Corona-Spenden - Diese vier jungen Frauen haben zu viel Geld – und werden es nicht los
Publiziert

Corona-SpendenDiese vier jungen Frauen haben zu viel Geld – und werden es nicht los

Vier Frauen aus dem Kanton Bern haben eine Organisation für finanziell Betroffene der Corona-Pandemie gegründet. Spenden haben sie viele erhalten, nun fehlt es an Empfängern und Empfängerinnen.

von
Zoé Stoller
1 / 4
Das Ziel dieser vier Schülerinnen ist es, Menschen in Not schnell und unkompliziert zu helfen.

Das Ziel dieser vier Schülerinnen ist es, Menschen in Not schnell und unkompliziert zu helfen.

Verein Lohnteilen
Deshalb haben sie anfangs der Corona-Pandemie die Organisation Lohnteilen gegründet.

Deshalb haben sie anfangs der Corona-Pandemie die Organisation Lohnteilen gegründet.

Urs Jaudas / Tamedia
Über Lohnteilen kann gespendet und können Unterstützungsgelder angefordert werden.

Über Lohnteilen kann gespendet und können Unterstützungsgelder angefordert werden.

Urs Jaudas / Tamedia

Darum gehts

  • Vier Schülerinnen gründeten die Organisation «Lohnteilen».

  • Menschen, die von der Pandemie finanziell nicht betroffen sind, können etwas spenden, während Personen in Not von diesen Beiträgen profitieren.

  • Bisher sind jedoch nur wenig Anfragen auf Unterstützung eingetroffen.

Nach Ausbruch der Corona-Pandemie haben vier Berner Schülerinnen die Organisation Lohnteilen gegründet. Ihr Ziel ist es, Geld auf freiwilliger Basis umzuverteilen. Menschen, die von der Pandemie finanziell nicht betroffen sind, werden eingeladen, etwas zu spenden. Jene, die jedoch unter den Folgen der Corona-Massnahmen leiden, dürfen sich bei Lohnteilen melden und Unterstützung anfragen. Bisher wird das Angebot jedoch nur spärlich genutzt.

Per Mail können sich sowohl Geld spendende als auch empfangende Personen bei der Organisation melden. Wenn jemand einen Beitrag erhalten möchte, erwarten die Gründerinnen einen kurzen Beschrieb. «Erzähl uns knapp, wer du bist, was du tust und warum du aufgrund der Pandemie Unterstützung nötig hast», steht auf der Website.

Es sei nicht immer einfach, zu beurteilen, ob jemand wirklich Hilfe benötige, oder das Angebot der jungen Frauen ausnutzen wolle, sagt Präsidentin Nina B. zu 20 Minuten. Während des Austauschs mit den Anfragenden werde jedoch bald klar, welche Intention hinter der Anfrage stecke. «Die einzige Bedingung für unsere Empfängerinnen und Empfänger ist, dass jemand finanziell von der Pandemie betroffen ist», erzählt Nina weiter.

«Wir haben uns beim Ausbruch der Pandemie gefragt, wie man Menschen in Not so schnell und so unkompliziert wie möglich helfen kann. Deshalb ist das ganze System sehr einfach aufgebaut», sagt die Präsidentin.

«Hemmschwelle ist wohl zu hoch»

Obschon die Spenderinnen und Spender fleissig einzahlen, fehlt es bisher noch an Abnehmerinnen und Abnehmern. «Die Hemmschwelle, nach Geld zu fragen, ist wohl noch zu hoch», vermutet Nina. Sie und ihre Kolleginnen würden sich jedoch sehr darüber freuen, die Beiträge an jemanden in Not weiterleiten zu können. Bisher konnten erst 26 Personen aus verschiedenen Bereichen des Lebens vom Angebot profitieren.

Auf ihrer Website sind alle Geldbewegungen aufgelistet, sodass ersichtlich ist, wie viel Geld Lohnteilen momentan zur Verfügung steht. Aktuell sind es exakt 5’647,89 Franken.

Lebst du oder lebt jemand, den du kennst, in Armut?

Hier findest du Hilfe:

Tischlein deck dich, Lebensmittelhilfe

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung

37 Kommentare