Dumfries, Gosens, Locatelli - Diese Spieler sind bisher die Entdeckungen der EM
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Dumfries, Gosens, LocatelliDiese Spieler sind bisher die Entdeckungen der EM

Bei einem grossen Turnier gibt es immer wieder Spieler, die man vorher nicht auf dem Schirm hatte. Wir stellen euch die bisher besten Entdeckungen des Turniers vor.

von
Lucas Werder

Denzel Dumfries ist eigentlich Verteidiger, doch der Niederländer überzeugte bisher vor allem als Offensivspieler.

Quelle: SRF2

Darum gehts

  • Eine Europameisterschaft ist auch immer eine grosse Bühne um zu zeigen, was man kann.

  • Einige Spieler blühten bisher so richtig auf und gaben zu reden.

  • Vor allem offensive Aussenverteidiger zeigten bisher starke Leistungen.

  • Die grösste Entdeckung bisher war der holländische Verteidiger Denzel Dumfries.

Manuel Locatelli (Italien)

Er ist der Mann, der unsere Nati im zweiten EM-Spiel mit zwei Treffern praktisch im Alleingang versenkte. Dabei war 23-Jährige vor dem Turnier eigentlich gar nicht für die italienische Startelf vorgesehen. Weil sich aber PSG-Star Marco Verratti im Mai eine Bänderverletzung zugezogen hatte und nicht rechtzeitig fürs Eröffnungsspiel fit wurde, rutschte Locatelli im Zentrum der Squadra Azzurra nach. Erst im vergangenen Herbst hatte der Sassuolo-Akteur sein Debüt unter Roberto Mancini gefeiert. Nach zwei bärenstarken Auftritten dürfte Locatelli, der aus der Milan-Jugend stammt, seinen Platz neben Nicolò Barella und Jorginho für die kommenden EM-Spiele behalten – auch wenn Verratti demnächst wieder einsatzbereit sein dürfte. Ob Locatelli nochmals zu Sassuolo zurückkehrt, ist dagegen unklar. Rekordmeister Juventus würde ihn gerne nach Turin lotsen.

Denzel Dumfries (Niederlande)

Der 25-jährige Niederländer ist gelernter Rechtsverteidiger. Im 3-5-2 System der Oranje kommt Düsen-Dumfries offensiv deutlich besser zur Entfaltung als bei seinem Club PSV Eindoven.  Schon drei Scorerpunkte hat der Mann, der 2014 bereits zwei Länderspiele für die Karibikinsel Aruba absolviert hat, auf seinem Konto. Im spektakulären Auftaktspiel gegen die Ukraine gelang Dumfries kurz vor Schluss per Kopf der Siegestreffer zum 3:2. Nach den starken EM-Auftritten haben Inter Mailand und Bayern München ihre Fühler nach dem PSV-Captain ausgestreckt. Übrigens: Vertreten wird Dumfries von Imbrahimovic- und Haaland-Berater Mina Raiola.

Roman Jaremtschuk (Ukraine)

Wie sein Teamkollege Andrij Jarmolenko hat auch Roman Jaremtschuk in den ersten zwei EM-Partien zweimal getroffen. Im Gegensatz zum 31-jährigen Ukraine-Captain (Dortmund, West Ham) ist sein sechs Jahre jüngerer Sturm-Partner noch ein fast unbeschriebenes Blatt. Bereits 2017 verliess Jaremtschuk seinen Stammclub Dynamo Kiew und wechselte zum KAA Gent. In der abgelaufenen Saison spielt der physische Angreifer so stark wie noch nie und schiesst in 43 Spielen 23 Buden. Gut möglich, dass Jaremtschuk bald auch im Club gemeinsam mit Jarmolenko auf Torejagd geht. Neben dem VfL Wolfsburg soll auch Premier-League-Verein West Ham am 1,91-Meter-Mann dran sein.

Robin Gosens (Deutschland)

Gut, der Name Robin Gosens dürfte dem einen oder anderen schon vor dem EM-Turnier ein Begriff gewesen sein. Der offensive Aussenverteidiger ist beim italienischen Spitzenclub Atalanta Bergamo unumstrittener Stammspieler und Teamkollege von Nati-Star Remo Freuler. Dass der 26-Jährige in einer bislang nur teilweise überzeugenden deutschen Nationalmannschaft zu den absoluten Leistungsträgern zählt, kommt doch überraschend. Beim 4:2 gegen Portugal legt Gosens zwei Treffer auf und schiesst einen selbst. Erst zehn Länderspiele hat der Spätzünder auf dem Buckel. Mit 18 pendelte Gosens noch zwischen Amateurfussball und Dorfdisco. In den Niederlanden wurde er schliesslich Profi und schaffte den Sprung in die Seria A, wo sein Stern erst so richtig aufging. Juventus und Barcelona sollen am Linksfuss dran sein, Gosens selber würde gerne irgendwann in der Bundesliga spielen.

