Echtes Hundewetter: Diese Woche fällt buchstäblich ins Wasser

Aktualisiert

Echtes HundewetterDiese Woche fällt buchstäblich ins Wasser

Regen, Regen, Regen: Meteorologen prognostizieren in dieser Woche keinen einzigen Tag ohne Niederschlag. Im Süden der Schweiz sind sogar lokale Hochwasser möglich.

von
A.Meili
Die Schweiz versinkt im Regen: In den nächsten Tagen soll es in der gesamten Schweiz regnen. In einzelnen Teilen der Südschweiz ist mit Hochwasser zu rechnen.

Die Schweiz versinkt im Regen: In den nächsten Tagen soll es in der gesamten Schweiz regnen. In einzelnen Teilen der Südschweiz ist mit Hochwasser zu rechnen.

Warme Temperaturen, kurze Hosen und Sonnenbrillen überall: Letzte Woche präsentierte sich der Frühling von seiner besten Seite. Doch das schöne Wetter nach dem kalten Rekordwinter war nur ein kurzes Strohfeuer. Bereits am Wochenende half bereits wieder nur noch der Griff zum Regenschirm. Und es kommt noch schlimmer: Laut Reto Vögeli, Meteorologe bei MeteoNews, ist bis Freitag kein Tag zu erwarten, an dem es in der gesamten Schweiz trocken bleibt.

Am schlimmsten trifft es die Südschweiz. Durch die anhaltenden Niederschläge kombiniert mit der eingetretenen Schneeschmelze könnte es in den nächsten Tagen zu lokalen Hoch-wassern, Überschwemmungen, Murgängen und Hangrutschen kommen. Grossflächige Ereignisse erwartet Vögeli aber nicht. In Locarno ist der See bereits über die Ufer getreten, wie Leserreporter Dennis Taiana berichtet. «Ich habe das Bild heute um 14.30 Uhr an der Seepromenade von Locarno aufgenommen. Am Morgen um 8 Uhr war das Wasser noch einen Meter tiefer. Aber es hatte stark geregnet und in ein paar Stunden ist der See über das Ufer getreten.»

Hochwassergefahr an Tessiner Seen

Bereits am Wochenende fielen an einigen Orten im Tessin bis zu 200 Liter Regen pro Quadratmeter. Gemäss Messungen von MeteoNews am meisten in Robiei: Hier wurden 207 Liter pro Quadratmeter gemessen. In den nächsten Tagen erwartet der Meteorologe zudem nochmals bis zu 100 Liter Niederschlag.

Einen starken Anstieg der Wassermenge lässt sich auch in den beiden grossen Tessiner Seen Lago Maggiore und Lago di Lugano beobachten. Heute Morgen hob das Bundesamt für Umwelt BAFU die Hochwassergefahr am Lago Maggiore auf Stufe 3 an - das bedeutet erhebliche Gefahr. Der Pegel liegt dann zwar noch unter der offiziellen Hochwassergrenze, lokale Überflutungen sind aber nicht auszuschliessen. Am Lago di Lugano ist die Hochwassergefahr dagegen nur mässig. Edith Oosenbrug, Hydrologin beim BAFU, sagt: «Für die Tessiner Gewässer ist diese Situation noch nicht dramatisch. Auf der Alpennordseite müssten wir bei einer solchen Niederschlagsmenge schon genauer hinschauen.»

Am Wochenende wechselhaft

Im Norden der Schweiz ist die Situation jedoch deutlich entspannter. Hier hielten sich die Regenmengen am Wochenende mehrheitlich in Grenzen. Grund für die anhaltenden Regenfälle ist indes eine Luftmassengrenze, die sich genau über der Schweiz befindet. Diese hat sich gebildet, da eine Tiefdruckrinne mit kalter Luft aus Westeuropa hier auf warme Luft aus Osteuropa trifft. Zudem trägt ein starker Südwind feuchte Luft aus dem Mittelmeerraum heran.

Besserung ist auch am Wochenende nicht in Sicht. Zwar können noch keine zuverlässigen Prognosen gestellt werden, sonnenreiche Tage sind aber eher unwahrscheinlich. Am ehesten sind wechselhafte Bedingungen zu erwarten. «Wahrscheinlich wird es nicht strahlend schön, das Wochenende fällt aber auch nicht ins Wasser», so Vögeli.

Deine Meinung