Rote Listen – Diese Tiere sind in der Schweiz vom Aussterben bedroht

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Rote ListenDiese Tiere sind in der Schweiz vom Aussterben bedroht

Gibt es bald immer weniger Tiere in der Schweiz? Mehr als ein Drittel aller Säugetierarten gilt hierzulande als gefährdet. Wie gross das Risiko auszusterben für gewisse Tierarten ist, zeigen Listen des Bundesamts für Umwelt.

von
Angela Rosser
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Es gilt auch auf die kleinen Lebewesen Rücksicht zu nehmen.

Es gilt auch auf die kleinen Lebewesen Rücksicht zu nehmen.

imago images/Georg Ulrich Dostmann
Das Mauswiesel gehört zu den gefährdeten Tierarten in der Schweiz.

Das Mauswiesel gehört zu den gefährdeten Tierarten in der Schweiz.

imago images/blickwinkel
Wegen seiner Grösse wird es auch immer wieder zum Opfer von Greifvögeln, da die Lebensräume des Tierchens ihm zu wenig Schutz bieten.

Wegen seiner Grösse wird es auch immer wieder zum Opfer von Greifvögeln, da die Lebensräume des Tierchens ihm zu wenig Schutz bieten.

imago images/blickwinkel

Darum gehts

Unterbrochene Wildtierkorridore, Mangel an Lebensraumqualität und schlecht vernetzte Lebensräume – alles Faktoren, die die Artenvielfalt in der Schweiz bedrohen. Was heisst das aber genau und wie wird eine Gefährdung gemessen? Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) führt auf drei roten Listen aus, welche Tierarten zurzeit gefährdet sind. Besteht das Risiko des Aussterbens einer Tierart, braucht es entsprechende Massnahmen. Die Listen umfassen Libellen, Säugetiere und Vögel. Die 2021 und 2022 überarbeiteten Listen zeigen erfreulicherweise eine positive Entwicklung. 

Kleiner Helfer bei der Mäusejagd

Zu den gefährdeten Arten gehört auch das Mauswiesel. Wie der Name vermuten lässt, jagt das kleine flinke Fellknäuel vorzugsweise Mäuse. Das Wiesel ist somit in der Landwirtschaft eigentlich ein willkommenes Wesen. Da die Tierchen kaum grösser als ihre Beute sind, fallen sie immer wieder Greifvögeln zum Opfer. Ein optimaler Lebensraum für die Wiesel muss genügend Nahrung bieten sowie Schutz vor Angriffen aus der Luft. Durch das Verschwinden solch vielfältiger Gebiete verschwindet auch das Wiesel immer mehr.

Die Spezies ist darauf angewiesen, dass die Lebensräume vernetzt bleiben. Die Population der Wiesel kann so also nur gewährleistet bleiben, wenn die brachen Flächen zwischen den Lebensräumen der Wiesel wieder als Verbindung dieser fungieren, wenn dort Blumenwiesen entstehen, Hecken wachsen oder sich Bäche befinden.

Fast die Hälfte aller Vögel bedroht

Unter diesem Mangel an vernetzten Lebensräumen sind zahlreiche Tierarten betroffen. Von rund 55 Säugetierarten gelten 20 als potenziell gefährdet. Auch sind zwei Prozent der auf der Liste geführten Tiere in der Schweiz bereits ausgestorben, wie zum Beispiel der Braunbär. Neben dem stark gefährdeten Grauwolf steht auf der Liste auch der Luchs. Fischotter sind gar vom Aussterben bedroht. Wildkaninchen oder auch diverse Mäusearten gelten als besonders stark gefährdet.

Bei den Vögeln hat sich die Situation seit 2010 nicht verbessert. Bei den Brutvögeln gelten 40 Prozent der einheimischen Arten als gefährdet.

Biber-Bestand verzehnfacht

Dass es laut Bafu nicht immer einfach sei, Lösungen für diese Problematik zu finden, zeige das Beispiel an Wildtieren. Bereits ein geringer Verlust durch tödliche Unfälle mit Fahrzeugen könne einen grossen Einfluss auf die Population haben. Werden die Wälder aber mit Zäunen von den Strassen abgeschirmt, fehle die Vernetzung der Lebensräume. 

Die roten Listen des Bafu sorgen aber nicht nur für schlechte Laune bei Tierfreundinnen und Tierfreunden. Der Biber zum Beispiel, der 1994 noch als vom Aussterben bedroht galt, ist aktuell nicht mehr gefährdet. Der Biber-Bestand in der Schweiz hat sich mittlerweile fast verzehnfacht. 

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22 (bei Notfällen)

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel.  079 700 70 70 (Notruf)

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00


Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Schweizer Tierschutz (anonym möglich)

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