16.08.2019 18:56

Artenschutzkonferenz in der Schweiz

Diese Tiere sollen jetzt gerettet werden

Diese Woche beginnt in Genf die 18. Artenschutzkonferenz. Gerettet werden sollen diverse Arten, vom Elefanten über die Giraffe bis hin zur Saigaantilope.

von
Ilona Himmelberger

Die Vertragsstaaten der CITES konnten Anträge für einen Schutzstatus einer Art oder dessen Aufhebung stellen. Hier eine kleine Auswahl der gelisteten Tiere.

Zum 18. Mal bereits treffen sich ab dieser Woche die Vertragsstaaten des Washingtoner Artenschutzübereinkommens, kurz CITES – und zwar hier in der Schweiz in Genf. Verhandelt wird über 57 Anträge zur Listung bedrohter Tier- und Pflanzenarten. Darunter ist beispielsweise auch die Nubische Giraffe.

Giraffa camelopardalis

Laut Antragsbericht gilt diese Giraffenart zwar noch nicht als vom Aussterben bedroht. Doch die Population hat in ihren Verbreitungsgebieten in den letzten vierzig Jahre stark abgenommen. Schwindender Lebensraum und Jagd machen ihr zu schaffen. Erlegt wird die Giraffe von der lokalen Bevölkerung zum einen wegen ihres Fleisches. Doch auch in der Herstellung von Schmuck, Kleidung und Souvenirs findet sie Verwendung.

Deshalb soll sie auf Antrag der Zentralafrikanischen Republik, Tschad, Kenia, Mali, Niger und Senegal nun in den Anhang II der CITES aufgenommen werden. Dies verbietet zwar den Handel mit Giraffenprodukten nicht gänzlich. Aber er müsste fortan nachweislich reguliert, also nachhaltig erfolgen. Damit soll verhindert werden, dass die Nubische Giraffe in die Gruppe der bedrohten Tierarten abrutscht.

Die Beschlüsse der CITES sind verbindlich

Matthias Lörtscher, Leiter des Fachbereichs Artenschutz und Drittlandimporte beim Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV), erläutert, dass die Anträge für einen solchen Schutzstatus oder auch dessen Aufhebung nur von den Vertragsstaaten der CITES gestellt werden sollten. Diese müssen für die Aufnahme einer Art nachweisen können, dass deren Bestand rückläufig ist und sie vom internationalen Handel bedroht wird.

«Dabei kommt es nur sehr selten vor, dass ein Land einen Antrag auf Schutz einer Art stellt, in dem diese gar nicht heimisch ist.» Die Annahme oder Abweisung eines Antrags könne dann natürlich schon auch zu Unmut gewisser Vertragspartner führen, wenn andere Staaten, in denen die entsprechende Art nicht heimisch ist, sich für den Schutz einer Tierart aussprechen. Umzusetzen hätten sie die Beschlüsse aber trotzdem innerhalb von neunzig Tagen. Tun sie dies nicht, so besitze CITES Mechanismen, die entsprechenden Staaten dazu zu zwingen.

CITES leistet relevanten Beitrag zur Rettung von Arten

«Letztlich kann CITES so direkt zur Rettung von Arten beitragen», so Lörtscher. Erfolgsstorys liessen sich beispielsweise für das Vikunja und den Amerikanischen Alligator erzählen.

Da wilde Tiere aber auch von anderen Faktoren als dem Handel bedroht werden können, sei CITES nicht allmächtig, betont Corina Gyssler, Kommunikationsbeauftragte des WWF. Verknappung des Lebensraumes vieler Tierarten und Bedrohung durch den Klimawandel beispielsweise liessen sich mit CITES nicht aufhalten. «CITES allein kann die Arten nicht retten.» Trotzdem sei die CITES-Listung von höchster Relevanz: «Ohne die Beschränkung und Kontrolle des Handels durch CITES wären gewisse Arten bestimmt schon ausgestorben.»

Die Schweiz ist beim Artenschutz vorne dabei

Eigentlich hätte die 18. CITES-Konferenz in Sri Lanka stattfinden sollen, erläutert Lörtscher. Die UNO habe die Konferenz aber aufgrund der dortigen Attentate im Mai an den CITES-Sekretariatssitz in Genf verlegt. Als Vertragspartner erster Stunde bei CITES nehme die Schweiz bei der Konferenz als normaler Vertragsstaat teil.

Da sie aber für CITES auch als Depositarstaat der Vertragsurkunde fungiere, kommen der Schweiz in diesem Zusammenhang auch spezielle Rechte und Pflichten zu. Beim Ständigen Ausschuss sei sie als «Guardian of the Convention» beispielsweise permanent vertreten, während die anderen Staaten nach drei Jahren wechselten. Zudem besitze sie in diesem Gremium bei Abstimmungen mit Unentschieden das Recht zum Stichentscheid.

Und nun wird in der Schweiz im Laufe der nächsten Wochen gar über das Schicksal der Nubischen Giraffe entschieden.

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