem Wunsch ihrer damals noch etwas uneinsichtigen Eltern zu beugen und früh zu heiraten, zog die Schweiz-Tamilin für ein halbes Jahr in die USA und feilte an ihrem poppigen Bollywood-R’n’B. Zurück in Zürich erspielte sich Prya eine kleine Fangemeinde, unterschrieb während des Lockdown bei Warner Music und singt nun für ein Millionenpublikum im «Fifa 21»-Menü.

Ihre erste Majorlabel-Single, «Good Love 2.0», erscheint am Donnerstag – hier ist ein Mini-Teaser:

Alfie Templeman – Wish I Was Younger

Aus: Carlton, England

Der Typ ist tatsächlich erst 17 und haut bereits jetzt regelmässig clever getextete, abwechslungsreich arrangierte und ungemein mitreissende Gitarrenpop-Juwelen raus, für die erfahrene Ü30-Acts Straftaten begehen würden, auf die jahrelange Isolationshaft steht. «I’m beginning to think / That I need another drink», singt Alfie im «Fifa»-Song – dabei darf er daheim in England noch nicht mal offiziell ins Pub.

Chløë Black – Sacrifice

Aus: Sydney, Australien

Lana Del Rey, but make it tanzbar und misch es mit Rap: Die in Australien geborene und in Paris, Seattle sowie Los Angeles aufgewachsene Musikerin hat sich optisch ganz dem Glamour des alten Hollywood verschrieben und taumelt bei ihrem Sound erstaunlich leichtfüssig zwischen düsterer Romantik und unwiderstehlichem Kopfnicken samt Fusswippen, während sie die Sprache so schnell wechselt, dass die Babbel-App augenblicklich zu dampfen beginnt.

Glass Animals – Heat Waves

Aus: Oxford, England

Das Musikjahr 2020 hatte mit ziemlicher Sicherheit schon kurz nach der Hälfte seinen Höhepunkt erreicht: Das Anfang August releaste dritte Studioalbum «Dreamland» der unvergleichlichen Glass Animals lässt dich mit «It’s All So Incredibly Loud» tieftraurig schluchzen, schleudert dich mit «Tokyo Drifting» in den Hip-Hop-Club und umarmt dich mit dem «Fifa 21»-Track «Heat Waves» so innig wie kaum ein anderer Alternative-Popsong.

Larry Pink the Human – Might Delete Later

Aus: Maidstone, England

Kaum eine Band, geschweige denn ein Duo moshte in den vergangenen Jahren lauter über die Club- und Festivalbühnen als der Punk-Zweier Slaves. Gitarrenbasser Laurie Vincent hat sich nun mit Produzent Jolyon Thomas zusammengetan und einen musikalischen U-Turn hingelegt: Statt rauem Gebrüll gibts harmonischen Gesang und anstelle von gerissenen Saiten hymnisch-sphärischen Synthie-Pop.

Welcher ist dein liebster Track auf dem Soundtrack von «Fifa 21»? Verrat es uns in den Kommentaren und beleidige bei Bedarf den Musikgeschmack des Autors dieser Story – er steht drauf!

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