08.08.2019 13:00

Winzige ErdlebewesenDiese Tierchen gibt es jetzt auf dem Mond

Als eine israelische Raumsonde auf dem Mond zerschellte, hatte sie tausende Lebewesen an Bord. Diese befinden sich wohl nach wie vor dort.

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Klein, aber oho: Die meist kaum einen Millimeter grossen Bärtierchen sind wahre Überlebenskünster.

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Wikimedia Commons/Frank Fox/CC BY-SA 3.0 DE
Sie halten einfach alles aus - radioaktive Strahlung, Vakuum und sogar 30 Jahre Tiefkühlung.

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Wikimedia Commons/Schokraie E. et al/CC BY 2.5
Möglich macht das laut japanischen Forschern ein einzigartiges Protein, das sogenannte Dsup (kurz für Damage Supressor, Schaden-Unterdrücker).

Möglich macht das laut japanischen Forschern ein einzigartiges Protein, das sogenannte Dsup (kurz für Damage Supressor, Schaden-Unterdrücker).

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Nach der Bruchlandung einer israelischen Raumsonde auf dem Mond im April könnten möglicherweise tausende winzige Tierchen auf dem Erdtrabanten «leben» – als Passagiere der verunglückten Sonde. Die sogenannten Bärtierchen gelten als wahre Überlebenskünstler, teilte die US-Organisation, die für die Mondfahrt der Kleinstlebewesen verantwortlich war, am Dienstag mit.

Die israelische Raumsonde «Beresheet» (Genesis) war im April auf der Mondoberfläche zerschellt. An Bord hatte die Sonde auch tausende der Bärtierchen, die nahezu unzerstörbar sind.

Wir glauben, dass die Überlebenschancen der Bärtierchen äusserst hoch sind«, sagte der Mitbegründer und Chef der Arch Mission Foundation, Nova Spivack, der Nachrichtenagentur AFP.

Überlebenschancen gering

Die Winzlinge sind bei einer Grösse von unter einem Millimeter mikroskopisch klein, aber äusserst robust: Sie überleben demnach extreme Strahlung, Hitze und Kälte und kommen Jahrzehnte ohne Nahrung aus.

Sie befinden sich im getrockneten Zustand, da die Wissenschaftler ihnen vor der Mission Wasser entzogen hatten, um sie in einen Ruhezustand zu bringen. Dass die Bärtierchen auf dem Mond auch wieder erwachen, ist jedoch unter den dort herrschenden Bedingungen quasi unmöglich – selbst wenn sie die Explosion der Sonde überlebt haben.

Denn sie «bräuchten Wasser, Sauerstoff und Nahrung, um wieder aktiv zu werden und wachsen und sich fortpflanzen zu können», sagte der Wissenschaftler William Miller von der Baker University in den USA. Die Arch Mission Foundation hat sich der Verbreitung von Informationen über die Menschheit im Sonnensystem verschrieben. (sda)

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