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Da bleibt Remo Freuler nur das Nachsehen: Manuel Locatelli erzielte gegen die Schweiz einen Doppelpack und hatte das Mittelfeld absolut im Griff. 

Da bleibt Remo Freuler nur das Nachsehen: Manuel Locatelli erzielte gegen die Schweiz einen Doppelpack und hatte das Mittelfeld absolut im Griff.

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Denzel Dumfries, gelernter Aussenverteidiger, überzeugte bisher vor allem als Torschütze und Vorbereiter. 

Denzel Dumfries, gelernter Aussenverteidiger, überzeugte bisher vor allem als Torschütze und Vorbereiter.

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Der Ukrainer Roman Jaremtschuk war bis vor der EM nur den wenigsten ein Begriff, da er bei KAA Gent in Belgien spielt. Nach seinen guten Leistungen sollen nun aber Clubs aus der Bundesliga und der Premier League am 1,93-Meter-Mann dran sein. 

Der Ukrainer Roman Jaremtschuk war bis vor der EM nur den wenigsten ein Begriff, da er bei KAA Gent in Belgien spielt. Nach seinen guten Leistungen sollen nun aber Clubs aus der Bundesliga und der Premier League am 1,93-Meter-Mann dran sein.

imago images/Vitalii Kliuiev

Joakim Maehle (Dänemark)

Joakim Maehle ist so etwas wie der dänische Zwillingsbruder von Robin Gosens. Während Gosens bei Atalanta über die linke Seite kommt, ist der 24-Jährige bei den Lombarden auf dem rechten Couloir gesetzt – obwohl er erst seit Januar in Italien spielt. Auch in der dänischen Nati ist Maehle erst seit vergangenem Herbst mit dabei. In 13 Länderspielen hat der Aussenverteidiger aber bereits drei Treffer erzielt, einen davon bei der 4:1-Gala gegen Russland nach einem schönen Solo.

Billy Gilmour (Schottland)

Gerade einmal 40 Länderspiel-Minuten hat Billy Gilmour auf seinem Konto, als ihn Schottland-Coach Steve Clarke im Prestige-Duell gegen Erzrivalen England ins kalte Wasser wirft. Im Mittelfeld zeigt der 20-Jährige gegen das Star-Ensemble rund um Harry Kane, Mason Mount und Phil Foden einen sackstarken Auftritt und ist mitverantwortlich, dass sich die Bravehearts nach dem 0:0 über ihren ersten EM-Punkt freuen dürfen und wird mit dem «Man of the match»-Award ausgezeichnet. Am Tag danach wird das Chelsea-Talent in der britischen Presse zurecht gefeiert. Beim dritten und letzten Auftritt der Schotten darf Gilmour dann nicht mehr mittun. Nach einem positiven Coronatest muss er aus der Quarantäne mitansehen, wie sein Team Kroatien 1:3 unterliegt und die EM-Segel streichen muss. Bei seinem Stammclub wartet Gilmour noch auf den grossen Durchbruch. Im Saison-Endspurt liess Thomas Tuchel den Schotten zuletzt aber zweimal 90 Minuten durchspielen.

Daniel Bachmann (Österreich)

Erst seit 23 Tagen ist Daniel Bachmann Nationalspieler. Im Testspiel kurz vor EM-Start gibt der 26-Jährige gegen England seinen Einstand im österreichischen Tor. Dabei zeigt er eine solch überzeugende Leistung, dass ihn Trainer Franco Foda gleich zur Nummer eins macht. Zwar sieht Bachmann im ersten EM-Spiel gegen Nordmazedonien (3:1) beim Gegentor etwas unglücklich aus, in den weiteren Gruppenspielen überzeugt er dafür auf ganzer Linie und hat einen Hauptanteil daran, dass sich Österreich erstmals bei einer EM für die K.o.-Phase qualifiziert hat. Nach unzähligen Leihen konnte sich Bachmann bei seinem Club Watford Mitte der vergangenen Saison endlich durchsetzen und kehrte mit den Hornets nach einer Saison in der zweitklassigen Championship zurück in die Premier League. Vor dem Achtelfinal-Duell mit Topfavorit Italien zeigt sich der Goalie zuversichtlich. «Wenn wir es ins Elfmeterschießen schaffen, dann kommen wir weiter», so Bachmann, der als Elfmeterkiller gilt.

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