Aktualisiert 18.10.2018 05:38

Tödlicher Unfall«Diese Strasse ist viel zu gefährlich»

Der Tod einer Velofahrerin (19) hat die Anwohner in Dietlikon schockiert. Sie sagen, dass es auf der Strasse oft Unfälle gebe und die Polizei zu wenig kontrolliere.

von
mon
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An der Neuen Winterthurerstrasse starb am 2. Oktober eine junge Velofahrerin.

An der Neuen Winterthurerstrasse starb am 2. Oktober eine junge Velofahrerin.

20 Minuten
Ein Lastwagenfahrer hatte sie beim Abbiegen in die Bahnhofstrasse erfasst.

Ein Lastwagenfahrer hatte sie beim Abbiegen in die Bahnhofstrasse erfasst.

Leser-Reporter
Nach dem Unfall kam es zu einem Verkehrschaos in Dietlikon.

Nach dem Unfall kam es zu einem Verkehrschaos in Dietlikon.

Leser-Reporter

Neue Winterthurerstrasse in Dietlikon. Noch immer zeugen Blumen und Kerzen vom schrecklichen Unglück. Autos und Lastwagen fahren achtlos daran vorbei. Hier starb am 2. Oktober eine Velofahrerin (19), nachdem sie von einem Lastwagen erfasst worden war.

Die Anwohner sind auch knapp zwei Wochen später noch schockiert. Erstaunt hat sie das Unglück nicht. Die Strasse sei viel zu gefährlich. «Immer wieder kommt es zu Unfällen», sagt eine Mutter. Wenn sie mit dem Kinderwagen unterwegs sei, dann schaue sie doppelt und dreifach.

«Hier wird zu schnell gefahren»

Ein anderer Anwohner pflichtet ihr bei: «Es ist allgemein bekannt, dass hier viel zu schnell gefahren wird.» Im September seien es gleich zwei Unfälle gewesen, so der Mann: «Allerdings sind diese meines Wissens nicht auf überhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen.»

Beim tödlichen Velounfall war das offenbar auch nicht der Fall: Laut ersten Ermittlungen der Kantonspolizei Zürich stehe der Unfall nicht mit überhöhter Geschwindigkeit in Zusammenhang. Dennoch machen sich die Anwohner Sorgen und sind der Meinung, dass die Polizei zu wenig unternimmt.

«Es werden weder Verkehrs- noch Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt», sagt der Mann. Dabei wäre es angebracht, solche Übertretungen vor allem innerorts besser zu kontrollieren: «Immerhin überqueren auch Kindergärtler täglich die Strasse.»

Polizei führt regelmässig Kontrollen durch

Sein Anliegen hat er nun vor ein paar Wochen einer Polizeidienststelle gleich in der Nähe per Mail mitgeteilt und dabei auch auf die allnächtliche Raserei hingewiesen. Eine Rückmeldung sei bis heute ausgeblieben.

Zu 20 Minuten sagt Kapo-Sprecher Ralph Hirt, dass auf der Neuen Winterthurerstrasse sehr wohl Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt würden – genauso wie auf den übrigen Kantonsstrassen. Wo aber genau Blitzer aufgestellt werden, könne er aus polizeitaktischen Gründen nicht sagen.

«Zudem gilt die Hauptstrasse in Bezug auf das Unfallaufkommen und gemessen an ihrer Komplexität und der Verkehrsmenge als eher unauffällig», sagt Hirt. Auch wisse er nicht, ob dort Raserrennen stattfinden. «Bis heute bekamen wir keine entsprechenden Hinweise aus der Bevölkerung.»

Gemeinde ist bestürzt über den Unfall

Die Gemeinde will sich nicht dazu äussern, ob die Strasse besonders gefährlich ist. Gemeindepräsidentin Edith Zuber (SVP) bestätigt aber, dass es sich besonders bei der Neuen Winterthurerstrasse um eine stark frequentierte Strasse handle. «Und es ist eine Ausweichroute für die A1.»

Über den Tod der jungen Velofahrerin sei man bestürzt, so Zuber: «Wir haben nach dem tödlichen Unfall auch eine Rückmeldung aus der Bevölkerung erhalten.» Dabei soll ein Fahrverbot für Lastwagen gefordert worden sein. Die Gemeinde sei für solche Massnahmen aber die falsche Ansprechpartnerin: «Bei der Neuen Winterthurerstrasse und der Bahnhofstrasse handelt es sich um Kantonsstrassen, die nicht in unseren Zuständigkeitsbereich fallen», so Zuber.

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