Formel-1-Entscheidung: Diese Taktik bringt Hamilton den Titel
Aktualisiert

Formel-1-EntscheidungDiese Taktik bringt Hamilton den Titel

Lewis Hamilton reicht in Brasilien ein fünfter Platz zum ersten Titelgewinn. Welches ist am Sonntag die richtige Taktik? Der frühere Formel-1-Pilot Marc Surer weiss Rat.

von
Peter Haab

Die schlimmste Strafe für einen Formel-1-Rennfahrer? – Wenn er aus taktischen Gründen absichtlich «langsam» fahren muss. Genau das scheint auf den ersten Blick für Lewis Hamilton am Sonntag in Sao Paulo aber die beste Strategie zu sein. Schliesslich benötigt er zum definitiven Titelgewinn ja nur noch einen fünften Platz und damit vier WM-Punkte. Eigentlich kein Problem für einen, der als überragendes Talent gilt und in einem der schnellsten Autos im ganzen Formel-1-Feld sitzt.

Genauso hatte man auch vor Jahresfrist gedacht. Und plötzlich kam dann doch alles ganz anders. Hamilton verlor nach einem mittelprächtigen Start schon in Kurve drei die Nerven und kam nach einem beinharten Zweikampf mit seinem Teamkollegen Fernando Alonso von der Piste ab. Ganz am Schluss war dann Kimi Räikkönen im Zweikampf zwischen den beiden McLaren-Mercedes-Piloten der lachende Dritte.

«Aus den Fehlern gelernt»

Hamilton ist überzeugt, dass so etwas diesmal nicht mehr passieren wird. «Ich bin keiner, der ständig zurückschaut und einer vergebenen Chance nachtrauert», sagt Hamilton vor dem grossen Showdown in Sao Paulo. «Aber aus diesen Fehlern in der Schlussphase der Saison 2007 habe ich einiges gelernt. Ich darf diesmal einfach nicht mehr mit 110 Prozent Risiko fahren. Je nach Situation könnten auch mal 80 reichen.»

Angriff ist die beste Verteidigung

Soll der WM-Leader das letzte GP-Weekend also mit einer stark defensiven Strategie angehen? «Nein», sagt Marc Surer, früher selbst Formel-1-Pilot und heute Experte beim deutschen TV-Privatsender Premiere. «Ich würde Lewis empfehlen, mit einem möglichst leichten Auto am Samstag im Qualifying auf die Pole-position zu fahren. Damit würde er nicht in Gefahr laufen, am Sonntag im Rennen in der ersten Kurve von Konkurrenten eingeklemmt zu werden. Zudem ist es im Prinzip am einfachsten, die Geschehnisse von der Spitze aus zu kontrollieren. Und die Gefahr einer Kollision ist auch kleiner, als wenn er im Pulk irgendwo um den fünften Platz herumfährt.»

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