Aktualisiert 25.09.2018 07:58

Schweighof Kriens

Diese Überbauung will wie eine Landschaft aussehen

Im Schweighof in Kriens werden drei Häuser gebaut, deren Fassaden mit Bildern des Malers Robert Zünd verziert werden: Sie zeigen, wie die Landschaft dort vor über hundert Jahren aussah.

von
dag

Die Nordfassaden von drei neuen Häusern am Schweighof in Kriens werden mit Gemälden des Luzerners Robert Zünd (1827 - 1909) bemalt. Die Häuser Schweighofweg 6 und 8 zeigen Zünds Bild «Schellenmatt» in zwei Teilen auf je einer Fassade. Beim Haus Schweighofweg 12 fiel die Wahl auf das Bild «Die Ernte».

«Die Idee, die Fassaden zu bemalen, ist schon entstanden, als wir uns am Architekturwettbewerb beteiligten», sagt Franz Bucher, Mitinhaber von Lüscher Bucher Theiler Architekten in Luzern. Durch die Bemalung mit den Landschaftsbildern werde «Tiefe und Weite aufgebaut», so dass es für den Betrachter immer wieder etwas zu entdecken gebe. «Die Bilder verweisen auf die dortige frühere Landschaft und erzählen eine Momentaufnahme der damals lebenden Menschen.»

Wandbilder «erweitern den Grünraum»

Die ersten Wohnungen im Schweighof sind bereits bezogen, die Vermietung läuft. Die Wandbilder werden derzeit auch als Werbung eingesetzt. Im Beschrieb zur Überbauung heisst es: «Rundherum erstreckt sich ein schön verwinkelter Grünraum, den die einzigartig bemalten Nordfassaden noch erweitern.»

In der Facebook-Gruppe «Du besch vo Kriens, wenn...» wurde das Bild der Wandmalerei vom Krienser Hardy Konzelmann gepostet. Der frühere Maler und Tapezierer sagt: «Weisse und graue Häuser sind mir ein Gräuel. Ich finde die Fassaden im Schweighof spannend und schön.» Eine Kommentarschreiberin pflichtete ihm bei: «Wirklich schön.»

Fachpresse findet Wandbilder «absurd»

Die Fassadenbilder stossen aber auch auf Kritik. Werner Huber, Architekt und Redaktor Architektur bei der Fachzeitschrift «Hochparterre», bewertet die Fassadenmalerei auf Anfrage: «Wenn ich mir vorstelle, immer an diese Wände zu schauen, wäre ich nicht begeistert.» Ihm komme es vor, wie wenn mit der Landschafts-Bemalung die Gebäude zum Verschwinden gebracht werden sollten. «Es ist absurd, eine Landschaft zu überbauen und dann mittels Bildern an den Fassaden die frühere Landschaft zu applizieren», sagt Huber weiter. Dabei seien die Grundrisse hinter der geschlossenen Fassade durchaus gelungen.

Und wie gefallen Ihnen die Landschafts-Malereien? Sehen Sie im Drohnenvideo oben die Bilder, bilden Sie sich ein Urteil und nehmen Sie an unserer Umfrage teil.

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So soll es im Schweighof in Kriens aussehen, wenn die Häuser fertig gebaut sind.

So soll es im Schweighof in Kriens aussehen, wenn die Häuser fertig gebaut sind.

Visualisierung: Schweighof-Luzern.ch
Auf der linken Seite des Hauses ist der damalige Hof Schellenmatt aus dem Bild von Robert Zünd zu sehen.

Auf der linken Seite des Hauses ist der damalige Hof Schellenmatt aus dem Bild von Robert Zünd zu sehen.

Facebook / Hardy Konzelmann
An der Fassade am Schweighofweg 6 in Kriens ist der erste Teil des Bildes Schellenmatt von Robert Zünd zu sehen.

An der Fassade am Schweighofweg 6 in Kriens ist der erste Teil des Bildes Schellenmatt von Robert Zünd zu sehen.

tk

Die Überbauung Schweighof ist Teil des grossen Entwicklungsgebiets Luzern Süd. So werden etwa auf dem Mattenhof oder in Horw Mitte weitere Grossüberbauungen entstehen. Die Nutzung sieht die Durchmischung zwischen Wohnen, Büros, Geschäfte und Gastro-Betriebe vor. Die ersten Wohnungen im Schweighof waren im Frühling 2018 bezugsbereit. Insgesamt sind dort 130 Wohnungen zu vermieten. Der Schweighof ist das erste Areal in der Zentralschweiz, das die Vorgaben der 2000-Watt-Gesellschaft erfüllt.

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