Aktualisiert 07.06.2018 07:57

Energy Challenge

Diese Tiere betrifft der Klimawandel besonders

Die Schweiz spürt die Auswirkungen des globalen Temperaturanstiegs stark. Was bedeutet das für unsere Tierwelt?

von
Stephanie Sigrist
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Der Klimawandel bestimmt den Zeitpunkt des Frühlingserwachens verschiedener Arten unterschiedlich stark. Daher sind zeitliche Fehlabstimmungen zwischen Bienen- und Pflanzenarten möglich und es besteht laut einer Untersuchung der Universität Würzburg die Gefahr, dass Bienen ohne Nahrungspflanzen auskommen müssen, wenn sie ihre Winterruhe zu früh beenden.

Der Klimawandel bestimmt den Zeitpunkt des Frühlingserwachens verschiedener Arten unterschiedlich stark. Daher sind zeitliche Fehlabstimmungen zwischen Bienen- und Pflanzenarten möglich und es besteht laut einer Untersuchung der Universität Würzburg die Gefahr, dass Bienen ohne Nahrungspflanzen auskommen müssen, wenn sie ihre Winterruhe zu früh beenden.

Matthias Balk
Ähnlich ergeht es den Igeln: Die Stacheltiere beginnen ihren Winterschlaf, wenn die Temperaturen über einen längeren Zeitraum unter sechs Grad Celsius liegen. Seit einigen Jahren unterbrechen Igel ihren Winterschlaf früher, wenn die Temperatur dauerhaft über mehr als sechs Grad liegt. Während der Schlafpausen verbrauchen die Tiere enorme Mengen ihrer gespeicherten Fettreserven. Erneute und plötzliche Wintereinbrüche bedeuten für Igel oftmals den Tod.

Ähnlich ergeht es den Igeln: Die Stacheltiere beginnen ihren Winterschlaf, wenn die Temperaturen über einen längeren Zeitraum unter sechs Grad Celsius liegen. Seit einigen Jahren unterbrechen Igel ihren Winterschlaf früher, wenn die Temperatur dauerhaft über mehr als sechs Grad liegt. Während der Schlafpausen verbrauchen die Tiere enorme Mengen ihrer gespeicherten Fettreserven. Erneute und plötzliche Wintereinbrüche bedeuten für Igel oftmals den Tod.

epa/Tomasz Wojtasik
Murmeltiere reagieren empfindlich auf die Wärme und weichen in höhere Regionen der Alpen aus. Die Humusschicht in höheren Lagen reicht irgendwann jedoch nicht mehr aus und der Boden wird wörtlich zu dünn, um genügend tiefe Höhlen für einen sicheren Winterschlaf zu graben.

Murmeltiere reagieren empfindlich auf die Wärme und weichen in höhere Regionen der Alpen aus. Die Humusschicht in höheren Lagen reicht irgendwann jedoch nicht mehr aus und der Boden wird wörtlich zu dünn, um genügend tiefe Höhlen für einen sicheren Winterschlaf zu graben.

Keystone/Sigi Tischler

Die Jahresdurchschnittstemperatur in der Schweiz ist seit 1850 um 1,8 Grad gestiegen, während der weltweite Anstieg bei 0,85 Grad liegt. Gemäss dem Bericht «Brennpunkt Klima Schweiz» des Forums für Klima und globalen Wandel ist unser Land besonders stark vom Klimawandel betroffen. In erster Linie sind die Veränderungen im Alpenraum sichtbar. Seit Mitte der 80er-Jahre wird laut Glaziologen der Universität Freiburg im gesamten Alpenraum ein starker Gletscherschwund beobachtet. Dieser steht in direktem Zusammenhang mit den erhöhten Treibhausgasemissionen der Industriegesellschaft und dem dadurch verursachten globalen Temperaturanstieg.

Die Wintersportsaison wird sich hierzulande in Zukunft um einige Wochen verkürzen und die Schneegrenze um mehrere hundert Meter ansteigen. Vorerst wird der Klimawandel besonders Skigebiete, die unterhalb von 2000 Metern liegen, empfindlich treffen. Im Gegenzug dürfte die Wandersaison künftig länger dauern und von Frühling bis Herbst mehr Gäste in die Berge locken. Beim Wandern droht jedoch vermehrt Steinschlag-Gefahr: Permafrost taut langfristig bis in tiefere Schichten auf, was zu Felsstürzen führen kann.

Höhere Pollenproduktion führt zu mehr Allergien

Auch im Flachland ist der Klimawandel für Todesfälle und Unwohlsein verantwortlich. Hitzesommer – wie beispielsweise derjenige im Jahr 2003 – können insbesondere für ältere Menschen tödlich enden. Allergiker spüren Ärzten zufolge bereits heute Anzeichen der weltweiten Erwärmung. Allergologen vermuten, dass der Anstieg der CO2-Konzentration die Pollenproduktion bei Pflanzen signifikant ankurbelt und deswegen zu mehr Allergien führt.

Direkte wirtschaftliche Folgen sind vor allem in den produzierenden und verarbeitenden Sektoren spürbar. In erster Linie die Landwirtschaft leidet unter Trockenperioden und Bauern werden in Zukunft öfter auf Bewässerung angewiesen sein. Trockenheit setzt aber auch Kiefergewächsen zu. Fichten, die in der Holzwirtschaft eine äusserst wichtige Rolle spielen, drohen unter anderem aus Wassermangel und einer Zunahme des Borkenkäferbestandes aus den Wäldern des Mittellands zu verschwinden.

Zahlreiche Tierarten sterben in den nächsten 100 Jahren aus

Neben der Fauna leidet auch die Tierwelt stark unter dem Klimawandel. Laut «National Geographic» dürfte jede sechste Tierart innerhalb des nächsten Jahrhunderts aufgrund des globalen Temperaturanstiegs und den damit einhergehenden Veränderungen der Umwelt aussterben. Andere Forscher sprechen gar davon, dass nur vier von fünf Tierarten das nächste Jahrhundert erleben werden. In der obigen Bildstrecke wird gezeigt, welche heimischen Tiere besonders stark unter dem Klimawandel leiden.

Energy Challenge 2018

Die Energy Challenge 2018 ist eine nationale Aktion von EnergieSchweiz und dem Bundesamt für Energie (BFE) rund um die Themen Energieeffizienz sowie erneuerbare Energien. Das Ziel in diesem Jahr ist, dass die Schweizer Bevölkerung gemeinsam mit den Partnern der Energy Challenge 2018 gesamthaft 30 Millionen Kilowattstunden einspart. Als Medienpartner beleuchtet auch 20 Minuten den Themenschwerpunkt mit Reportagen, Interviews, Energiespartipps und Quiz-Spielen. Mehr Infos gibt's in der kostenlosen Energy-Challenge-App für Android oder für iOS.

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