08.03.2020 11:18

Covid-19Wer diese Krankheiten hat, ist besonders gefährdet

Die Gefahr, an der durch das neue Coronavirus ausgelösten Krankheit Covid-19 zu sterben, ist für Menschen mit verschiedenen Vorerkrankungen deutlich höher.

von
jcg
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Mit dem Coronavirus sind viele wenig geläufige Begriffe Teil unseres Alltagsvokabulars geworden. Das steckt dahinter.

Mit dem Coronavirus sind viele wenig geläufige Begriffe Teil unseres Alltagsvokabulars geworden. Das steckt dahinter.

Getty Images/Victoria Jones - pa Images
Um sich vor einer Ansteckung mit dem neuen Coronavirus zu schützen, setzen viele Menschen auf Masken, wobei man zwischen Hygiene- und Atemschutzmasken unterscheiden muss.

Um sich vor einer Ansteckung mit dem neuen Coronavirus zu schützen, setzen viele Menschen auf Masken, wobei man zwischen Hygiene- und Atemschutzmasken unterscheiden muss.

Keystone/AP/Matteo Bazzi
Die einfachen Hygienemasken (Bild) sind nach zwei bis drei Stunden durchgefeuchtet. Daher müssen sie dann spätestens ausgetauscht werden. Nur so können sie leisten, wofür sie gedacht sind: die Übertragung von Erregern durch Sekrettröpfchen zu verhindern. Schutz für den Träger bieten sie jedoch nicht.

Die einfachen Hygienemasken (Bild) sind nach zwei bis drei Stunden durchgefeuchtet. Daher müssen sie dann spätestens ausgetauscht werden. Nur so können sie leisten, wofür sie gedacht sind: die Übertragung von Erregern durch Sekrettröpfchen zu verhindern. Schutz für den Träger bieten sie jedoch nicht.

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Das Sars-CoV-2-Virus trifft nicht alle Menschen gleich. Während gesunde, jüngere Patienten mit einem milden Verlauf der Krankheit Covid-19 rechnen dürfen, steigt die Sterblichkeitsrate bei Menschen ab 60 Jahren stark an. Auch bei Patienten mit Vorerkrankungen ist diese Rate deutlich höher. Doch welche Vorerkrankungen sind besonders problematisch?

Darüber gibt eine Studie aus China Auskunft, die insgesamt 44'000 bestätigte Fälle untersucht hat. Sie stellte bei an Covid-19 Erkrankten eine durchschnittliche Sterblichkeitsrate von 2,3 Prozent fest. Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, sprach am Donnerstag sogar von einer Sterblichkeitsrate von 3,4 Prozent bei gemeldeten Covid-19-Patienten.

Verbreitete Erkrankungen

Deutlich höher sind diese Werte bei Menschen mit Vorerkrankungen. Die chinesische Studie hat festgestellt, dass sie bei Covid-19-Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen am höchsten ist. Bei ihnen liegt sie bei 10,5 Prozent (siehe Tabelle). Bei einer Herzschwäche kann Sars-CoV-2 etwa zu einer weiteren Schwächung der Herzfunktion und zu Wasseransammlungen in der Lunge führen, in besonders schweren Fällen zu einem Zusammenbruch des Herz-Kreislauf-Systems, wie NDR berichtet.

Ebenfalls ein stark erhöhtes Risiko haben Diabetiker. In China beträgt die Sterberate für sie laut der Studie 7,3 Prozent. Dies, weil bei Diabetes mellitus ein schlecht eingestellter Blutzuckerspiegel wichtige Abwehrzellen beeinträchtigt. Zudem können Organe angegriffen sein, was dazu führt, dass der Körper schlechter gegen das Virus ankämpfen kann.

An dritter Stelle folgen chronische Atemwegserkrankungen. Dazu gehören unter anderem die chronische obstruktive Lungenerkrankung COPD, aber auch Asthma. Sie erhöhen das Risiko, eine schwere Lungenentzündung zu erleiden. In China liegt die Sterberate für diese Patienten bei 6,3 Prozent.

Risiko Bluthochdruck

Gefährlich ist auch ein hoher Blutdruck (Hypertonie). Daran leidet in der Schweiz schätzungsweise jede vierte erwachsene Person, wobei rund ein Drittel nichts davon weiss. Hier stellten die chinesischen Forscher eine Sterblichkeitsrate von 6 Prozent fest, also nur wenig tiefer als bei Patienten mit Atemwegserkrankungen. Bei Krebspatienten schliesslich lag die Sterblichkeitsrate bei 5,6 Prozent.

Doch nicht nur diese Krankheiten erhöhen das Risiko. Laut dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten ECDC sind auch chronische Lebererkrankungen ein Risikofaktor. Das Gleiche gilt für Nierenkrankheiten.

Eine besondere Gefahr stellt das neue Coronavirus auch für Menschen dar, die Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems einnehmen. Dies kann bei Patienten der Fall sein, die an Rheuma oder Krebs leiden, nach einer Chemotherapie oder einer Organtransplantation.

Risikofaktor Mann

Die chinesische Studie hat zudem eine höhere Sterblichkeitsrate bei Männern festgestellt. Bei ihnen liegt sie bei 2,8 Prozent, bei Frauen dagegen bei 1,7 Prozent. Wieso das genau so ist, ist derzeit nicht klar. Es könnte mit dem allgemein ungesünderen Lebensstil der Männer zu tun haben. In China raucht die Hälfte der Männer, während nur 2 Prozent der Frauen regelmässig zur Zigarette greifen. Da Rauchen die Lungen schädigt, könnte das Virus deshalb bei Rauchern grösseren Schaden anrichten. Auch ernähren sich Männer oft ungesünder, was das Risiko einer Erkrankung an Diabetes Typ 2 und Bluthochdruck erhöht.

Zudem können Frauen offenbar das Virus besser bekämpfen, wie Sabra Klein, Virenforschein an der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health der «New York Times» sagte. Auch die Immunantwort nach Impfungen sei im Vergleich zu Männern erhöht. Das gelte auch für das Immungedächtnis. Dieses schützt den Körper nach einer überstandenen Viruserkrankung vor einer neuen Ansteckung.

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Das neue Coronavirus

Sars-CoV-2 (Severe Acute Respiratory Syndrome Coronavirus 2). Diese Bezeichnung wurde vom International Committee on Taxonomy of Viruses am 11. Februar 2020 beschlossen. Zuvor hatte die Weltgesundheitsorganisation WHO das Virus als 2019-nCoV bezeichnet.

Covid-19 (Corona Virus Disease 2019) heisst.

Damit verhält es sich bei der neuen Krankheit ähnlich wie bei HIV und Aids. Auch dort hat das Virus (HIV) einen anderen Namen als die Krankheit (Aids).

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