Umfrage: Diese SRG wünscht sich die Schweiz

Aktualisiert

UmfrageDiese SRG wünscht sich die Schweiz

Fast 90 Prozent wollen, dass es die SRG weiterhin gibt. Eine relative Mehrheit wünscht sich allerdings eine schlankere SRG mit einem kleineren Angebot.

von
D. Pomper
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43 Prozent aller Befragten geben an, mindestens täglich Radio- und TV-Angebote der SRG zu konsumieren.

43 Prozent aller Befragten geben an, mindestens täglich Radio- und TV-Angebote der SRG zu konsumieren.

Keystone/Ennio Leanza
Das Konsumverhalten unterscheidet sich allerdings je nach Altersklasse signifikant. Die über 65-Jährigen konsumieren am häufigsten täglich die Angebote (66%), 18- bis 34-Jährige am seltensten (27%).

Das Konsumverhalten unterscheidet sich allerdings je nach Altersklasse signifikant. Die über 65-Jährigen konsumieren am häufigsten täglich die Angebote (66%), 18- bis 34-Jährige am seltensten (27%).

Keystone/Christof Schuerpf
87 Prozent finden, dass es die SRG auch in Zukunft noch geben sollte. 45 Prozent wünschen sich eine SRG in einer schlankeren Form mit einem kleineren Angebot. 34 Prozent wollen eine SRG, die gleich gross ist wie bisher, 8 Prozent wollen eine SRG mit einem grösseren Angebot.

87 Prozent finden, dass es die SRG auch in Zukunft noch geben sollte. 45 Prozent wünschen sich eine SRG in einer schlankeren Form mit einem kleineren Angebot. 34 Prozent wollen eine SRG, die gleich gross ist wie bisher, 8 Prozent wollen eine SRG mit einem grösseren Angebot.

Keystone/Ennio Leanza

Wer über die No-Billag-Initiative streitet, landet unweigerlich bei der Frage: Wie zufrieden sind die Bürger eigentlich grundsätzlich mit der SRG? Ist ihr Angebot zu gross, zu klein oder genau richtig? Wie viel Geld sind die Schweizer bereit, für Billag-Gebühren zu bezahlen? Soll es in Zukunft überhaupt noch eine SRG geben, und falls ja, in welcher Form? Über 20'000 Personen aus der ganzen Schweiz haben an der gewichteten SRG-Umfrage von 20 Minuten teilgenommen (siehe Box). Lesen Sie hier, was für eine SRG sich die Schweiz wünscht.

Konsum

Am Morgen die Nachrichten auf SRF 1 hören und am Abend «Glanz & Gloria» und «Rundschau» schauen: 43 Prozent aller Befragten geben an, mindestens täglich Angebote der SRG zu konsumieren. Das Konsumverhalten unterscheidet sich allerdings je nach Altersklasse signifikant. Die über 65-Jährigen konsumieren am häufigsten täglich die Radio- und TV-Angebote von SRG (66%), 18- bis 34-Jährige am seltensten (27%). In dieser Altersgruppe schaut jeder Dritte mehrmals pro Woche ins Programm, jeder Fünfte weniger als einmal pro Woche und 12 Prozent weniger als einmal pro Monat. 8 Prozent geben an, nie SRG-Angebote zu konsumieren. Bei den über 65-Jährigen sind es 3 Prozent.

Zufriedenheit

43 Prozent sind insgesamt mit dem Programm von SRF zufrieden, 32 Prozent sind unzufrieden. Die Übrigen sind weder zufrieden noch unzufrieden oder konsumieren gar keine SRF-Sendungen. Je höher der Bildungsabschluss, desto zufriedener sind die Befragten mit dem SRF-Programm. Zwischen den verschiedenen Altersklassen zeigen sich dagegen kaum Unterschiede.

Neutralität der Berichterstattung

50 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass SRF insgesamt neutral und ausgewogen informiert. 35 Prozent finden, dass SRF insgesamt eine linke Agenda verfolgt. 3 Prozent meinen, SRF verfloge eine rechte Agenda. Je besser ausgebildet die Befragten, desto eher sind sie von einer neutralen und ausgewogenen Berichterstattung überzeugt.

Zukunft der SRG

Soll es die SRG auch in Zukunft noch geben? Diese Frage beantworten 89 Prozent mit einem Ja. Allerdings finden 45 Prozent: Die SRG sollte weiterhin existieren, aber in einer schlankeren Form mit einem kleineren Angebot. 34 Prozent wünschen sich eine SRG, die gleich gross ist wie bisher, 8 Prozent wollen eine SRG mit einem grösseren Angebot.

Erwartete Folgen der No-Billag-Initiative

Was bedeutet die No-Billag-Initiative für die SRG? Die Mehrheit glaubt nicht, dass eine Annahme das Ende der SRG bedeuten würde, obwohl die SRG explizit davor warnt.

Alternative Finanzierung?

Bereits spekulieren einige, dass bei einer Annahme der No-Billag-Initiative die Gebühren alternativ finanziert werden könnten. 45 Prozent der Befragten glauben, dass SRG-Konsumenten gezielt für die konsumierten Angebote bezahlen müssten. Ebenfalls 45 Prozent sind der Meinung, die Gebühren könne man über Werbeeinnahmen kompensieren. 25 Prozent finden, die Kantone könnten Subventionen entrichten, 21 Prozent sind der Meinung, SRG-Konsumenten könnten freiwillig eine Gebühr bezahlen. 13 Prozent sind überzeugt, dass niemand für die wegfallenden Gebühren aufkommen würde, weil es die SRG bei einer Annahme der Initiative gar nicht mehr gäbe. Auch die SRG betont: «Wird die Initiative angenommen, gibt es ein Lichterlöschen.»

Höhe der Billag-Gebühren

Ab 2019 beträgt die jährliche Gebühr 365 Franken. 63 Prozent finden: Das ist zu viel. 37 Prozent halten den Betrag für angemessenen oder wären sogar bereit, mehr dafür zu bezahlen. Nur 16 Prozent geben an, gar nichts zahlen zu wollen. Mehrheitsfähig wäre eine Gebühr von 200 Franken pro Jahr.

Am höchsten ist die Zahlungsbereitschaft bei den über 65-Jährigen, bei Grünen- und SP-Wählern, bei Uni-Absolventen und Westschweizern. Am tiefsten ist sie bei den 18- bis 34-Jährigen, bei SVP-Wählern und Deutschschweizern.

Sparen

79 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die SRG sparen sollte.

Sparen würden die Sparbefürworter am liebsten bei Unterhaltungsshows und teuren Eigenproduktionen. Bei Informationssendungen wie der «Tagesschau» würden dagegen gerade mal 4 Prozent den Rotstift ansetzen. Bei dieser Frage waren Mehrfachantworten möglich.

Die Umfrage

21'540 Personen aus der ganzen Schweiz haben am 13. und 14. Dezember 2017 an der grossen SRG-Umfrage von 20 Minuten teilgenommen. Die Politologen Lucas Leemann und Fabio Wasserfallen haben die bereinigten Daten nach demografischen, geografischen und politischen Variablen gewichtet. Der Fehlerbereich liegt bei einem Prozentpunkt.

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