Aktualisiert 31.10.2016 16:50

Umfrage im BundeshausDiese SVP-Politiker würden Trump wählen

Schon bald wählen die USA einen neuen Präsidenten. Im Bundeshaus hat der republikanische Kandidat Donald Trump nur wenige Freunde.

von
D. Waldmeier
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«Beide sind nicht meine Wunschkandidaten, ich würde wohl aber eher Trump wählen», sagt SVP-Nationalrat Erich Hess. Mit Clinton würden die USA weiterhin die Rolle des Weltpolizisten spielen und auch den Wirtschaftsstandort Schweiz weiter unter Druck setzen.

«Beide sind nicht meine Wunschkandidaten, ich würde wohl aber eher Trump wählen», sagt SVP-Nationalrat Erich Hess. Mit Clinton würden die USA weiterhin die Rolle des Weltpolizisten spielen und auch den Wirtschaftsstandort Schweiz weiter unter Druck setzen.

Keystone/Peter Klaunzer
«Eigentlich sind beide nicht wählbar. Trotzdem würde ich am Ende Trump bevorzugen», sagt auch Fraktionskollege Marcel Dettling. «Die Instabilität im Nahen Osten und im Norden Afrikas haben wir nicht zuletzt der laschen Aussenpolitik der USA unter Clinton als Aussenministerin zu verdanken.»

«Eigentlich sind beide nicht wählbar. Trotzdem würde ich am Ende Trump bevorzugen», sagt auch Fraktionskollege Marcel Dettling. «Die Instabilität im Nahen Osten und im Norden Afrikas haben wir nicht zuletzt der laschen Aussenpolitik der USA unter Clinton als Aussenministerin zu verdanken.»

Keystone/urs Flueeler
SVP-Nationalrat Franz Grüter - vom Blick als grösster Trump-Fan im Parlament betitelt - spricht von einer Wahl «zwischen Pest und Cholera». Seine Wahl würde aber auf Trump fallen, da Clinton eine extreme Machtpolitikerin sei.

SVP-Nationalrat Franz Grüter - vom Blick als grösster Trump-Fan im Parlament betitelt - spricht von einer Wahl «zwischen Pest und Cholera». Seine Wahl würde aber auf Trump fallen, da Clinton eine extreme Machtpolitikerin sei.

Keystone/Gaetan Bally

Der US-Wahlkampf wird in Bundesbern mit Hochspannung verfolgt. Schliesslich hat die Wahl vom 8. November direkten Einfluss auf die Aussen- und Wirtschaftsbeziehungen der Schweiz.

Auf einen republikanischen Sieger hoffen indes nur wenige Parlamentarier, wie eine Umfrage von 20 Minuten zeigt. Selbst in der SVP-Fraktion, die den Republikanern traditionell nähersteht als den Demokraten, drücken längst nicht alle Immobilienmogul Donald Trump die Daumen. Der umstrittene Haudegen ist für viele genauso wenig wählbar wie Hillary Clinton. «Diesen Wahlzettel könnte man ausnahmsweise getrost wegwerfen», sagt etwa Nationalrätin Barbara Steinemann.

«Unter Trump ginge es bergauf mit den USA»

Pudelwohl fühlt sich im Trump-Lager jedoch SVP-Mann Andreas Glarner: «Ich würde Trump wählen, weil niemand Besseres kandidiert und Frau Clinton für mich nicht wählbar ist», so der Asylpolitiker. Er ist überzeugt, dass es unter Trump mit den USA wieder bergauf ginge, während Clinton «nochmals vier Jahre Lethargie» bedeuten würde.

SVP-Nationalrat Thomas Matter würde die Wahl schwer fallen, doch auch er favorisiert Trump: «Er ist besser für die Schweiz. Clinton würde den Schweizer Finanzplatz weiter schädigen wollen, wie das schon Obama getan hat.» Clinton stehe für eine linke Politik statt für Freiheit und Selbstverantwortung und «versteht nichts von Wirtschaft». «Manches bei Trump ist fragwürdig. Aber Clinton ist eine Frau von gestern mit Rezepten von gestern.»

Trump als Vorbild für Patrioten

Ähnlich sieht es SVP-Nationalrätin Yvette Estermann: «Trump ist das kleinere Übel.» Auch die Sexismus-Vorwürfe sind für Estermann kein Grund, von Trump abzurücken. «Jean-Claude Juncker will jede Frau küssen. Das ist schlimmer als die Sprüche von Trump.» Und Bill Clinton habe sich auf seine Praktikantin eingelassen und danach auch noch gelogen. Der US-Wahlkampf sei nun einmal Show, Trump werde sich danach aber mässigen. «Vor allem ist er nicht auf Kollisionskurs mit Russland. Das ist besser für Europa.»

Dem Appenzeller Nationalrat David Zuberbühler gefällt vor allem Trumps Patriotismus: «Mir gefallen seine Slogans ‹Make America Great Again› und ‹America First›.» Sie würden zeigen, dass sich Trump in erster Linie für sein eigenes Land einsetzen will. «Diese Grundhaltung ist nicht falsch und viele Bundesparlamentarier könnten diesbezüglich noch einiges lernen.»

«Erschreckender Zustand der amerikanischen Demokratie»

Entsetzt über die Trump-Fans ist SP-Nationalrat und Ex-Diplomat Tim Guldimann: «Ich würde Hillary Clinton wählen, aber nicht, weil ich von Hillary überzeugt wäre, sondern um Trump zu verhindern.» Er halte eine Wahl Trumps für undenkbar. «Aber allein schon seine Kandidatur kündigt die Werte der Aufklärung auf.» Dass Trump überhaupt so weit gekommen sei, zeuge von einem «erschreckenden Zustand der amerikanischen Demokratie».

Mit Trump gingen «politische Moral und Anstand» verloren, die Lüge werde zum normalen Repertoire. Guldimann hofft darum, dass die Demokraten nicht nur die Präsidentschaft verteidigen, sondern auch die Mehrheit im Senat holen.

Auch Nationalratspräsidentin Christa Markwalder (FDP) ist im Lager der Demokraten: «Wenn mit Hillary Clinton zum ersten Mal eine Frau die mächtigste politische Funktion der Welt übernehmen würde, wäre dies ein positives und ermutigendes Signal für die Frauen rund um den Globus.»

Wer sonst noch Trump unterstützt und was die Vertreter weiterer Parteien über ihn sagen, entnehmen Sie der Bildstrecke oben.

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