Chur GR: Diese Waffe holt unerwünschte Drohnen vom Himmel 

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Chur GRDiese Waffe holt unerwünschte Drohnen vom Himmel 

Manche Menschen fühlen sich immer wieder von Drohnen in ihrer Privatsphäre gestört. Die Firma Droptec bietet eine Lösung. Ein Drohnenfan berichtet über seine eigenen Erfahrungen. 

von
Ammar Jusufi
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Die Firma Droptec stellt zur Bekämpfung von unerlaubten Drohnen Schusswaffen namens «Dropster» her.

Die Firma Droptec stellt zur Bekämpfung von unerlaubten Drohnen Schusswaffen namens «Dropster» her.

droptec GmbH
Die Kunden sind vor allem Sicherheitskräfte wie die Polizei, die Armee oder Ähnliches. Vereinzelt wird aber auch an Privatpersonen verkauft, die einen Waffenerwerbsschein benötigen. 

Die Kunden sind vor allem Sicherheitskräfte wie die Polizei, die Armee oder Ähnliches. Vereinzelt wird aber auch an Privatpersonen verkauft, die einen Waffenerwerbsschein benötigen. 

droptec AG
Der Dropster kann bei Direktbeschuss auf einer Distanz von unter zehn Metern zu letalen Schäden führen. 

Der Dropster kann bei Direktbeschuss auf einer Distanz von unter zehn Metern zu letalen Schäden führen. 

droptec AG 

Darum gehts

  • Einige Personen fühlen sich von Drohnen, die auf ihren Privatgrundstücken filmen, belästigt.

  • Die Churer Firma Droptec stellt zur Drohnenbekämpfung Schusswaffen namens «Dropster» her.

  • Der Dropster wird vor allem an Sicherheitskräfte verkauft und verlangt bei Privatnutzern einen Waffenerwerbsschein. 

  • Zwei Hobbyfotografen erzählen von ihren Erfahrungen mit Drohnenaufnahmen.

Eine Anwohnerin in Grabs berichtete über ihre unangenehme Begegnung mit einer Drohne auf ihrem privaten Grundstück. Dabei fühlte sich die Frau belästigt und verfasste wütend einen Post auf Facebook. Neben Lösungsvorschlägen wie einem Gartenschlauch zur Bekämpfung der Drohne fiel auch der Name der Firma Droptec aus Chur GR.

Das Unternehmen Droptec stellt den sogenannten «Dropster» her, eine Schusswaffe, die in verschiedenen Bereichen zur Bekämpfung von Drohnen verwendet wird. Der Dropster werde mit einer Netzpatrone geladen, mit einer Treibladung versehen und sei dann schon einsatzbereit, heisst es in einem Erklärvideo auf der Webseite des Unternehmens. Die Waffe schiesse mit einem Netz auf die Drohne, wobei das Netz die Rotoren der Drohne umwickle und diese so «neutralisiere».

«Letale Wirkung bei Direktbeschuss»

«Unsere Kunden sind vor allem Sicherheitskräfte, unter anderem die Polizei und der Justizvollzug, aber auch vereinzelt Privatpersonen», sagt Christian Gauer, einer der Eigentümer von Droptec. «Für den Privatgebrauch kann der Dropster zu einem Preis von 4800 bis 6500 Franken mit einem Waffenerwebsschein erworben werden, wobei die Polizei vorgängig den möglichen Einsatz prüft», fügt Gauer hinzu. 

«Der Dropster ist eine Schusswaffe und kann bei einem Direktbeschuss letale Wirkung haben, deshalb müssen gewisse Sicherheitsvorschriften eingehalten werden», sagt Gauer. Die Firma Droptec empfiehlt vor der Nutzung eine Basisschulung, welche sie entweder bei sich in Chur oder bei dem Kunden auf geeignetem Gelände anbietet. 

Die Perspektive ist entscheidend

«Ich finde Droptec eine gut Idee, weil Drohnen leider auch oft missbraucht werden», sagt Patrick Barros, ein Hobbyfotograf aus dem Engadin, der seine Drohnenaufnahmen auf Instagram teilt. «Der Reiz, mit einer Drohne zu filmen, liegt in dem Perspektivenwechsel, der entsteht», so Barros. «Die Gefühle sind schwer zu beschreiben, aber oft wünsche ich mir, ein Vogel zu sein», sagt der Bündner. 

Patrick Barros ist es wichtig, dass man die Privatsphäre anderer Menschen respektiert, aber auch die Natur mit allem, was dazugehört. «Ich suche mir Plätze aus, wo ich alleine bin und weder Menschen noch Tiere störe, so kann ich in aller Ruhe meine Bilder erstellen», sagt er. 

«Die Menschen sind oft begeistert und loben die entstandenen Bilder», so Barros. «Bisher habe ich es noch nie erlebt, dass jemand sich wegen meiner Drohne unwohl gefühlt hat. Einmal jedoch wurde sie lustigerweise von einer Möwe angegriffen», so der Hobbyfotograf. Er habe mit Verständnis reagiert und seine Drohne runtergeholt. 

«Manche haben einfach eine Drohnenallergie»

«In Liechtenstein ist es fast unmöglich zu filmen, weil die Gesetze bezüglich Drohnenaufnahmen etwas kompliziert sind», sagt Pascal Büchel, ein Liechtensteiner Hobbyfotograf. Es ist nach seinen Angaben dort nicht erlaubt, Häuser zu filmen, wenn man keinen Auftrag dafür hat. Deshalb eignen sich Drohnen mehr für Aufnahmen von einzelnen Gebäuden und weniger für solche eines ganzen Dorfes.

«Das Problem an den Schusswaffen von Droptec ist, dass diese auch missbraucht werden können», findet Büchel. «Ich begegnete vielen Menschen, die eine Drohnenallergie haben und sich mit dem Gesetz nicht auskennen», sagt Büchel. «Diese würden einfach unerlaubt auf die Drohnen schiessen und ein Theater machen, selbst wenn man etwas Erlaubtes filmt», fügt er hinzu. 

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