23.01.2020 04:47

BaselDiese Werkzeuge braucht die Polizei immer häufiger

Die Fälle von entwichenen Gifttieren häufen sich. Jetzt rüstet die Basler Kantonspolizei auf und bildet sieben zusätzliche Reptiliensachverständige aus.

von
lha
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Am 1. September 2019 mussten die Schlangen-Sachverständigen der Basler Kantonspolizei ausrücken, nachdem im Gundeldinger-Quartier ein 59-Jähriger von einer giftigen Schlange gebissen worden war. Er hielt zahlreiche griftige Schlangen in seiner Wohnung.

Am 1. September 2019 mussten die Schlangen-Sachverständigen der Basler Kantonspolizei ausrücken, nachdem im Gundeldinger-Quartier ein 59-Jähriger von einer giftigen Schlange gebissen worden war. Er hielt zahlreiche griftige Schlangen in seiner Wohnung.

Kapo BS
Der Mann hielt die zahlreichen Schlangen in seiner Wohnung  weder sachkundig noch artgerecht. Die Polizei konnte zunächst nicht ausschliessen, dass eines der giftigen Tiere nicht sogar ausgebüxt war. Es konnte später aber Entwarnung gegeben werden.

Der Mann hielt die zahlreichen Schlangen in seiner Wohnung weder sachkundig noch artgerecht. Die Polizei konnte zunächst nicht ausschliessen, dass eines der giftigen Tiere nicht sogar ausgebüxt war. Es konnte später aber Entwarnung gegeben werden.

Kapo BS
Der Schlangenhaken kommt immer öfter zum Einsatz. 19 Mal mussten die Reptiliensachverständigen der Kantonspolizei Basel-Stadt 2019 ausrücken. Zum Vergleich: 2018 waren es noch 14 Einsätze.

Der Schlangenhaken kommt immer öfter zum Einsatz. 19 Mal mussten die Reptiliensachverständigen der Kantonspolizei Basel-Stadt 2019 ausrücken. Zum Vergleich: 2018 waren es noch 14 Einsätze.

Kapo BS

Am 1. September wurde im Basler Gundeldinger-Quartier ein 59-jähriger Mann von einer Giftschlange gebissen. Die Meldung verbreitete sich wie ein Lauffeuer, weil die Polizei zunächst nicht ausschliessen konnte, dass eines der giftigen Reptile ausgebüxt war. Zu dieser Annahme hatten die Reptiliensachverständigen der Polizei nämlich guten Grund.

In seiner Wohnung hielt der Gebissene zahlreiche Schlangen, einige davon waren höchst giftig. Die Haltung der Tiere war allerdings weder sachkundig noch artgerecht. Abklärungen des Veterinäramts und der Polizei ergaben dann, dass der Bestand vollzählig war und es konnte Entwarnung gegeben werden.

Solche Meldungen häufen sich. 2019 mussten die Schlangensachverständigen wegen entlaufener Gifttiere 19 Mal aufgeboten werden. In den meisten Fällen, nämlich 11-mal hatten Personen ungiftige, einheimische Schlagen entdeckt. Zum Vergleich: 2018 waren es noch 14 Einsätze. «Die Fälle von entwichenden Gifttieren nehmen Jahr für Jahr zu, weil die Tiere im Internet sehr einfach bestellt werden können», heisst es dazu in einem Bericht im aktuellen Basilea Info, der Mitarbeiterzeitschrift der Basler Kantonspolizei.

Schlangen-Trupp wird aufgestockt

Dieser Entwicklung trägt die Kantonspolizei nun Rechnung, indem sieben Mitarbeiter und eine Mitarbeiterin zu Sachverständigen für Reptilien ausgebildet werden. Im Korps hatten bislang nur zwei Polizisten eine entsprechende Ausbildung.

Für diese Tätigkeit brauche es eine gewisse Affinität für diese Tiere. Nebst dem Sachkundenachweis, der dafür erbracht werden muss, findet ein Teil der Ausbildung im Schlangenzoo Eschlikon TG statt. Hier wird der Umgang mit den Werkzeugen und den Schlangen geübt.

Einer der Reptiliensachverständigen berichtet im Basilea Info von spektakulären Einsätzen. Aus der Schublade unter einem Backofen fand er schon eine Königsnatter. Die Schlange hatte der Mieter der Wohnung zuvor gesichtet und die Polizei alarmiert. Es stellt sich heraus: Der Vormieter besagter Wohnung hatte Schlangen gehalten und beim Umzug war die Natter verloren gegangen.

Auflagen wirken abschreckend

Das Halten von Gifttieren ist grundsätzlich bewilligungspflichtig. Das Veterinäramt macht aber noch zusätzliche Auflagen. Nebst einer entsprechenden Ausbildung des Tierhalters wird auch dessen Leumund in Bezug auf Alkohol-, Drogen- und Betäubungsmittelprobleme geprüft. Erst wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, wird eine auf zwei Jahre befristete Bewilligung ausgestellt.

Diese hohen Hürden wirken offenbar abschreckend auf einige Schlangen-Fans. Gerade bei jenen, die Gifttiere übers Internet bestellen, «darf man davon ausgehen, dass sie nicht über eine entsprechende Bewilligung verfügen», sagt auch Polizeisprecher Toprak Yerguz.

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