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Reiseschutz und CyberkriminalitätDiese Versicherungen werden wegen Corona teurer

In der Krise werden Versicherungen mit Meldungen zu Schadensfällen überhäuft. Das könnte dazu führen, dass die Prämien für einige Versicherungen teurer werden.

von
Barbara Scherer
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In der Pandemie haben viele Menschen Reisen abgesagt.

In der Pandemie haben viele Menschen Reisen abgesagt.

imago images/Lagencia
Das haben die Reiseschutz- und Assistance-Versicherung gespürt. Darum könnten die Prämien dieser Versicherungen steigen.

Das haben die Reiseschutz- und Assistance-Versicherung gespürt. Darum könnten die Prämien dieser Versicherungen steigen.

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Cyber-Attracken haben in der Krise stark zugenommen. Deshalb könnten die Kosten für die Prämien bei Versicherungen für Cyber-Attacken ebenfalls steigen.

Cyber-Attracken haben in der Krise stark zugenommen. Deshalb könnten die Kosten für die Prämien bei Versicherungen für Cyber-Attacken ebenfalls steigen.

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Darum gehts

  • Die Prämien für einige Versicherungen könnten wegen Corona steigen.

  • Denn die Versicherungen werden mit Forderungen überhäuft.

  • So könnten Reiseversicherungen in Zukunft mehr kosten.

Corona kommt die Versicherungen teuer zu stehen: Seit Beginn der Pandemie werden sie von Schadensmeldungen überhäuft. Das zeigen Zahlen der Axa und der Zürich-Versicherung, wie die «Sonntagzeitung» schreibt.

Dabei steigen die Kosten in verschiedenen Bereichen, wie Reise- und Unfallversicherungen, Rechtsschutz sowie Cyberkriminalität. «Das könnte dazu führen, dass die Prämien für einige Versicherungen steigen», sagt Versicherungsexperte Felix Schneuwly von Comparis zu 20 Minuten.

Cyberangriffe lassen Prämien steigen

So ist es im Corona-Jahr zu mehr Cyber-Attacken gekommen. Die Zürich-Versicherung verzeichnet eine Zunahme von 250 Prozent. Das liege daran, dass viele Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten. Zuhause lassen sich Angestellten eher zu unvorsichtigen Handlungen verleiten, schreibt die «Sonntagszeitung».

Cyberangriffe gehen ins Geld: Sind sie erfolgreich, können sie Schaden in der Höhe von 10’000 Franken oder mehr anrichten. Laut Schneuwly dürften die Prämien bei Versicherungen für Cyber-Attacken darum in die Höhe schiessen. «Denn die Digitalisierung geht auch nach der Pandemie weiter und das Thema wird Versicherungen in Zukunft noch mehr beschäftigen.»

Teurer dürften laut Versicherungsexperte auch Reiseschutz- und Assistance-Versicherung werden. Die meisten Menschen haben wegen Corona auf gebuchte Reisen verzichtet und werden dies auch weiterhin tun. So waren die die Schadensmeldungen bezüglich Reisen bei der Zürich-Verunsicherung 2020 achtmal höher als im Schnitt.

Aufgrund der sich ständig ändernden Quarantänebestimmungen dürften weiterhin viele Schadensmeldungen für Reiseversicherungen eingehen. Die Branche werde sich wohl nur langsam erholen, daher dürften die Kosten für Versicherungen steigen: «Wird wieder mehr geflogen, dürften die Prämien dann aber auch wieder sinken», so Schneuwly.

Psychische Erkrankungen nehmen zu

In der Pandemie ist die Zahl psychischer Erkrankungen von Beschäftigten zudem rasant gewachsen. Besonders Burn-outs und Depressionen haben zugenommen. Der Anstieg der psychischen Krankheiten sei aber schon vor der Coronakrise besorgniserregend gewesen: «Das wird auch nach der Krise kaum zurückgehen», sagt Schnneuwly. Die Beiträge für die Krankentaggeldversicherung könnten darum steigen.

Rechtsschutzversicherungen werden seit der Krise ebenfalls mit Anfragen überrannt. Doch diese Zunahme werde nach der Krise wieder auf das Niveau vor Corona zurückgehen: «Solche Einmaleffekte sind kein Grund für Prämienerhöhungen, denn dafür haben die Versicherer Reserven», erklärt Schneuwly.

Mehr Schäden an Motorfahrzeugen

Unfallversicherungen sind wegen Corona ebenfalls vermehrt zum Einsatz gekommen: Das betrifft vor allem das Personal im Gesundheitswesen. Dort zählt eine Ansteckung mit Corona am Arbeitsplatz nämlich als Berufskrankheit.

Auch die Schäden an Motorfahrzeugen haben 2020 zugenommen. Denn wegen Corona sind viele Schweizer vom öffentlichen Verkehr auf Auto umgestiegen. Die Ferien verbrachten die meisten in der Schweiz, wodurch der Freizeitverkehr angestiegen ist und damit auch die Zahl der Unfälle.

Dass es zu einer Prämiensteigerung bei Unfallversicherungen kommt, bezweifelt Schneuwly aber: «Es mag sein, dass es in einzelnen Bereichen in der Corona-Krise mehr Unfälle gegeben hat und wieder geben wird, in anderen aber weniger. Insgesamt ist die Faktenlage für Prämienerhöhungen noch zu dünn.»

Krankenkassenprämien

Die Krankenkassenprämien steigen 2021 im Schnitt um 0,5 Prozent. Die mittlere Prämie beträgt schweizweit 316,50 Franken. Auch wenn der Anstieg grösser ist als die 0,2 Prozent vom Vorjahr, fällt er im Vergleich zum Mittel der vergangenen Jahre tief aus, schreibt das Bundesamt für Gesundheit (BAG). Denn seit 2010 sei die mittlere Prämie jährlich um durchschnittlich 3,2 Prozent gestiegen.

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16 Kommentare
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Fehlermeldung

11.01.2021, 14:18

Leider seit Ihr nicht in der Lage die Fehlermeldung in Betrieb zu setzen... Bei Bild 3 von 9 schreiben Sie von Cyber-Attracken --> Hier ist ein r zuviel :) Ebenfalls müssen Sie bezüglich keiner Versicherung Angst haben dass die Versicherungen teurer werden. Sämtliche Versicherungen welche etwas Zahlen mussten, sind eh nicht gut, da Sie nicht in der Lage sind die AVB's richtig zu schreiben. Eine Reisseannullationskostenversicherung darf nur greifen, wenn man selbst aufgrund einer Krankheit/Unfall nicht in den Urlaub gehen kann und nicht wenn eine Pandemie ausbricht. Ich gehe eher davon aus dass das Reisen teurer wird, da viele dringend Geld brauchen und die Leute eh in den Urlaub möchten....

Johnny Klartext

11.01.2021, 14:00

Die Versicherungen werden auch ohne Corona teurer. Die werden jedes Jahr teurer. Das müsste die Politik mal eingreifen, aber die verdient lieber mit.

Marten

11.01.2021, 12:49

Das heisst für mich nur, dass die Versicherungen die vorgeschriebenen Rücklagen nicht gemacht haben. Wohin wohl das Geld (unser Geld) verschwunden ist? So lange die KK-Pflicht besteht, wird sich auch nichts ändern.