HSLU-Entwicklung: Diese Strassenlampe erkennt sogar Büsi
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HSLU-EntwicklungDiese Strassenlampe erkennt sogar Büsi

Ein Sensor, der von der HSLU mitentwickelt wurde, dimmt Strassenlampen und kann Menschen von Tieren unterscheiden. Lichtverschmutzung und Kosten sollen so reduziert werden.

von
Tunya Koch
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Mit einem Sensor in der Kamera ist es möglich, zwischen Fahrzeug, Mensch und Tier zu unterscheiden. Noch wird das System getestet. Es soll den Energieverbrauch um bis zu 80 Prozent reduzieren können.

Mit einem Sensor in der Kamera ist es möglich, zwischen Fahrzeug, Mensch und Tier zu unterscheiden. Noch wird das System getestet. Es soll den Energieverbrauch um bis zu 80 Prozent reduzieren können.

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Herkömmliche Systeme können Fahrzeuge oder Lebewesen erkennen und die Beleuchtungsstärke entsprechend anpassen. Iris-Eye will hier noch weiter gehen und Mensch und Tier unterscheiden.

Herkömmliche Systeme können Fahrzeuge oder Lebewesen erkennen und die Beleuchtungsstärke entsprechend anpassen. Iris-Eye will hier noch weiter gehen und Mensch und Tier unterscheiden.

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«Das Bild ist verpixelt, aber dennoch sehr präzise», sagt Enrico Baumann, Geschäftsführer der Elektron. Hier eine Katze nachts auf einem Parkplatz. Die Beleuchtung wird nicht erhöht.

«Das Bild ist verpixelt, aber dennoch sehr präzise», sagt Enrico Baumann, Geschäftsführer der Elektron. Hier eine Katze nachts auf einem Parkplatz. Die Beleuchtung wird nicht erhöht.

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Immer mehr Gemeinden stellen ihre Strassenbeleuchtung auf LED um und sparen dadurch Strom und Kosten. Auch intelligente Strassenlampen, die ihr Licht dimmen, sobald niemand in der Nähe ist, werden immer beliebter.

Das Sensor-Projekt Iris-Eye soll nun die nächste Stufe der intelligenten Beleuchtung einläuten: Mit einer eingebauten Kamera wird zwischen Fahrzeug und Mensch sowie Mensch und Tier unterschieden. Der Sensor soll den Energieverbrauch so um bis zu 80 Prozent reduzieren können. Seit rund zwei Jahren arbeitet die Hochschule Luzern (HSLU) gemeinsam mit der Zürcher Firma Elektron am Projekt.

Energieverbrauch um 80 Prozent reduzieren

Das Prinzip: Sobald sich etwas im Kamerabild bewegt, wird das Objekt erfasst und nach Bedarf die Beleuchtungsstärke angepasst. Die Kamera unterscheidet Objekte unabhängig von den Lichtverhältnissen. «Das Bild ist verpixelt, aber dennoch so präzise, dass man sogar einen Fuchs von einer Katze unterscheiden kann» sagt Enrico Baumann, Geschäftsführer der Elektron. Über eine Bildverarbeitung entscheidet der Sensor, ob er die Beleuchtung anpasst. «Prinzipiell gesehen ist es dieselbe Technologie wie jene bei einer Handy-Kamera», so Baumann.

Kommt ein Fussgänger, wird dieser über die intelligente Bildverarbeitung als Mensch erkannt, die Beleuchtungsstärke wird erhöht. Somit unterscheidet sich Iris-Eye von Laser- und Infrarotsensoren. Fehlalarme können so vermieden werden. «Iris-Eye» erkennt Tiere oder Äste, die sich im Wind bewegen, und erhöht die Beleuchtung deswegen nicht.

«Besonders in Regionen mit wenig Aktivität können Energieverbrauch und Lichtverschmutzung so um bis zu 80 Prozent reduziert werden, ohne dass die Sicherheit gefährdet ist», sagt Klaus Zahn vom Kompetenzzentrum Intelligent Sensors and Networks der HSLU. Er hat im Auftrag von Elektron das von Innosuisse geförderte Sensor-Projekt Iris-Eye geleitet.

Marktreife ab 2019

Obwohl der Sensor mit einer Kamera ausgestattet ist, bleibe dieser bezüglich Kosten auf der gleichen Ebene wie Infrarotsensoren. «Kamera-Sensoren sind präziser, während Infrarotsensoren bereits auf eine warme Windböe reagieren und so unnötig Strom verbrauchen», erklärt Baumann. Zurzeit wird das Iris-Eye-Projekt an der Riedhofstrasse in Au im Kanton Zürich getestet. Aus Sicherheitsgründen wird die Beleuchtung dabei nie ganz ausgeschaltet, sondern maximal auf zehn Prozent reduziert.

Weitere Einsatzmöglichkeiten seien beispielsweise auf Perrons am Bahnhof oder bei Fussgängerstreifen. Anfang 2019 soll ein Produkt mit dieser Technologie auf den Markt kommen. «Der Sensor funktioniert, aber am Design muss noch gearbeitet werden», so Baumann.

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