Illegale Ziffern - Diese Zahlenkombination kann dich in Schwierigkeiten bringen
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Illegale ZiffernDiese Zahlenkombination kann dich in Schwierigkeiten bringen

Eine 1401 Ziffern lange Zahl ist als «illegale Primzahl» bekannt. Sie kann DVDs knacken und an manchen Orten verstösst man mit dem Niederschreiben der Zahl sogar gegen das Gesetz.

von
Dominique Zeier
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Die USA hat eine bestimmte Primzahl als illegal erklärt. 

Die USA hat eine bestimmte Primzahl als illegal erklärt.

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Primzahlen sind Zahlen, die nur durch sich selbst und durch 1 teilbar sind. So beispielsweise die Zahl 7. 

Primzahlen sind Zahlen, die nur durch sich selbst und durch 1 teilbar sind. So beispielsweise die Zahl 7.

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Oder die Zahlen 11…

Oder die Zahlen 11…

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Darum gehts

  • Zahlen haben eine grosse Macht – insbesondere im digitalen Raum.

  • So gilt eine bestimmte Zahl in den USA gar als illegal.

  • Die sogenannte «illegale Primzahl» ist 1401 Zeichen lang.

  • Mit ihr kann man den Kopierschutz von DVDs aushebeln.

Primzahlen gibt es unendlich viele, weshalb es unmöglich ist, alle existierenden Primzahlen zu kennen. Eine bestimmte Primzahl wäre aber wohl besser unbekannt geblieben, denn in den USA wurde sie nach ihrer Entdeckung als illegal erklärt. Dies bedeutet, dass jede Person, die im Besitz einer Abschrift dieser Zahl ist, gegen das Gesetz verstösst – dabei kommt es nicht darauf an, ob man die Zahl auf seinem Computer gespeichert, in seinem Tagebuch festgehalten oder über mehrere Zettel hinweg in der Wohnung zerstreut hat.

Konkret handelt es sich um eine Primzahl, die 1401 Ziffern lang ist. Was auf den ersten Anblick wie eine zufällige Abfolge an Zahlen aussieht, kann aber grossen Schaden anrichten. Denn wer über diese Primzahl verfügt, kann den Kopierschutz von DVDs durchbrechen, wie «Express» berichtet.

«Illegale Primzahl»

Bevor die meisten Filme über Streaming-Services wie Netflix oder Disney+ angeschaut wurden, musste man sich Blockbuster und andere Filme auf DVD kaufen. Natürlich kann man sich aber auch heute noch DVDs kaufen. Diese sind allerdings so verschlüsselt, sodass man sie nicht einfach vervielfältigen und selbst weiterverkaufen kann, denn der Inhalt einer DVD ist urheberrechtlich geschützt.

Im März 2001 entdeckte der Mathematiker Phil Carmondy allerdings eine Primzahl, die seither als «illegale Primzahl» bekannt ist. Mit dieser 1401 Zeichen langen Primzahl ist es nämlich möglich, die Verschlüsselung von DVDs zu knacken.

Darüber zeigte sich die Motion Picture Association in den USA nur wenig erfreut und stellte klar, dass fortan jede Person, die im Besitz dieser Primzahl ist, potenziell versuchen könnte, den Kopierschutz von DVDs zu umgehen. Daher wurde die Zahl unter dem Digital Millennium Copyright Act schliesslich als illegal erklärt.

Wie sieht das in der Schweiz aus?

In der Schweiz sieht die Situation anders aus. Konkrete Zahlen, die illegal sind, gebe es in der Schweiz nicht, weiss Martin Steiger, Anwalt für Recht im Online-Raum. «Allein die Aufbewahrung dieser Zahl oder einer vergleichbaren Zahl ist in der Schweiz nicht verboten. Hingegen ist die Umgehung von wirksamen technischen Kopierschutz-Massnahmen grundsätzlich auch in der Schweiz verboten.» Das sei im Urheberrechtsgesetz so geregelt.

Die Schweiz sieht die Regeln aber um einiges lockerer als die USA, denn es gibt sogar Situationen, in denen eine solche Umgehung des Kopierschutzes nicht strafbar ist. «In der Schweiz ist die Umgehung beispielsweise erlaubt, um eine Privatkopie für sich daheim zu erstellen», so Steiger.

Gewisse Zahlen sind illegal

Natürlich sei es aber auch hierzulande nicht erlaubt, die Inhalte von urheberrechtlich geschützten Datenträgern wie DVDs zum Verkauf zu vervielfältigen. «Wenn eine solche Zahl – also eigentlich die Software – zum Beispiel verwendet wird, um wirksame technische Massnahmen zu umgehen, um damit eine unerlaubte Verwendung vorzunehmen, kann man mit einer Busse von bis zu 10'000 Franken bestraft werden», erklärt der Anwalt.

Ganz pauschal könne man aber auch nicht sagen, dass keine Zeichenkombinationen in der Schweiz illegal sei, wendet Steiger ein. «Die Frage ist immer, was eine solche Zahl darstellt. Wenn die Zahl beispielsweise ein kinderpornografisches Bild darstellt, dann wäre die Zahl natürlich verboten.»

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